Gruselgeschichten
Füllfederhalter des Grauens - Gruselgeschichte - Blut - Plaza de la Merced - Málaga - Gregory Pärm - Grusel - Horror - Grauen - Das Schweigen der Toten - Venuslippen

Buchtipp / eBook-Tipp

Der Füllfederhalter des Grauens Gruselgeschichten

Der Füllfederhalter des Grauens
Gruselgeschichten
Hrsg. Jörg Sprave
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-05-0 (Buch)
ISBN 978-3-939937-59-3 (eBook epub)

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Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

Wir sind die Toten der Nacht

© M. Gregory Pärm

Gott wird mich dafür bestrafen, dass ich das brach, was die Spanier "El silencio de los muertos" nennen. Das Schweigen der Toten. Mit meinem eigenen Blut störte ich ihre Ruhe, und nun bin ich selbst ruhelos und für immer verloren im Reich zwischen Dämmerung und Schatten.

Fiora trug ein rotes Kleid.

Als ich sie zum ersten Mal sah, saß sie am Tresen einer Bar auf der Plaza de la Merced in Málaga und blickte mich über ein Glas Rotwein hinweg an. Heute weiß ich, dass sie mich von Anfang an auserkoren hatte. Sie war schon immer mein blutroter Schatten gewesen, lange bevor ich sie kennenlernte. Heute weiß ich auch, dass alle meine Schatten blutrot sind und mich für immer begleiten werden wie ein eiskalter Feuerhauch.

Auch Fiora wird immer da sein. Am Tag und in schlaflosen Nächten. In schlaflosen Ewigkeiten wird sie mir ihren Geist einhauchen, der über den Wassern schwebt wie der Wind des Meeres, der in Málaga mit seinem salzigen Atem über die Fische streift.

Wir redeten kurz miteinander. Über belanglose Dinge. Ihr Blick sprach zu mir. Ihre schwarzen Augen in dem schneeweißen Gesicht, das aussah, als wäre es vollkommen blutleer. Eingerahmt von ihrem fließenden schwarzen Haar zog sie mich in ihren Bann. Ich wusste vom ersten Moment an, dass ich alles für sie tun würde.

Wir gingen in ein Hotelzimmer. Ihre Haut war weich. Weiß und kühl. Sie schmeckte salzig. Die Nacht war heiß, die Glut des vergangenen Tages lag noch in der Luft, während wir uns liebten. Ihre Fingernägel bohrten sich in mein Fleisch, während ihre Schenkel mich gefangen hielten. Es war, als würden kleine Splitter aus Eis in meine Haut eindringen. Trotzdem war es ein berauschender Liebesakt. Ihre Arme, ihr Haar und ihr Stöhnen umfingen mich wie ein Fischernetz. Ich fühlte mich gleichermaßen verloren und geborgen. Ihre heißfeuchte Weiblichkeit hielt mich umklammert. Ihre Venuslippen zogen mich in ihren Körper, ergriffen von mir Besitz und schienen mich verschlingen zu wollen. Ich verlor mich in meiner Leidenschaft, und erst viel später - zu spät - erkannte ich, dass sie nicht atmete, als sie kam.

Wir tränkten die Laken mit unserer lustvollen Gier. Dann versetzte Fiora mich in einen rauschhaften Schlaf. Mir schwanden die Sinne, während ich noch spürte, wie sie mir einige Worte zuhauchte.

Heute erzittere ich, wenn ich an ihre eiskalte Stimme denke und an das, was sie zu mir sagte.

Als ich erwachte, war sie weg. Ich war nackt und fühlte mich erschöpft. Ich hatte nur wenig Schlaf gefunden. Draußen wurde es gerade Morgen. Die Sonne stand über dem Horizont und legte die Bucht vor dem Hotel in ein Zwielicht aus Nacht und Tag, das nichts von dem freundlichen Licht des Südens an sich hatte. Die Luft war kühl, es wehte ein leichter Wind. Ich trat auf den Balkon und atmete durch. Der Atem brachte mir keine Erfrischung. Ich kehrte ins Zimmer zurück, um mir starken schwarzen Kaffee zu bestellen.

Fiora hatte mir eine Nachricht hinterlassen: Mi sangre es dentro de ti. - Mein Blut ist in dir.

Darunter stand eine Adresse in Málaga. Und ein Name: Arturo.

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Füllfederhalter des Grauens Gruselgeschichten Der Füllfederhalter des Grauens
Gruselgeschichten
Hrsg. Jörg Sprave
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-05-0 (Buch)
ISBN 978-3-939937-59-3 (eBook epub)

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