Haarige Gedichte
Gedicht - Haar, Haare, Frisur, Friseur, Haarfarben, blond, Blondine, Rothaarige, Glatze, Haarausfall, Bart, Rasur, Zöpfe, Locken, Dauerwellen ...

Unser Buchtipp

Abenteuer im Frisiersalon

Abenteuer im Frisiersalon
Hrsg. Ronald Henss
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-9809336-0-5

beim Verlag bestellen
bei amazon bestellen

Haariger Lebenslauf

© Gisela Segieth

Als kleiner Wicht kam ich zur Welt
ich fragte nicht nach Gut und Geld
auf meinem Kopf da wuchs ein Flaum
und meist befand ich mich im Traum.

Doch bald schon wurd aus meinen Schopf
ein wunderschöner Lockenkopf
mit schwarzen Haaren welche Pracht
hab ich die Welt stets angelacht.

Ich wuchs heran, ich wurde groß
doch was war mit den Haaren los
statt schwarz zu bleiben, welch ein Schreck
gingen von ihnen viele weg.

Doch neue Haar kamen hinzu
das schenkte mir gleich innre Ruh
sie wuchsen bald, sie wurden lang
nun war mir darum nicht mehr bang.

Sie wurden blond, wie wunderbar
vermehrten sie sich Jahr um Jahr
ich ließ sie wachsen, ließ sie sprießen
das alles lief ohn sie zu gießen.

Andre erblassten voller Neid
selbst manches Mädel tat mir leid
denn ich hatte der Haare viel
dabei war das nicht mal mein Ziel.

Als Zopf hab ich sie bald gebunden
nach hinten mit vier Gummis runden
sonst fielen sie in mein Gesicht
und machten mir die Augen dicht.

So lief ich rum sehr viele Jahr
bis ich auf einmal älter war
dann merkte ich es voller Schreck
auf einmal gingen Haare weg.

Ich ließ sie schneiden gleich ganz kurz
denn schließlich war es nie nicht schnurz
wie mich nun fand manch Mädchen fein
wenn ich mich traf mit ihr allein.

Die kurzen Haar, sie tat ich hüten
doch wie sich auch Friseure mühten
sie gingen nacheinander aus
zu meinem Schrecken, zu meinem Graus.

Und wie ich jährlich älter ward
bald krumm gebückt und nicht mehr zart
sah man es auch an meiner Blässe
wie sehr mich quälte kalte Nässe.

Der Spiegel zeigte es mir oft
dass ich hatte umsonst gehofft
und dass die Haare von mir gingen
mir war damit gar nicht zum Singen.

Denn bald blieb nur noch zarter Flaum
ich fühlt mich fast wie in dem Traum
den ich als Baby hab geträumt
zu Zeiten wo ich nichts versäumt.

Da wobei mir einst Haare waren
macht sich nun breit so mit den Jahren
ne Glatze auf dem ganzen Kopf
ach bin ich doch ein armer Tropf.

Doch so ist halt des Lebens Lauf
drum nehm die Glatze ich in Kauf
und tu mir meine Zeit vertreiben
mit den paar Haaren, die noch bleiben.

Auch dir wird es nicht anders gehn
das wirst du irgendwann schon sehn
drum freu dich heut an deinem Haar
wie ich, ganz viele, viele Jahr.

Denn sind sie weg, dann ist's zu spät
kein Mensch dir einmal neue sät
Wie 'n Baby gehst du von der Welt,
denn auch dein Haare sind gezählt.

Eingereicht am
23. September 2007

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors.

Wenn Sie einen Kommentar abgeben möchten, benutzen Sie bitte unser Diskussionsforum. Unser Autor ist sicherlich genau so gespannt auf Ihre Meinung wie wir und all die anderen Leser.

Ein haariges Lesevergnügen


Eine Sammlung von "haarigen Geschichten" finden Sie in dem Buch, das aus unserem Wettbewerb "Abenteuer im Frisiersalon" hervorgegangen ist.

Abenteuer im Frisiersalon Abenteuer im Frisiersalon
Hrsg. Ronald Henss
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-9809336-0-5

beim Verlag bestellen
bei amazon bestellen

© Dr. Ronald Henss Verlag     Home Page