Haarige Geschichten
Kurzgeschichte - Haar, Haare, Frisur, Friseur, Haarfarben, blond, Blondine, Rothaarige, Glatze, Haarausfall, Bart, Rasur, Zöpfe, Locken, Dauerwellen ...

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Abenteuer im Frisiersalon

Abenteuer im Frisiersalon
Hrsg. Ronald Henss
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-9809336-0-5

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Die Hexe vom Haarigen Wald - ein Märchen

© Alexandra Mitterer

Es war einmal vor langer Zeit in einem großen, reichen Königreich, da lebte eine wunderschöne junge Prinzessin namens Isabelle. Prinzessin Isabelles Haut war so weiß wie Milch, ihre Lippen hatten die Farbe eines frischen Rosenblattes, sie hatte Augen, die mit ihrer dunkelblauen Farbe und dem wundervollen Funkeln an einen klaren Nachthimmel im Sommer erinnerten und herrliches, goldenes Haar. Wegen ihrer Schönheit und Freundlichkeit und Güte liebte sie jeder im ganzen Land, sie war der größte Schatz des Königs und der Königin. Sie speiste vom feinsten Geschirr, spielte mit den schönsten Puppen, trug die prächtigsten Kleider und schlief auf dem kuscheligsten Bett im ganzen Reich. Doch eines Tages, als die Prinzessin gerade 16 Jahre alt geworden war, verschwand sie nach einem Spaziergang im Garten des Schlosses spurlos. Man suchte überall, in jedem Zimmer des Schlosses, in jedem Gebüsch, in jeder Ecke, und schließlich in jedem Haus der Stadt, unter jeder Brücke und in jedem Hinterhof, doch nirgendwo war Prinzessin Isabelle zu finden. Der König und die Königin waren verzweifelt und begannen, jeden Adligen, Beamten und Diener am Hofe zu befragen, ob sie nicht gesehen hätten, wo die Prinzessin hingegangen war. Doch der einzige, der etwas dazu sagen konnte, war ein junger Diener namens Felix, den man wegen seiner feuerroten Haare immer nur ‚Felix Fuchs' nannte. Felix Fuchs hatte nämlich gesehen, wie ein fremder Mann, in einen schwarzen Umhang gekleidet, mit einem großen Sack auf dem Rücken aus der Stadt gelaufen war. Er hatte ein merkwürdiges Gefühl gehabt, da es ausgesehen hatte, als würde etwas in dem Sack zappeln, hatte aber nicht weiter darüber nachgedacht. Die Idee, dass sich vielleicht die Prinzessin darin befinden könnte, war ihm nicht gekommen. Immerhin dachte er, dass sich die Prinzessin immer noch im Schlossgarten aufhalten würde. Als der König und die Königin das hörten, war für sie gleich klar, dass ihre Tochter in dem zappelnden Sack gewesen war. Nun ließ man im ganzen Land nach dem Mann mit dem Sack suchen, und schließlich fand man noch jemanden, der ihn gesehen hatte. Dieser jemand war ein einfacher Bauer, der einen Bauernhof nahe der Stadt besaß, und sagte nun, dass er genau gesehen habe, wie der Mann mit dem Sack die Straße zum Magischen Wald entlanggelaufen war. Als sie diese Nachricht hörte, fiel die Königin in Ohnmacht und musste von ihrem Mann und einem der Hofräte aufgefangen werden. Denn der Magische Wald, der die Westgrenze des Reiches bildete, war seit vielen hundert Jahren von Menschen nicht betreten worden. Man erzählte, dass es dort sprechende Tiere und Hexen und Kobolde gab, die Menschen verfluchen und zu ihresgleichen machen würden. Es hieß, dass niemand, der in den Wald gegangen war, jemals wieder zurückgekommen wäre.

Der König ließ im ganzen Reich Folgendes verkünden: Demjenigen, der ihm seine Tochter wohlbehalten aus dem Magischen Wald zurückbringen konnte, würde er die Hand seiner Tochter geben und ihn zu seinem Erben machen. Es meldeten sich auch einige mutige Männer, die ihr Glück versuchen wollten, doch keiner von ihnen kam aus dem Wald zurück.

Eine Woche, nachdem der letzte Mann in den Wald gegangen war, beschloss Felix Fuchs, selbst zu versuchen, die Prinzessin zu retten, denn er liebte sie schon seit vielen Jahren. Er wusste nicht, was ihn erwarten würde, und er hatte Angst, doch er nahm all seinen Mut zusammen, schnürte sein Bündel und verließ die Stadt, um die Straße zum Wald entlang zu gehen.

Nach einigen Stunden des Wanderns sah er plötzlich einen alten Mann vor sich. Er wirkte schwach und kränklich, sein Körper war dürr und klapprig, das Haar war ihm großteils schon ausgefallen. Sein Gesicht war ausgemergelt, die Augen lagen tief in ihren Höhlen. Auf seinen knochigen Schultern trug er einen Jutesack, der fast so groß war, wie er selbst. Er konnte ihn kaum tragen, und schließlich brach er unter seiner Last zusammen. Dabei fiel der Sack zu Boden, und viele, schwarze Kohlenstücke fielen heraus. Der Mann stöhnte auf und begann hastig, die Kohlen wieder einzusammeln. Felix hatte er noch nicht bemerkt.

Felix aber lief sofort zu dem Mann und kniete sich neben ihn hin, um ihm zu helfen, die Kohlen einzusammeln. Als alle Kohlen wieder im Sack waren, richtete sich der Mann wieder auf. Der Sack stand immer noch auf dem Boden.

"Vielen Dank, Junge ... ", sagte der alte Mann erschöpft und wischte sich über seine schweißnasse Stirn.

"Wo willst du denn mit den ganzen Kohlen hin, Väterchen?", fragte Felix Fuchs.

"Zu meinem Haus ... Es ist hier ganz in der Nähe." Der Mann seufzte. "In der Nähe des Waldes ... "

"Lass mich dir helfen, Väterchen! Der Sack ist viel zu schwer für dich, und ich gehe auch in Richtung Wald", sagte Felix.

Der alte Mann sah ihn kurz an, dann lächelte er und nickte. "Das wäre sehr nett von dir, Junge."

Also hob sich Felix den Sack auf die Schultern und ging hinter dem alten Mann her, der den Weg weiterlief. Der Sack war sehr schwer, doch da Felix bei seiner Arbeit als Diener bei Hofe auch manchmal schwere Dinge tragen musste, schaffte er es, den Sack bis zum Haus des Alten zu bringen, das ein wenig abseits der Straße stand. Es war ein kleines Bauernhäuschen mit einem kleinen Acker daneben und einem kleinen Gemüsebeet davor. Als sie vor der Tür angekommen waren, drehte sich der Mann zu Felix um und nahm ihm den Sack ab. "Ich danke dir, Junge. Ohne dich hätte ich wohl noch Stunden gebraucht, um die Kohlen hier her zu schaffen. Ich möchte dir zum Dank etwas geben ... Augenblick ..."

Er öffnete den Sack und wühlte kurz darin herum. Dann zog er seine Hand, die inzwischen vom Kohlestaub schwarz geworden war, wieder heraus. In ihr hielt er eine glänzende, schwarze Schere, die er Felix entgegenhielt.

"Damit kannst du alles schneiden, egal, aus welchem Material es ist. Sogar magische Fäden."

Felix sah auf die Schere und konnte erkennen, dass ein paar Worte hineingeritzt worden waren.

"Willst du mir die wirklich schenken? Sie scheint wertvoll zu sein ...", sagte er. Doch als er den Blick wieder hob, war der Mann plötzlich verschwunden, und mit ihm das Häuschen und der Acker und das Gemüsebeet und der Kohlensack. Nur die glänzende, schwarze Schere mit den eingravierten Worten lag noch in seiner Hand.

Verwundert fuhr sich Felix Fuchs durch seine feuerroten Haare, ehe er die Schere näher an sein Gesicht hielt, um die Inschrift lesen zu können.

‚Magische Bänder verbinden uns', stand darauf. Felix wunderte sich, was das sollte, denn immerhin war eine Schere dazu da, um Bänder durchzuschneiden, nicht, um zwei Menschen damit zu verbinden. Doch was es auch bedeuten sollte, er kümmerte sich nicht mehr viel darum, als ihm seine Aufgabe wieder einfiel. Er musste ja die Prinzessin retten, die der Mann in dem schwarzen Umhang in den Wald verschleppt hatte.

Als er schließlich den Wald betrat, senkte sich die Sonne schon wieder gen Westen. Er war am frühen Morgen losgegangen, nun war es früher Nachmittag. Der Wald lag dunkel, abschreckend und gruselig vor ihm, mit den vielen alten Bäumen, deren Rinde wie hässliche Fratzen aussahen, und mit dem knisternden Unterholz, unter dem alles Mögliche lauern konnte ... Doch Felix musste die Prinzessin retten, also verdrängte er seine Angst und betrat mutig den großen, dunklen Wald.

Nachdem er den Wald betreten hatte, sah er auf einmal einige seltsame Bäume. Sie sahen auf den ersten Blick aus wie alle anderen Bäume, doch als er näher heranging, sah er, dass sie behaart waren! Etwa zehn Zentimeter lange, dünne Haare wuchsen aus der Rinde dieser Bäume! Und je tiefer er in den Wald ging, umso häufiger wurden diese haarigen Bäume, bis es schließlich gar keine normalen Bäume mehr gab, nur noch die Haarigen.

Als er noch weiter in den Wald gegangen war, hörte er auf einmal ein Geräusch. Er versteckte sich hinter einem Baum und spähte auf eine Lichtung hinaus. Dort waren einige Tiere zu sehen. Ein Reh, ein Eichhörnchen, zwei Kaninchen, ein Dachs, ein Hirsch, ein Specht und eine Wildkatze. Die Tiere machten dieselben Dinge, die alle Tiere taten. Das Reh und der Hirsch weideten, das Eichhörnchen knackte eine Nuss, die Kaninchen knabberten an einer Wurzel, der Dachs schien zu schlafen, der Specht hämmerte auf einen alten Baum ein, der am Rand der Lichtung stand, und die Wildkatze saß auf einem Baumstumpf und putzte sich. Doch diese Tiere waren seltsame Tiere, denn sie alle hatten viel zu langes Fell! Dem Reh und dem Hirsch ging das Fell bis zu den Hufen, es war sogar noch länger, so dass sie manchmal darauf traten, wenn sie zu einer anderen Weidestelle laufen wollten. Das Eichhörnchen musste den langen Behang an seinen Pfoten ständig zur Seite schütteln, um nicht mit der Nussschale zusammen seine Haare anzuknabbern. Die Kaninchen waren eigentlich nur Pelzknäuel mit zwei Ohren, die Augen und die Schnäuzchen konnte man gar nicht sehen. Der Dachs hatte sich schon zweimal seitlich in sein langes Fell eingerollt, der Specht hatte Schwanz- und Schopffedern, die bis zum Boden reichten, obwohl er auf einem zwei Meter hohen Ast saß, und die Katze verbrachte die meiste Zeit mit Husten und Würgen, weil sie mit jedem Lecken über ihr Fell lange Haare verschluckte. Es waren sehr merkwürdige Tiere, doch das Merkwürdigste war, dass der Dachs auf einmal aufwachte, sich aus seinen Haaren rollte und dann in die Richtung sah, in der Felix stand, um dann plötzlich zu sprechen: "Hey, Mensch, komm hier her! Es ist unhöflich, sich zu verstecken." Die anderen Tiere wurden nun auch auf ihn aufmerksam und hörten alle mit dem, was sie gerade taten, auf. Das Eichhörnchen ließ sogar seine halbgeöffnete Nuss fallen.

Felix war ziemlich erschrocken, als der Dachs ihn plötzlich angesprochen hatte, aber trotzdem trat er hinter dem Baum hervor und ging auf die Lichtung. Jetzt brachte es auch nichts mehr, sich zu verstecken.

"Hallo ...", sagte er zögernd. Der Dachs ging nun auf ihn zu, wobei er ständig auf seinen langen Pelz trat und hin und wieder stolperte. Dann blieb er vor ihm sitzen und sah ihn mit seinen schwarzen Augen an, die unter dem langen Fell hervorblitzten.

"Was willst du hier, Mensch? Ist gefährlich hier, weißt du? Es gibt Tiere hier, die keine Menschen mögen."

Felix Fuchs schluckte kurz seine Angst hinunter, dann antwortete er: "Ich weiß ... Aber es gibt jemanden, den ich unbedingt retten muss, und der sich hier befinden soll. Ein Mädchen, mit goldenem Haar. Habt ihr sie vielleicht gesehen?"

Der Dachs sah das Reh an ,das Reh sah das Eichhörnchen an, das Eichhörnchen sah die beiden Kaninchen an, die beiden Kaninchen sahen den Hirsch an, der Hirsch sah den Specht an und der Specht sah schließlich die Wildkatze an. Daraufhin sahen alle Tiere die Wildkatze an. Die Wildkatze hörte auf, sich zu putzen und würgte eine letzte Fellkugel hoch, bevor sie zu den anderen Tieren sah.

"Was seht ihr mich so an?", maunzte sie und sah dann zu Felix Fuchs. "Ich sags ja schon ... " Sie versuchte, elegant von dem Baumstumpf zu springen, doch als sie auf dem Boden aufkam, verhedderten sich ihre Beine in ihrem langen Pelz und sie machte einen Purzelbaum auf der Erde. Leise fauchend richtete sie sich wieder auf und ging dann, als sei nichts gewesen, auf Felix zu.

"Ich hab so ein Mädchen gesehen! Der Diener der Hexe hat sie hierher gebracht. Die Hexe hat sie entführen lassen. Die Hexe mit dem Langen Haar."

"Die Hexe mit dem Langen Haar? Warum ist in diesem Wald eigentlich alles so haarig?", fragte Felix, der sich sehr darüber wunderte.

Nun sprach der Dachs wieder. "Das weiß keiner. Seit fünfzig Jahren ist es hier schon so. Damals hatten wir plötzlich alle ganz langes Fell, und die Bäume hatten auch ein Fell. Keiner weiß, warum."

Auch das überraschte Felix sehr. "Seit fünfzig Jahren? Ich habe noch nie ein Tier gesehen, das fünfzig Jahre lang gelebt hat!"

Die Wildkatze schnurrte leise. "Wir sind ja auch keine normalen Tiere. Wir waren vorher schon was Besonderes. Magische Tiere. Deshalb nennt ihr Menschen das hier ja den Magischen Wald. Warum sonst können wir sprechen?"

Felix überlegte kurz. Ja, es stimmte schon, normale Tiere konnten nicht sprechen. Aber diese Tiere hier sprachen. Also mussten es Zaubertiere sein.

"Und wenn diese Hexe mit den Langen Haaren das Mädchen hierher hat bringen lassen, wo ist sie dann jetzt?", fragte er die Zaubertiere.

Die Wildkatze legte den Kopf nachdenklich zur Seite. "Ich weiß es nicht. Aber wenn du sie finden willst, dann solltest du versuchen, ein paar von den Haaren der Hexe zu bekommen - damit kann man jeden finden, den man finden möchte."

"Und wie komme ich an die Haare der Hexe?", fragte Felix weiter.

Die Wildkatze sah den Dachs an, der Dachs sah den Hirsch an und so weiter, bis schließlich alle Tiere das Eichhörnchen ansahen. Das Eichhörnchen hatte seine Nuss inzwischen aufgehoben und knabberte wieder daran, hörte aber damit auf, als die anderen zu ihm sahen, und sah selbst zu Felix Fuchs.

"Du wirst es ihr wohl ausreißen müssen ... Aber das ist gefährlich, wenn sie dich in ihrer Höhle nämlich entdeckt, verwandelt sie dich in eine Wollmaus oder so was ... Aber du hast eigentlich keine andere Wahl, es wäre nur Zeitverschwendung, wenn du das Mädchen hier überall suchen würdest. Finden wirst du sie so als normaler Mensch nämlich nicht. Man könnte die Haare auch mit einer magischen Obsidianschere abschneiden ... Aber von denen gibt's nur noch ganz wenige auf der Welt. Andere Materialien schneiden kein Hexenhaar."

Bei dem Wort ‚Obsidian' sah Felix das Eichhörnchen ein wenig überrascht an. War Obsidian nicht dieser schwarze, glänzende Edelstein? Er kramte kurz in der Tasche seiner Jacke und zog dann die gravierte, schwarz glänzende Schere heraus, die er von dem alten Mann mit dem Kartoffelsack bekommen hatte.

"Kann es sein, dass das hier so eine Obsidianschere ist?", fragte er das Eichhörnchen.

Das Eichhörnchen legte die Nuss zu Boden und lief zu ihm, kletterte an seinem Hosenbein hinauf zu seinem Arm und kletterte den Arm entlang zu seiner Hand, wo er die Schere hielt. Dann betrachtete es die Schere und berührte sie mit seinen kleinen, pelzigen Pfötchen.

"Ja, das ist eine Obsidianschere!", sagte es erstaunt und sah Felix Fuchs wieder an. "Wo hast du die her?"

"Von einem alten Mann, dem ich geholfen habe", sagte Felix Fuchs.

Das Eichhörnchen legte seine pelzige Stirn in Falten. "Komisch ... Aber auch egal, damit solltest du die Haare der Hexe auf jeden Fall abschneiden können. Sie sind lang genug, dass du ihr nicht zu nahe kommen brauchst, um das zu tun ... Die Höhle befindet sich tief im Wald, der Specht kann dich hinbringen. Aber es ist trotzdem gefährlich, trotz der Schere. Die Hexe ist immerhin immer noch eine Hexe."

Einige Zeit später hatte Felix mit der Führung des Spechtes sein Ziel erreicht. Er stand vor dem Eingang zu einer Mine, in der irgendwann in der Vergangenheit vielleicht irgendein Metall abgebaut worden war. Der Eingang war klein und halb verschüttet, doch nach innen schien die Mine breiter und höher zu werden. Kurz sah sich Felix Fuchs noch einmal nach dem Specht um, der sich auf den Ast eines Baumes gesetzt hatte, nachdem er ihn hier her geführt hatte.

"Und du willst da wirklich rein?", fragte ihn der Specht.

Felix nickte. "Ja, ich muss da rein, um die Prinzessin zu finden. Das hat die Wildkatze doch gesagt."

Der Specht nickte, wobei ihm seine langen Schopffedern vor den Schnabel fielen. Um sie wieder hinter sich zu bekommen, schüttelte der Specht den Kopf.

"Na dann ... Hals- und Beinbruch, Mensch!", rief der Specht noch einmal, ehe er wieder davonflog.

Felix Fuchs trat an den Eingang der Mine. Kurz zögerte er, denn in der Mine schien es sehr dunkel zu sein, und er dachte sich, in der Dunkelheit würde er die Hexe niemals finden. Vielleicht würde er sich verirren und nie wieder herauskommen. Aber er musste hinein ... Er hatte ja gar keine andere Wahl. Wie sollte er sonst die Prinzessin finden?

Also betrat er die Mine und folgte ihr. Die Mine führte sehr, sehr tief unter die Erde, dann war der Boden auf einmal gerade, nicht mehr steil, und Felix konnte am Ende der Dunkelheit ein oranges Licht sehen, so orange wie das Licht von Feuer. Und tatsächlich steckten wenige Meter weiter brennende Fackeln in der Wand, die die Mine erhellten.

Felix folgte dem beleuchteten Tunnel weiter, bis er auf einmal etwas Merkwürdiges am Boden liegen sah. Es sah aus wie die Spitze einer Haarsträhne, von der Farbe dunklen Weines. Die Haarsträhne war so lang, dass sie hinter der nächsten Biegung verschwand. Er folgte der Haarsträhne weiter in die Mine hinein. Doch je weiter er ihr folgte, umso weniger schien ein Ende der Strähne in Sicht zu sein. Je tiefer er in die Mine kam, desto breiter wurde die Strähne.

Doch dann, nachdem er sicherlich hundert Meter gegangen war, kam er in eine große Höhle. In der Mitte der Höhle saß eine Frau an einem Spinnrad, und aus ihrem Kopf wuchs das rote Haar, dem Felix bis hierher gefolgt war. Es war zweimal um ihre Schultern gewickelt und lag überall in der Höhle herum. Was Felix dort in der Höhle sah und was er bereits in der Mine gesehen hatte, musste zusammengenommen mindestens dreihundert Meter Haar sein!

Nachdem er die erste Verwirrung über so viel Haar überwunden hatte, sah sich Felix die Frau genauer an. Er stand hinter einem Vorsprung in der Minenwand, deshalb konnte sie ihn nicht sehen, doch er konnte sie beobachten. Sie hatte graue Haut, einen faltigen Mund, zusammengekniffene Augen und ihre Stirn hatte sie auch in Falten gelegt. Außerdem hatte sie einen Buckel und die Hände, mit denen sie das Spinnrad bediente, waren abgemagert und voller Narben.

Felix wandte sich nun dem Spinnrad zu. Er hatte die klappernden Geräusche bereits in der Mine gehört, hatte sich aber nicht vorstellen können, von was diese Geräusche kamen. Und jetzt fragte er sich, was diese Frau eigentlich spann. Und er sah, dass sie ihr eigenes Haar mit dem Spinnrad zu einem dunkelroten Faden spann. Dieser Faden lag, um die Beine der Frau herum, auf dem Boden und war bereits so lang, dass man die Beine nicht mehr sehen konnte.

Felix war sich sicher, dass er die Hexe mit dem Langen Haar gefunden hatte, von der die Tiere gesprochen hatten. Der Name passte zu ihr, das musste er wirklich sagen. Also brauchte er nur eine Strähne ihres Haares abzuschneiden und er könnte die Prinzessin finden ... Mit diesem Wissen ging er durch die Mine zurück, bis zu der Stelle, an der er die Spitze der Haarsträhne gefunden hatte, und nahm die Obsidianschere aus seiner Tasche. Dann kniete er sich hin, nahm er vorsichtig die Strähne in die Hand und schnitt ein Stück davon ab.

Gerade, als er es abgeschnitten hatte, hörte er auf einmal schreckliches Gebrüll aus Richtung der Höhle und der Rest der Strähne, der noch auf dem Boden lag, begann zu vibrieren. Schnell sprang Felix auf und rannte los in Richtung Minenausgang, doch hinter ihm erhob sich die Strähne auf einmal wie eine wütende Schlange und schoss auf ihn zu. Als sie versuchte, ihn einzuwickeln, konnte er gerade noch ausweichen. Die Hexe musste ihn wohl bemerkt haben und jetzt ihr Haar mit Magie als Waffe einsetzen. Doch Felix Fuchs hatte schnelle Beine und schaffte es so, der Mine zu entkommen, ehe das Haar, das hinter ihm herschlängelte, ihn zu fassen bekam. Er rannte durch den Wald, immer weiter, in Richtung der Lichtung, auf der er die Tiere getroffen hatte, doch nach einiger Zeit konnte er nicht mehr rennen und blieb stehen. Als er sich umsah, ob die Haare immer noch hinter ihm her waren, sah er nichts. Das musste wohl heißen, dass er entkommen war ... Er zog die Haarsträhne, die er abgeschnitten hatte, aus seiner Jackentasche und sah sie sich an. Sie bewegte sich ein wenig, wurde aber bald schon ruhiger und lag schließlich wie ein Bündel von ganz normalen Haaren in seiner Hand.

Er lief zurück zur Lichtung, denn er wusste nicht, was er nun mit den Haaren tun sollte, um die Prinzessin zu finden. Als er dort angekommen war, zeigte er den Tieren die Haarsträhne.

"Hier, wie ihr gesagt habt, das Haar der Hexe. Aber wie kann ich damit das Mädchen finden, das ich suche?", fragte er.

Alle Tiere sahen zu dem Reh.

"Du musst es nur zu einem Zopf flechten und dir aus ganzem Herzen wünschen, den Menschen, den du suchst, endlich zu finden", sagte das Reh.

Felix Fuchs nickte und flocht die Haare zu einem Zopf. Dann schloss er die Augen, hielt den Zopf fest in seiner Hand und wünschte sich aus ganzem Herzen, bei Prinzessin Isabelle zu sein. Als er die Augen wieder aufmachte, bewegte sich das Haar wieder und begann plötzlich zu wachsen. Der Zopf wuchs und wuchs und wuchs, bevor er sich plötzlich um Felix' Handgelenk wickelte und ihn in den Wald zog. Die beiden Kaninchen folgten ihm.

Nachdem er viele Minuten durch den Wald gelaufen war, hörte der Zopf plötzlich auf, ihn zu ziehen, und fiel zu Boden, als wäre es ein ganz gewöhnlicher Haarzopf.

Felix Fuchs sah sich um. Er stand mitten im Wald, er konnte an dieser Stelle nichts Besonderes erkennen. Da war bloß eine kleine Lichtung, wie es so viele in diesem Wald gab. Doch auf einmal öffnete sich im Waldboden eine Falltür, einige Meter von ihm entfernt. Schnell versteckte sich Felix hinter einem Baum und beobachtete, wie ein Mann durch die Falltür heraufstieg. Zumindest schien es ein Mann zu sein. Genau sagen konnte Felix es aber nicht, denn er hatte einen dicken Pelz am ganzen Körper und in seinem ganzen Gesicht. Sogar seine Handflächen waren behaart. Nur seine Augen stachen unter dem dunkelbraunen Fell hervor. Er trug zwar menschliche Kleidung, doch diese Kleidung war zerrissen und dreckig. Der Mann sah sich kurz um, dann schloss er die Falltür und ging davor auf und ab.

"Das ist der Diener der Hexe!", flüsterte eines der Kaninchen ihm zu.

"Dann ist unter dieser Falltür bestimmt das Mädchen, dass du suchst", sagte das andere.

"Wir werden ihn ablenken!", meinte das erste Kaninchen wieder.

"Ja, dann kannst du sie befreien", fügte das zweite hinzu.

Felix sah zu den Kaninchen und nickte.

"Vielen Dank, meine Freunde. Aber passt auf, dass euch nichts passiert!"

Die Kaninchen nickten und hoppelten dann hinter dem Baum hervor. Bei jedem Sprung flog ihr langer Pelz nach oben, und bei jeder Landung fiel er wieder nach unten, so dass die Kaninchen noch mehr wie Pelzknäuel aussahen. Sie hüpften allerdings nicht in Richtung der Falltür, wo der behaarte Mann auf und ab ging, sondern machten einen Bogen um ihn, bis sie schließlich auf der anderen Seite der kleinen Lichtung und ein gutes Stück weiter weg waren. Dann sprangen sie auf einmal auf einen großen, abgefallenen Ast, der so trocken war, dass er laut krachend auseinanderbrach. Der Mann erschreckte sich, als er das hörte, und lief sofort in die Richtung, aus der das Krachen gekommen war. Sobald der Mann im Wald verschwunden war, sprang Felix hinter dem Baum hervor, lief zu der Falltür, öffnete sie und sprang hinein. Nachdem er sich in der Höhle darunter kurz umgesehen hatte, sah er Prinzessin Isabelle in einer Ecke sitzen. Ihre Beine waren mit denselben roten Fäden gefesselt, die Felix in der Höhle der Hexe gesehen hatte, die Fäden, die sie aus ihren Haaren spann. Außerdem war an den Beinfesseln noch zusätzlich einer von diesen Fäden befestigt, dessen anderes Ende an einen Eisenring geknotet war, der an der Wand der Höhle hing.

Felix Fuchs lief zu Prinzessin Isabelle, die tief und fest schlief, und versuchte, sie wachzurütteln, doch es gelang ihm nicht. Er versuchte, ihr die Fesseln abzunehmen, doch auch das konnte er nicht. Er schaffte es auch nicht, den Knoten an dem Ring zu lösen, denn immer, wenn er dachte, er hätte es geschafft, knotete sich der Faden erneut um den Eisenring.

Felix wusste nicht, wie lange die Kaninchen den Mann ablenken konnten. Er musste die Prinzessin schnell befreien, aufwecken und mit ihr aus dieser Höhle fliehen.

Da kam ihm plötzlich die rettende Idee. Schnell zog er die schwarze Schere aus seiner Tasche und schnitt damit die Fesseln durch, die Prinzessin Isabelles Beine fesselten. Der magische Faden fiel auf den Boden, nachdem er zerschnitten worden war, und löste sich der Länge nach in Rauch auf. Als das letzte Stückchen des Fadens verschwunden war, schlug Prinzessin Isabelle die Augen auf und sah Felix Fuchs erst ein wenig verwundert an, ehe sie ihn freudig umarmte.

"Du hast mich gerettet! Vielen Dank!", sagte sie.

Nachdem sie zusammen aus der Höhle geflohen waren und in Richtung Waldrand liefen, blieb die Prinzessin auf einmal stehen.

"Wir können noch nicht gehen!", sagte sie.

"Was?" Felix blieb ebenfalls stehen und sah zu der Prinzessin.

"Kurz bevor ich eingeschlafen bin, hat der Mann mit den vielen Haaren mir gesagt, dass es ihm Leid tut, dass er mich entführen musste. Aber nur so könnten er und seine Liebste von dem Fluch befreit werden. Er sagte, ein Wildschwein hätte sie verflucht, vor fünfzig Jahren", erzählte Prinzessin Isabelle.

"Ein Wildschwein?", fragte Felix. "Wenn du sie wirklich retten willst, den Mann und seine Liebste, dann sollten wir vielleicht die Tiere fragen, ob sie etwas über dieses Wildschwein wissen."

Also gingen sie zurück auf die Lichtung, auf der Felix die Tiere getroffen hatte. Die Prinzessin wurde dort von allen freundlich empfangen und alle Tiere fragten sie, ob es ihr denn gut gehe.

Die Prinzessin meinte, sie sei noch ein wenig müde, aber es gehe ihr gut, jetzt, wo sie wieder frei war. Als sie sie nach dem Wildschwein fragte, sahen sich die Tiere wieder alle gegenseitig an, ehe schließlich der Hirsch sagte: "Ich denke, ich weiß, wen du meinst ... Ich habe das Wildschwein schon lange nicht mehr gesehen, aber ich weiß, wo es ist. Ich bringe euch zu ihm, wenn ihr wollt."

Und er ließ Felix und Prinzessin Isabelle auf seinen Rücken steigen und lief so schnell durch den Wald, dass er kaum auf den Boden aufkam und somit auch kein einziges Mal über sein langes Fell stolperte.

Nachdem sie auf dem Hirsch eine Weile durch den Wald geritten waren, kamen sie zu einer großen, haarigen Eiche, unter deren Wurzeln ein Loch in der Erde zu sehen war. Der Hirsch rief nach dem Wildschwein und ließ die beiden Menschen absteigen. Kurz nachdem sie wieder sicheren Boden unter den Füßen hatten, kam plötzlich ein großes, starkes Wildschwein mit kurzen, braunen Borsten aus dem Loch in der Erde. Es war so groß wie der Hirsch und dreimal so breit. Seine Hauer waren so lang wie Felix Fuchs' Arme.

Das Wildschwein grunzte leise und sah die drei misstrauisch an.

"Was wollt ihr von mir?", fragte es unfreundlich und grunzte noch einmal.

Prinzessin Isabelle trat einen Schritt vor.

"Liebes Wildschwein, der Mann mit den vielen Haaren sagte mir, du hättest ihn und seine Liebste verflucht. Warum hast du das getan? Kannst du den Fluch nicht wieder rückgängig machen?"

Das Wildschwein sah die liebliche Prinzessin kurz an, ehe es den Kopf schüttelte.

"Vor fünfzig Jahren haben mich die Zauberin dieses Waldes und ihr Geliebter verspottet, weil ich so hässliche, kurze Borsten habe. Die Zauberin hat mit ihrem wunderschönen, roten Haar geprahlt. Ich habe sie für ihre Eitelkeit bestraft und den ganzen Wald mit einem Fluch belegt, so dass aus dem Magischen Wald der Haarige Wald wurde. Die Zauberin habe ich dazu verdammt, in alle Ewigkeit an ihrem Spinnrad zu sitzen und ihr Haar, das Tag für Tag immer länger wird, zu Fäden zu spinnen. Ihrem Geliebten habe ich einen kleinen Teil seiner Zauberkraft gelassen, doch ich habe seinen Körper hässlich gemacht und ihm ein dickes Fell gegeben. Die Zauberin kann nur dann zu spinnen aufhören, wenn sie ein reines Wesen mit noch schönerem Haar als ihrem findet, das für sie in der Höhle weiterspinnt."

Nun wussten sie auch, warum die Hexe die Prinzessin entführen ließ: Sie hatte das schönste, goldenste Haar im ganzen Reich und in allen Nachbarländern.

"Ich verstehe ja, dass es dich gekränkt hat, dass die Zauberin sich über dich lustig gemacht hat, aber denkst du nicht, dass fünfzig Jahre genug Zeit waren, damit sie ihren Fehler erkennt und ihn bereut? Ich bin mir sicher, wenn du den Fluch aufhebst, wird sie sich bei dir entschuldigen und nie wieder etwas Böses wegen deinem Aussehen sagen. Außerdem leiden auch alle anderen Tiere unter deinem Fluch", sagte Felix Fuchs.

Das Wildschwein sah ihn an. "Hm ... Vielleicht hast du ja wirklich Recht. Fünfzig Jahre sind eine lange Zeit, selbst für magische Wesen wie uns."

Kurz dachte das Wildschwein nach.

"Bitte bitte, liebes Wildschwein!", bat die Prinzessin.

Das Wildschwein sah die Prinzessin kurz an und nickte dann. "Na gut. Ich hatte sowieso schon lange vor, den Fluch zurückzunehmen, aber es gibt ein Problem ... Ich brauche dafür zwei Haarsträhnen von zwei mutigen jungen Menschen mit reinen Herzen. Wenn ihr beide bereit seid, jeweils eine Strähne eurer Haare zu opfern, dann wird es kaum ein Problem für mich sein, den Fluch aufzuheben."

So schnitten sich die Prinzessin und Felix jeweils eine Haarsträhne ab und legten sie zusammen, wie das Wildschwein es ihnen sagte. Als sie die beiden Strähnen zusammen auf die Erde gelegt hatte, verflochten sie sich auf einmal, die feuerrote und die goldblonde Strähne, und begannen zu leuchten. Das Leuchten wurde so hell, dass sie für einen kurzen Augenblick nichts sehen konnten, doch als sich die Helligkeit wieder legte, hatte die Eiche keine Haare mehr, und der Hirsch hatte ganz normales Fell. Außerdem standen nun noch zwei Personen auf der Lichtung. Eine wunderschöne Frau mit weißer Haut und weinrotem Haar, und ein junger Mann mit schulterlangem, braunen Haar und einem schönen Gesicht. Die beiden hielten sich an den Händen und traten auf das Wildschwein zu, vor dem sie auf die Knie gingen und sich verbeugten.

"Verzeih uns, dass wir dich beleidigt haben", sagte die Frau. "Es lag nicht in unserer Absicht ... Wir wussten damals nicht, dass wir dich damit verletzen, aber wir werden es niemals wieder tun."

Da erkannte Felix in der wunderschönen Frau die Hexe, auch wenn nun der Buckel weg war, ihr Gesicht um hundert Jahre jünger zu sein schien und ihre Hände schön und zart waren. Und an den Augen des Mannes erkannte er, dass es der Diener der Hexe war, der Mann, der die Falltüre bewacht hatte. Aber auch an jemand anderen erinnerten ihn diese Augen ... Nur konnte er sich im Moment nicht erinnern, an wen.

Das Wildschwein verzieh der Zauberin und ihrem Geliebten, und beide richteten sich wieder auf. Da sah der Mann zu Felix und lächelte.

"Ich denke, es ist an der Zeit, dass du mir das zurückgibst, was ich dir einst gegeben habe, denn sein Zweck ist erfüllt, Junge", sagte er. Da erkannte Felix, dass der Mann dieselben Augen wie der alte Mann hatte, dem er auf seinem Weg in den Wald geholfen hatte. Und auch der Kohlensack stand nun neben ihm. Felix griff in seine Tasche und gab ihm die Obsidianschere wieder, die er ihm damals geschenkt hatte.

"Vielen Dank für alles", sagte die Hexe, die eigentlich die gute Zauberin des Waldes war, die vor fünfzig Jahren das Wildschwein verärgerte und deshalb für so lange Zeit verflucht war.

"Wir werden euch niemals vergessen, was ihr für uns getan habt. Und es tut mir wirklich sehr Leid, dass ich dich entführt habe, schöne Prinzessin."

Da traten plötzlich von allen Seiten der Lichtung die Männer zu ihnen, die sich aufgemacht hatten, die Prinzessin zu suchen, und nicht mehr zurückgekommen waren.

"Sie alle hatte ich in Tiere verwandelt", sagte die Zauberin. "Durch den Fluch konnte ich nicht mehr Richtig von Falsch unterscheiden. Doch nun sollen sie mit euch zurück ins Menschenreich gehen."

Und das taten sie auch.

Und als Felix Fuchs Prinzessin Isabelle wieder zu ihren Eltern brachte, da waren alle Menschen des Reiches überglücklich und sogleich wurde eine Hochzeit gehalten, um Felix und die Prinzessin zu vermählen. Und es war die schönste und die größte Hochzeit, die das Reich jemals gesehen hatte. Sie feierten sieben Tage und sieben Nächte lang, und danach regierte König Felix mit Isabelle an seiner Seite über das ganze Königreich, das nie schönere Tage gesehen hatte, als unter seiner Herrschaft. Und auch die Bewohner des Magischen Waldes erlebten ein Zeitalter des Friedens und der Harmonie, denn die Zauberin, ihr Geliebter und das Wildschwein arbeiteten alle zusammen, um aus dem Wald ein wahres Paradies für all seine Bewohner zu machen.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors.

Eingereicht am
26. Dezember 2007

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