Haarige Geschichten
Kurzgeschichte - Haar, Haare, Frisur, Friseur, Haarfarben, blond, Blondine, Rothaarige, Glatze, Haarausfall, Bart, Rasur, Zöpfe, Locken, Dauerwellen ...

Unser Buchtipp

Abenteuer im Frisiersalon

Abenteuer im Frisiersalon
Hrsg. Ronald Henss
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-9809336-0-5

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Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors.

Newsletter zur Fellpflege

© Samantha Andrittle

Hallo meine lieben Mitgefangenen! Hier ist er nun: unser neuer Newsletter. Wie versprochen behandeln wir diesen Monat das Thema Fellpflege.

Ich hoffe, ihr alle könnt den Newsletter nun ohne Probleme lesen. An dieser Stelle möchte ich Konradin noch mal recht herzlich danken für die ausführliche Anleitung zum Starten passwortgesicherter Computer. Mir persönlich hast du damit sehr geholfen. Wer diese Anleitung noch nicht hat, wendet sich bitte direkt an Konradin, seine E-Mail-Adresse habt ihr bestimmt. Wenn nicht, meldet euch bei mir oder hinterlasst eine Markierung beim Tierarzt, wir antworten dann umgehend.

Karla, ich hoffe dein Besitzer hat nun wieder eine anständige Tastatur? Wessen Besitzer auch so eine Mini-Tastatur hat, kann sich von Karla eine Anleitung zur Zerstörung dieser geben lassen. Es gibt bestimmte Stellen, wenn man da mit der Kralle rankommt ist die Tastatur hinüber und es kommt wieder eine mit schön großen Tasten her. Als ob es nicht umständlich genug wäre, dass man jeden Buchstaben einzeln drücken muss, da möchte man wenigsten Platz auf der Taste haben!

Nun zum Thema. Als Wohnungskatze hat man es ja, wie wir alle aus leidvoller Erfahrung wissen, sehr schwer, sein Fell ordentlich in Schuss zu halten und in vollem Glanz zu erstrahlen. Dieser Newsletter kann auch nur Tipps geben, die man dann je nach individueller Situation abwandeln müsste.

Die grundlegende Fellpflege kann jede von uns selbst durchführen. Dazu wird das Fell mit der Zunge gekämmt und gleichzeitig gepflegt. Kleine Knoten werden aufgeknabbert und dann wird so lange geleckt bis die Stelle wieder wunderbar glatt ist.

Leider glauben unsere Dosenöffner, sie müssten uns regelmäßig baden. Als wären wir unsaubere und stinkende Köter. Es ist eine absolute Beleidigung, uns mit diesen niederen Tieren zu vergleichen, aber die Menschen lernen nun mal nur sehr langsam. Das einzige Mittel, diese Tortur zu vermeiden, ist, einen kräftigen Kratzer im Gesicht des Menschen zu platzieren. Andere unauffälligere Mittel helfen leider nicht. Subtile Anspielungen verstehen die Herrchen und Frauchen selten. Sollte sich ein Bad überhaupt nicht vermeiden lassen müsst ihr danach eine sehr gründliche Fellpflege vornehmen und gleich mehrmals über jede Stelle lecken. Sonst wird euer Fell stumpf und unansehnlich! Und es zeigt den Menschen auch gleich, dass dieser Aufwand völlig umsonst war.

Sie glauben nämlich, unser Speichel ist so unsauber wie ihr eigener. Das ist ein absoluter Irrtum. Wir Katzen sind da die größten und leider auch unbekanntesten Naturschützer. Wir verbrauchen weder Wasser noch Chemikalien und sind trotzdem immer die saubersten Tiere.

Ein weiterer Problempunkt ist die Pflege der sogenannten Schamzone direkt unterm Schwanz. Diese Pflege solltet ihr nur an einem versteckten Ort oder in der Abwesenheit der Dosenöffner durchführen. Denn das verstehen sie nun überhaupt nicht und es können deftige Ausdrücke oder gar der Versuch euch die Zähne putzen zu wollen folgen. Ich persönlich bin ja der Auffassung, dass da Neid dahinter steckt. Einige Menschen haben an ähnlicher Stelle auch Behaarung, können diese aber nicht so reinigen. Also gönnen sie uns das Vergnügen auch nicht.

Auch bei der Wahl der Bürsten haben die Menschen leider oft eine unglückliche Hand. Mit einer richtigen Bürste ist das Gebürstetwerden eine wahre Wonne! Das könnten sie ruhig öfter machen. Wenn eure Menschen die falsche Bürste haben, hilft nur die Flucht. Ihr solltet dann versuchen, diese Bürste zu zerstören. Dafür haben wir schließlich Krallen und Zähne! Nach vielen Versuchen wird der Dosenöffner dann die richtige Bürste anbringen. Aber ich warne euch gleich, das kann ganz schön dauern.

Unser Fell kann auch eine wunderbare Waffe sein. Wenn ihr zu den Unglücklichen gehört, die nicht gebührend gestreichelt und beachtet werden, lasst die Fellpflege mal ein, zwei Tage ausfallen und reibt euch dann an eurem Menschen. Am besten wenn er oder sie schwarze Kleidung trägt. Habt ihr das ein paar Mal gemacht, fällt auch dem dümmsten Menschen ein, dass er euch mal bürsten könnte!

Wenn wir den Menschen auch so gut gefallen, dass sie uns in ihren Behausungen gefangen halten, unser Fell mögen sie nicht besonders. Ständig holen sie diesen jaulenden Staubsauger raus und saugen alles weg. Dabei beschränken sie sich nicht nur auf ihre Plätze, nein, auch unsere Schlafplätze werden regelmäßig gereinigt. Da hat man sich die Arbeit gemacht, diesen mit altem Fell warm und kuschelig zu machen, schon kommt dieser blöde Staubsauger! Oder sie werfen gar die Decken und Kissen in die Waschmaschine und versauen die Sachen ganz! Diesen chemischen Geruch wieder zu überdecken dauert Monate!

Überhaupt der Staubsauger! Hat einer von euch Menschen einen, der euch nicht in den Ohren weh tut? So dass euch fast die Schädeldecke abspringt? Mein Mensch glaubt doch tatsächlich, ich hätte Angst vor dem Teil! Dabei habe ich als wahre Katze vor rein gar nichts Angst. Es ist nur der Krach den dieses Ding macht, den ich nicht ertragen kann! Rommy hat den Vorschlag gemacht, durch die Lüftungsschlitze in das Gerät zu pinkeln. Macht das bloß nicht, wenn der Stecker drin ist! Das ist lebensgefährlich! Aber er ist dann auf jeden Fall hinüber! Allerdings kann das auch nach hinten losgehen. Die Menschen besorgen innerhalb kürzester Zeit einen Ersatz. Diese Geräte kosten unverständlicherweise viel Geld. Manchmal sparen sie das dann am Futter wieder ein. Überlegt euch also gut, ob sich der Aufwand lohnt!

Sollte euer Mensch gar der Meinung sein, er müsse euch pudern mit Trockenshampoo oder Flohmittelchen, hilft auch nur Flucht und Abwehr mit allen Waffen die euch zur Verfügung stehen. Dieses feine Zeug wieder aus dem Fell zu bürsten dauert Jahre und es schmeckt absolut widerlich! Ganz zu schweigen von den gesundheitlichen Gefahren, die das mit sich bringt. Mit Flöhen werden wir selbst fertig, wir sind schließlich die gefürchtetsten Jäger im Haustierreich! Sollten euch solche Biester plagen, verkneift euch das Kratzen in Anwesenheit der Menschen!

Mein Mitleid gilt ganz besonders den langhaarigen unter euch. Das Frühjahr steht vor der Tür und eure Menschen, wie meiner, werden sicherlich bald mit dem Scheren beginnen. Dabei geht der wetterbedingte Haarausfall auch wieder vorbei! Da bin ich doch ganz froh, eine Wohnungskatze zu sein. Alleine die Vorstellung, ich müsste mich so auf der Straße sehen lassen.... Als Rache lege ich mich dann nur noch auf die warmen Menschen oder in ihr schön warmes Bett. Denn daran, dass ich ganz schön friere, denkt hier keiner! Doch die Oma hat mal dran gedacht und mir einen Pulli gestrickt! Pfui Teufel! Diese kratzige Wolle! Den habe ich im Rekordtempo geschreddert! Jetzt ist die Oma beleidigt, ignoriert mich und wir sind beide glücklich damit!

So, ihr Lieben, damit komme ich zum Schluss des Newsletters. Sollte ich einen Aspekt der Pflege vergessen habe, seht es mir nach.

Im nächsten Newsletter behandeln wir dann das Thema "Felix, die unerträgliche Werbekatze"

Bis dann,
eure Samantha

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors.

Eingereicht am
08. Januar 2008

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Ein haariges Lesevergnügen


Noch mehr haarige Geschichten finden Sie in dem Buch, das aus unserem Wettbewerb "Abenteuer im Frisiersalon" hervorgegangen ist.

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