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Abschied

© Alexander Hums


Gestern war ein alptraumhafter Tag gewesen. Er hätte viel darum gegeben, wenn es nur ein Alptraum gewesen wäre. Aber das konnte es nicht sein, denn sonst wäre er schon längst aufgewacht. Genauer gesagt war nicht nur der gestrige Tag furchtbar gewesen, sondern auch der jetzige Moment war schrecklich. Im Augenblick stand er einfach nur da an diesem frühen, sonnigen Oktobermorgen. Er trug seinen Rucksack über dem Rücken, atmete in kurzen und flachen Atemzügen die vom intensiven Regen der vergangenen Nacht feuchte Luft ein und war wie gelähmt. Unschlüssig, einen Schritt nach vorne zu machen. Da war diese Mauer.
Glauben konnte er es bis jetzt immer noch nicht, obwohl der Kleine tot war, für immer ausgelöscht wie ein kleines Feuer durch einen Eimer kalten Wassers. Auch, nachdem er ihn fast zehn Minuten mit Tränen in den Augen angesehen hatte, wie er tot am Boden seines Käfigs lag, war es unmöglich für ihn, sich zu überzeugen, dass sein ehemaliger Freund sein Leben zu Ende gelebt hatte. Aufgehört hatte, sein Freund zu sein. Peters Augen hatten gesehen, aber sein Verstand hatte hinterhergehinkt wie ein alter, gebrechlicher Greis. Er konnte es nicht fassen so wie jemand, der seit zwanzig Jahren Lotto spielt, erst einmal realisieren muss, dass er den Jackpot mit sechs Richtigen ausgeräumt hat. Peter hatte ihn sogar mehrmals mit dem Zeigefinger angestupst. Gehofft, er würde dadurch aufwachen aus seinem, wie er sich in Gedanken einredete, tiefen Schlaf und seine kleinen Vogelaugen öffnen. Aber das passierte natürlich nicht. Der Kleine hatte sich nicht mehr gerührt und jetzt hätte nur noch ein Wunder helfen können, aber Wunder gab es auf dieser Welt nicht. Kleine Wunder, die streng genommen eigentlich keine waren, gab es durchaus, aber um Sammy wieder lebendig werden zu lassen, hätten diese Art von Wunder nicht ausgereicht. Trotzdem hatte Peter bitte lieber Gott, mach das er wieder atmet gedacht. Mach, dass er wieder einen seiner kleinen Flügel bewegt oder sonst ein Lebenszeichen von sich gibt. Lieber Gott, ich verspreche dir auch, dass ich jeden Sonntag brav und artig in die Kirche gehe. Wenn du ihn mir wieder zurückgibst, verspreche ich dir sogar, dass ich auch die Abendmesse samstags besuche. Dabei hatte er mit feuchten und geröteten Augen nach oben zur weißen Decke der Küche geblickt, die kalten Hände gefaltet und sein flehender Blick hätte das Herz eines jeden Menschen zum Schmelzen bringen können. Aber nicht Gottes Herz, wenn er denn eins hatte und überhaupt zuhörte.
Der kleine Vogel regte sich kein bisschen mehr, weil Gott es so wollte und schlief den ewigen Schlaf der Toten.
Nie wieder würde er Peter sanft des Morgens mit seiner lauten und schrillen Vogelstimme wecken, wenn die ersten Sonnenstrahlen durch die Ritzen der Jalousie fielen. Nie wieder würde er ihm die schwarzweißen, großen Futterkerne, die Peter ihm manchmal an die Gitterstäbe des Käfigs gehalten hatte, mit seinem Schnabel aus Daumen und Zeigefinger entreißen, um sie dann zu knacken und das Innere genüsslich zu fressen. Nie wieder würde er ihn mit seinen sympathischen Vogelaugen anblicken, die oft nachdenklich gewirkt hatten und eine eigene Geschichte zu erzählen hatten. Eine Geschichte, die Peter nie erfahren hatte. Eine Geschichte, die der Kleine mit in sein Grab genommen hatte. Das Alles war für immer vorbei.
Jetzt stand Peter mit dem blauen Rucksack in der Nähe des Waldes. Den Rucksack hatten ihm seine Eltern zum letzten Weihnachten geschenkt. Er war groß und geräumig und es passten jede Menge Bücher und Hefte hinein. Dieser Vorteil barg jedoch den Nachteil, dass das Ding dann verdammt schwer wurde und wenn Peter an manchen Schultagen verschwitzt und müde nach Hause kam und sich das schwere Ungetüm abstreifte, fühlte er sich unendlich erleichtert.
Der Junge hatte den Rucksack vorher gründlich entleert und die Schulsachen lagen nun auf dem Boden seines Kinderzimmers verstreut. Als Gepäck führte er unter anderem eine aus Holz gebastelte kleine Kiste mit. Er hatte sie damals im Werkunterricht in der Grundschule angefertigt und seitdem war sie auf einem Regal über seinem Bett gestanden. Er hatte eigentlich nie gewusst, für was so ein Ding gut sein konnte, außer das man es irgendwo hinstellen konnte so wie man ein Bild an die Wand hängt, so dass es jeder sehen kann. Bis gestern. Gestern Abend hatte er, nachdem er wieder einigermaßen klar denken konnte, einen Einfall gehabt. Er würde die Kiste als Sarg benutzen und sie zusammen mit dem Kadaver draußen im Wald an einem einsamen Platz vergraben. Aber selbst, als er den Kleinen vorsichtig mit seiner Hand aus dem Käfig herausgehoben, in die kleine Kiste aus Holz hineingelegt hatte und dabei den ungewöhnlich kalten Körper gespürt hatte, hatte er es nicht richtig glauben können. Als würde ich träumen, hatte er gestern gedacht. Wenn es ein Traum ist, dann hoffe ich, dass ich bald aufwachen werde. Die Hoffnung war in dem Moment immer größer geworden wie ein Ballon, den man aufbläst und mit einem Mal war sich Peter völlig sicher gewesen. Er hatte fast gelächelt. Er war wieder in seiner Welt des Wunschdenkens gewesen. Eine Welt, in die er öfters in seinem Leben geflüchtet war so wie man vor einem ungewöhnlich kalten Winternachmittag flieht, indem man nach Hause läuft, um dort vor der voll aufgedrehten Heizung und in dicke Decken gepackt, einen heißen Tee zu genießen. Eine Welt, in der der Himmel immer blau und wolkenlos war, wo es nie Kälte und Dunkelheit gab, wo kein Leid, keine Schmerzen, keine Niederlagen existierten und wohin der Tod nie kommen würde. Sein kleiner Freund konnte unmöglich tot sein und wenn er doch tot war, dann musste es ein Traum sein. Eine Stimme, die er kannte, hatte geflüstert: Alles nur ein Traum. Ja. Ich werde die Augen aufschlagen, feststellen, dass es sieben Uhr morgens ist und dass der kleine Sammy auf seiner Stange sitzt. Lebendig. Und ich werde mich erleichtert wieder umdrehen und mich an die Volksweisheit erinnern, dass wenn jemand im Traum stirbt, man dadurch sein Leben verlängert hat. Glücklich und zufrieden werde ich dann wieder einschlafen.
Aber er war nicht aufgewacht. Immer wieder hatte er sich in den Arm gekniffen, bis er lauter rote Flecken gehabt hatte. Und wehgetan hatte es auch. Leider, denn das bewies die Tatsache, dass es kein Traum war, in dem passieren konnte, was wollte, ohne dass es richtig passierte, sondern kalte, brutale Realität. Realität, die im Herzen so brannte als würde man sich trocken gegen den Strich rasieren.
Er war gestern früh zu Bett gegangen. Niedergeschlagen und voll innerem Schmerz. Zuerst hatte er lange nicht einschlafen können. Immer wieder waren seine Gedanken zu dem Moment zurückgekehrt, als er froher Dinge mittags von der Schule nach Hause gekommen war und dann sein Zimmer betreten hatte, um den Rucksack dort abzustellen. Und wie er dort mit einem Blick zum Käfig nervös festgestellt hatte, dass auf keiner der drei Holzstangen sein Sammy gesessen hatte. Und dann war er misstrauisch immer näher gekommen und zum ersten Mal war ihm aufgefallen, dass er nichts gehört hatte. Kein Pfeifen, kein Trillern, nichts. Nur unheilvolle Stille. Bevor er unmittelbar vor dem Käfig gestanden hatte und den Kadaver sehen sollte, war er schon sicher, dass etwas Schlimmes passiert war. Das Schlimmste, was man sich in dieser Situation nur vorstellen konnte. Dennoch hatte ein Teil seines Verstandes versucht, eine plausible Erklärung dafür zu finden: Vielleicht frisst er gerade am Käfigboden, so dass man ihn durch das dunkle Plastikgehäuse nicht sieht. Er klettert manchmal nach unten und wühlt inmitten der Schalen, seinem Kot und seinen Federn, sucht nach seinen heiß geliebten Körnern, die ihm manchmal aus dem Schnabel und dann hier runter fallen. Für einen Bruchteil hatte ihn das überzeugt, doch dann, als er vor dem Käfig gestanden hatte, hatten ihm seine Augen das gezeigt, was er ein paar Sekunden zuvor gedacht hatte.
Immer wieder hatte sich Peter gestern Nacht, bevor er spät eingeschlafen war, an diese Augenblicke des Tages erinnert. Immer wieder war er von der Schule zurückgekehrt und hatte dann in seinem Kinderzimmer immer wieder feststellen müssen, dass Sammy tot am Boden seines Käfigs kauerte. Die Bilder hatten sich solange wiederholt wie ein Rennauto, das unablässig immer dieselben Runden dreht und Peter hatte gedacht, er würde verrückt werden. Dann war er jedoch müde und immer müder geworden war. Seine Augen waren langsam zugefallen und seine Erinnerungen waren davongeflogen wie Schmetterlinge im Sommer, während es um ihn herum dunkel geworden war. Dann war er eingeschlafen, aber nur kurz, bis er wieder aufgewacht war. Jedes Mal, wenn das passiert war und ihn im nächsten Moment die plötzlichen Erinnerungen des letzten Tages überrollt hatten wie ein Zug, hatte er das Licht anknipsen und wieder in die auf seinem Nachttisch stehende Holzkiste blicken müssen. Wo sein Freund gelegen hatte, der nicht mehr sein Freund war. Öffne doch deine Augen, hatte er gedacht mit müden Augen, die nicht schlafen konnten. Beweg deine Flügel, mach deinen Schnabel auf wie damals, als ich dich gefüttert habe. Tu doch etwas. Doch es war nichts geschehen. Er hatte verzweifelt und müde das Licht ausgeknipst und hatte, schon fast wieder im Halbschlaf, ganz entfernt wahrgenommen, wie draußen der Regen gegen die Jalousie geklopft hatte. Leise, fast zärtlich. Einen kurzen Moment später war er erneut eingedöst, war aber diese Nacht nie ganz in die Tiefen des Schlafs, wo die Träume liegen, vorgedrungen. Wenn er nämlich geträumt hätte, hätte er nur einen einzigen Traum gehabt. Und es wäre ein wunderschöner Traum gewesen.
Das letzte Mal nickte er um kurz vor halb fünf Uhr morgens verzweifelt wieder ein, um eine halbe Stunde später wieder aufzuwachen. Dann, hatte er, mit einem Mal hellwach als hätte er einen Hundertmeterlauf hinter sich gebracht, auf dem Rücken liegend und mit hinter dem Kopf verschränkten Händen und klopfendem Herzen gewartet, bis es hell geworden war. Um sechs Uhr hatte er seine Nachttischlampe endgültig angeknipst, war aufgestanden und hatte, nachdem er die kleine Holzkiste in seinen Rucksack gepackt hatte, die Wohnung ohne Frühstück verlassen.
Jetzt, als Peter einen Katzensprung vom Wald entfernt war, lag der Kleine also ganz kalt und zusammengekrümmt in der Kiste im Rucksack. Die Augen, die Peter an manchen Tagen so aufmerksam und nachdenklich gemustert hatten, wenn dieser sich ganz nah mit seinem Gesicht zum Käfig gewandt hatte, lagen jetzt vertrocknet und leblos in ihren Höhlen und blickten ins Leere. Neben der Holzkiste befanden sich noch eine kleine Kelle sowie zwei einzelne Zweige, die Peter mithilfe einer Schnur zu einem Kreuz zusammengebunden hatte. Die dünnen Zweige hatte er von einem der Äste des großen vor der Küche im Garten stehenden Apfelbaums abgerissen. Die Kelle hatte er aus der Garage seines Vaters, wo noch allerhand Werkzeuge für Garten und Haushalt verstreut auf einem zweistöckigen Regal lagen, das an der Wand lehnte. Die Kelle war zwar zum Graben nicht das Optimale, aber es blieb ihm nichts anderes übrig. Die große Schaufel, die sein Vater für den Garten benutzte und die zusammen mit dem Besen in einer Ecke der Garage stand, wollte Peter nicht mitnehmen, weil er gedacht hatte, es würde komisch aussehen, wenn er mit ihr zusammen durch die meist lebhaften Straßen bis zum Wald ging.
Eine kleine Träne wollte jetzt vergossen werden, aber Peter unterdrückte sie. Er hatte im Augenblick keine Zeit. Er kämpfte mit sich. Auf der einen Seite wollte er es tun. Das tun, wozu er hergekommen war, aber es hielt ihn etwas fest. Er konnte nicht weiter gehen als wären seine Schuhe am Boden festgewachsen. Er kämpfte gegen das Gefühl an, doch etwas Falsches zu tun. Er wollte den Kleinen, seinen Liebling nicht hergeben. Für ihn lebte er immer noch in seiner Welt, wo kleine Vögel nicht starben. Deshalb hatte er das Gefühl, er würde ihn, wenn er sein Vorhaben durchzog, lebendig begraben. Ermorden. Peter schweifte ab und seine Phantasie malte grauenvolle Bilder in seinem Kopf. Innerhalb weniger Augenblicke standen ihm die Haare zu Berge.
Der Kleine wird in dieser engen Kiste unter der Erde die Augen aufschlagen und weiß zuerst gar nicht, wo er ist. Er hat damit gerechnet, in seinem Käfig zu sein, auf seiner Stange zu sitzen. Aber er sieht nur Dunkelheit. Er pfeift, nein er schreit förmlich. Er hat Angst. Er schreit um Hilfe, aber seine Schreie klingen gedämpft in diesem kleinen Sarg unter der Erde. Er hat Angst und schreit immer wieder "Lass mich raus, lass mich raus". Niemand hört ihn an diesem einsamen Waldstück. Auch ich höre ihn nicht mehr, denn ich bin schon längst unterwegs nach Hause und denke, dass ich mein totes Haustier begraben habe. Die Schreie werden immer kläglicher, leiser. Er bekommt da unten keine Luft mehr. Er erstickt. Langsam und qualvoll. Ob ein Vogel genauso leidet wie ein Mensch, wenn…
Er lebt doch nicht mehr, schrie sich Peter auf einmal in Gedanken an. Der realistische Teil in ihm, der gleichzeitig vernünftig und erwachsen war, machte sich Luft. Er ist tot. Willst du ihn daheim aufbewahren und zusehen wie er langsam verwest? Riechen, wie er zu stinken anfängt? Beobachten, wie immer mehr Fliegen von dem Kadaver angezogen werden? Nein, tu was die Vernunft von dir verlangt. Der Kleine hätte es sicher so gewollt. Jeder Mensch und jedes Tier hat das Recht auf eine Bestattung. Und auch Sammy hat das Recht dazu, weil er tot ist, Peter. Er ist tot. Definitiv tot. Mausetot. Also begrab ihn! Und zwar jetzt! Diese selbstbewusste Stimme in ihm überzeugte ihn, weil sie sich richtig anhörte und die unsichtbare Mauer und die Zweifel verschwanden. Er setzte sich langsam in Bewegung und ging in Richtung Wald. Seine Knie knackten ein wenig und jetzt erst merkte er, dass er eine halbe Ewigkeit an diesem Fleck gestanden und überlegt hatte. Fieberhaft mit sich gehadert hatte so wie auf einem Markt lange um den Preis gefeilscht wird. Obwohl er sich jetzt entschieden hatte, sein Vorhaben zu verwirklichen und sich dafür stark gemacht hatte, so glaubte er ganz tief in seinem Inneren immer noch nicht ganz daran, dass sein kleiner Freund seine Äuglein für immer geschlossen hatte. Trotzdem ging er weiter.
Zwei Minuten später befand er sich auf einem Weg, der sich quer durch den Wald zog. Der Boden war etwas schlammig und aufgeweicht, weil es in der Nacht zuvor wie aus Kübeln geregnet hatte. Peter hinterließ hinter sich schlammige Fußspuren. Mit jedem Fuß, den er vor den anderen setzte, ging er tiefer in den Wald, es wurde etwas dunkler und der dortige, für einen Wald typische Geruch wurde intensiver. Es roch nach Blättern, feuchter Erde, Gras, nassem und vom Regen aufgeweichtem Holz. All diese Einzelgerüche passten zusammen, harmonierten wie die Zutaten, aus denen ein guter Kuchen besteht. "Diese Waldluft ist doch unbezahlbar", flüsterte sich Peter zu, während seine Schuhe leicht in der nassen Erde einsanken und bei jedem Schritt ein schmatzendes Geräusch im leicht schlammigen Untergrund verursachten. Er vergaß für kurze Zeit seinen Schmerz und atmete zum ersten Mal seit gestern richtig durch. Zitternd hob und senkte sich sein Brustkorb als er die frische, feuchte Luft tief und langsam inhalierte. Für einen kurzen Augenblick fiel alles Negative von ihm ab, strömte mit dem Atem aus ihm heraus. Ein Radfahrer kam ihm auf dem etwas unebenen und schlammigen Waldweg entgegen und Peter ging etwas beiseite um ihm Platz zu machen. Der andere fuhr sehr schnell, blickte nur stur geradeaus, als hätte er Scheuklappen wie ein Reitpferd. Hat er mich überhaupt gesehen? Ich könnte schwören, er hätte mich zusammengefahren, wenn ich ihm nicht ausgewichen wäre. Aber na ja, egal. Drei Minuten später kreuzte ein Jogger im grauen Trainingsanzug, der im Vorbeilaufen kurz lächelte, seinen Weg. Peter erwiderte den Gruß, indem sich seine Lippen automatisch dehnten, obwohl er es gar nicht wollte, denn ihm war absolut nicht nach Lächeln zumute. Dennoch fühlte es sich gut an und sorgte dafür, dass der Schmerz und die Trauer wieder etwas in den Hintergrund rückten. Doch nach einiger Zeit erstarrte das Lächeln auf seinen Lippen und Peters Gesichtsausdruck wurde wieder ernst, nachdenklich und besorgt. Er kam an eine Weggabelung und nahm die linke Abzweigung, die noch tiefer in den Wald führte. Mit der linken Hand rückte er einen der beiden Tragegurte, der leicht verrutscht war, wieder zurecht. Bei dessen Berührung dachte er sofort wieder an das, was im Rucksack war und eine unsichtbare Hand drückte sein Herz ein klein wenig zusammen. Die Bilder des gestrigen Tages kamen wieder hoch wie schlecht verdautes Essen und seine Augen wurden wieder feucht.
Der Junge ging jetzt schneller.
Vor fünf Minuten, als er wie vor einer Mauer gestanden hatte, wäre er am liebsten umgedreht. Das Tier zu begraben, war für ihn fast so gewesen, als hätte jemand von ihm verlangt, seine Familie zu verraten. Jetzt auf einmal jedoch wollte er genau dieses Begräbnis so schnell wie möglich realisieren und das Ganze zügig hinter sich bringen. Ein Gewicht drückte schwer und erbarmungslos auf seine Brust und er wusste, wenn er mit leerem Rucksack (abgesehen von der Kelle) nach Hause ging, würde er von einer großen Last befreit sein.
Nach ca. 10 Minuten blieb er stehen und sah sich in alle Richtungen um. Ja, hier würde er stehen bleiben. Es fühlte sich gut an so wie eine zärtliche Hand, die einem tröstend durchs Haar fährt wenn man traurig ist. Er verließ den Pfad, um im Inneren des Waldes nach einem geeigneten Platz für sein Vorhaben zu suchen. Er suchte sich absichtlich eine Stelle aus, die etwas abseits des Weges lag, denn Peter wollte nicht, dass jeder Spaziergänger gleich auf das aus dem Erdreich ragende Holzkreuz aufmerksam wurde. Oder vielleicht ein Hund. Ein Hund, der möglicherweise sogar anfing zu graben oder sein Revier markierte und Sammys Grab verschandelte. Nicht auszudenken. Peter verdrängte rasch dieses Bild wie eine lästige Fliege, die man verscheucht. Er ging weiter. Nach 30 Metern blieb er neben einer großen Eiche stehen, kniete sich nieder, streifte sich den Rucksack ab und öffnete dessen Reißverschluss. Sein Herz klopfte schneller und härter und seine Hände wurden mit einem Mal eiskalt. Jetzt kam das Schwierigste. Die Träne, die er vorher so erfolgreich abgewimmelt hatte wie einen nervenden Hausierer, klopfte wieder an die Tür in seinem Herzen, bat ihn mit einer weinerlichen Stimme, sie aus ihrem kleinen Gefängnis zu befreien. Diesmal öffnete er diese innere Tür und ließ sie heraus. Er weinte. Aber nur kurz. Fast lautlos. Für ein paar Augenblicke war sein Blick ein wenig verschleiert und er hatte, da ihm in diesem Moment alles so unwirklich vorkam, für einen kurzen Moment den sehr angenehmen Gedanken, dass er träumen würde. Hoffnung keimte auf. Ja, ein Traum. Ich träume. Das geschieht nicht wirklich und das heißt, dass Sammy auch nicht wirklich tot ist. Er wischte sich die Augen trocken und der Gedanke verschwand wieder. Dann fuhr Peter mit der Realisierung seines Vorhabens fort. Er nahm die Holzkiste, die beiden Zweige und die Kelle aus seinem Rucksack heraus und legte die Gegenstände neben sich. Dann öffnete er den kleinen Sarg mit einer zitternden Hand, deren Finger noch etwas feucht von seinen Tränen waren. Der Anblick, der sich ihm bot, tat weh. Peter nahm die Kelle in die rechte Hand und hielt inne. Für einen kurzen Moment hatte er wieder das vertraute Gefühl, er würde etwas Falsches tun. Doch dann machte er sich Mut und vernahm die Stimme, die ihn vorher, als er wie angewachsen dagestanden war, zum Weitergehen gezwungen hatte: Los komm, grab schon, Peter! Ich habe dir doch vorher schon gesagt, dass er tot ist. Oder meinst du wirklich, er würde jetzt aufstehen, dir auf die Hand springen und ein Liedchen anstimmen? Meinst du das? Das erlöste ihn wieder aus seiner Starre und er fing an, mit der Kelle zu graben.
Obwohl Peter seit gestern eigentlich gewusst hatte, dass sein kleiner Piepmatz tot war, so hatte er es nicht glauben können. Es hatte eine sanfte, warme Stimme in ihm gegeben, die Hoffnung ausgedrückt hatte. Die ihm eine andere Realität zeigte, als ihm seine Augen übermitteln konnten. Die ihn in seine Wunschwelt gelockt hatte so wie eine schöne, halbnackte Frau einen Mann verführt. Peter kannte diese Stimme. Er hatte sie schon öfters gehört.
Als er jetzt Kelle für Kelle Erde freischaufelte, flüsterte zunächst jene gewohnte Stimme süß wie Honig wieder in seinem Kopf. Er kann nicht wirklich tot sein und das weißt du so gut wie ich. Kleine Vögel sterben nicht so schnell. Du hast ihm immer sein Futter und sein Trinken gegeben, bei dir fehlt ihm an nichts. Sie flüsterte weiter und weiter und Peter fiel das Graben immer schwerer, doch ein Teil von ihm wollte das jetzt hinter sich bringen, egal ob er glaubte, dass der Vogel nun tot war oder nicht.
Doch in dem Moment, als Peter fertig war, inne hielt und ein wenig schwitzend auf sein Werk hinuntersah, auf das offene Grab, hörte diese Stimme auf, ihre Lügengeschichten zu erzählen und mit einem Mal hatte er das Gefühl, vollends in der Realität zu stehen. Das Gefühl erschrak ihn so sehr wie jemand, der mit einem Eimer kalten Wassers aus dem Schlaf gerissen wird. Peters Augen wurden mit einem Mal so groß wie kleine Untertassen. Er sah fieberhaft vom kleinen Sarg zu der kleinen, mit Erdkrümeln behafteten Kelle und dann zu dem Kreuz aus Holzzweigen. Dann sah er in die kleine Grube hinab und er wusste, dass es jetzt Zeit war. Nicht erst morgen oder in zehn Minuten, sondern in diesem Augenblick. Jetzt musste er den toten Vogel begraben. Er hatte jetzt keine Zeit mehr in seine Wunschwelt zu flüchten und dort auf Dinge zu hoffen, die nie geschehen würden. Nun war es soweit.
Und Peter begriff. Während dieses Begreifens fiel ihm plötzlich wie aus heiterem Himmel wieder ein Erlebnis aus dem letzten Jahr ein:
Er war jetzt in der sechsten Klasse der Realschule oder besser ausgedrückt er wiederholte sie. Letztes Jahr im Frühjahr hatte er schon so schlechte Zensuren gehabt, dass es für ihn eigentlich keine Chance mehr gegeben hatte, das Klassenziel bis Ende Juni noch zu erreichen. Auch seine Eltern hatten ihn aufgegeben. Sie waren enttäuscht und sogar leicht sauer gewesen, unterstellten ihrem Kind eine gewisse Faulheit. Eine Einschätzung, die stimmte, denn Peter hatte sich letztes Jahr für alles Mögliche außer die Schule interessiert. Anstatt das Problem an der Wurzel zu packen und die Einstellung gegenüber der Schule zu ändern, hatte Peter nur eines getan. Gehofft. Er hatte auf ein Wunder gehofft. Ein Wunder, das nicht er bewirken, sondern von außen kommen sollte. Musste. Und wieder hatte die Stimme geflüstert: Es wird schon schief gehen oder glaubst du tatsächlich, du würdest durchfallen? Versagen? Ganz sicher nicht. Irgendwie wirst du es schon schaffen. Vielleicht wird es knapp, verdammt knapp, aber irgendwie schaffst du es. Es war diese Stimme gewesen, die inständig hoffte, aber blind für die Realität war. Die Stimme, die aus seiner Wunschwelt zu ihm sprach. Jene Welt, die in perfekter Harmonie existierte und wo es keine Kinder wie Peter gab, die ein ganzes Jahr wiederholen mussten. Nein, das gab es nicht. Peter hatte sich damals ständig beruhigt. Mit dieser Stimme. Selbst dann, als 2 Wochen vor der Zeugnisvergabe die Zensuren feststanden und somit klar war, dass er durchfallen würde, hatte er es immer noch nicht wahrhaben wollen. An dem Tag, an dem die Zeugnisse verteilt worden waren, war diese Stimme zwar nur noch schwach gewesen, aber noch existent, nicht zu leugnen. Sie flüsterte auch dann noch, als der Klassenleiter ihm mit traurigen Augen, die Tut mir leid, Kleiner sprachen, sein Zeugnis entgegen reichte. Ein paar Momente später, als Peter immer und immer wieder den Satz "…hat das Klassenziel nicht erreicht" gelesen hatte, in der Hoffnung, das Wörtchen "nicht" würde irgendwann verschwinden, hatte ihn die Realität, die wirkliche Realität mit so einer Wucht getroffen, dass ihm die Luft zum Atmen weggeblieben war. Er hatte begriffen, dass er, als er monatelang gedacht hatte, er würde ein wenig in der Nähe eines Abgrundes stehen, diesen schon längst hinuntergefallen war. Die innere Stimme, die ihn in Wirklichkeit für blöd verkauft hatte, war in dem Moment verstummt. Sie hatte sich wie ein Lump aus dem Staub gemacht und ihn im Elend zurückgelassen. Ein Elend, das er vorher hätte erkennen müssen. Und dann hatte er geweint. Geweint vor allen Mitschülern. All die Tränen, die sich im Laufe der Zeit angesammelt hatten, aber nie heraus konnten, weil Peter sie durch seine unrealistischen Hoffnungen verdrängt hatte, wurden mit einem Male frei. Sein Klassenlehrer hatte ihn zu trösten versucht, es aber nicht geschafft.
In dem Moment, als er neben der großen Eiche vor der Grube kniete, begriff er die grausige Realität wie damals, als er verstanden hatte, dass er das Schuljahr wiederholen musste.
Er verstand es jetzt wirklich, verstand den Tod und es war so als würde wie bei einer Theatervorführung der Vorhang beiseite gezogen und den Blick auf das Dahinterliegende freigeben. Er sah die Realität, die grausame Realität und er verstand, glaubte, verinnerlichte vollkommen, dass sein kleiner Freund nicht nur seltsam verkrümmt mit seinen ausgetrockneten Äugelein dalag, sondern dass er wirklich tot war und nie wieder zu ihm zurückkommen würde. Für ihn war er erst jetzt wirklich gestorben. Durch dieses Begreifen wurde ihm mit einem mal ganz heiß und die unsichtbare Hand drückte sein Herz erneut zusammen, aber diesmal so fest, dass er einen innerlichen Schrei ausstieß als würde er mit einer spitzen Nadel gestochen. Die Welt des Wunschdenkens brach in sich zusammen wie ein Kartenhaus und was blieb, war die Realität, die bitter schmeckte wie Zitronensaft. Die wahre Welt, der sich kein Mensch auf Dauer entziehen konnte, auch ein Junge wie Peter nicht. Panikwellen schlugen gegen sein Herz wie gegen eine Brandung und er hatte das Gefühl, einen unendlich tiefen Abgrund hinunterzufallen.
Mit der letzten Kraft, die er noch in sich spürte, nahm er seinen kleinen Freund aus der kleinen Kiste heraus, hielt ihn in beide zitternde Handflächen und wiegte ihn hin und her wie eine Mutter ihr Neugeborenes. Hielt ihn ganz fest an sein Gesicht und atmete den Geruch seiner Federn ein. Mit einem Mal überkam es ihn und er weinte bitterlich. Er weinte natürlich vor allem um sein totes Tier, aber auch um sich selber, wie er alleine hier im Wald auf grasiger, schlammiger Erde kniete. Der Gefühlsausbruch steigerte sich, wurde zu einem Wehklagen, aber niemand hörte ihn und das war auch gut so. Er musste es ganz alleine hinter sich bringen, musste die Tränen vergießen, die vergossen werden mussten um so ein Fundament zu schaffen auf dem wieder Seelenheil wachsen konnte. Peter hörte seine eigene Stimme, die in dem Moment so anders, so fremd klang, denn er weinte nicht sehr oft auf diese Weise. Er weinte fast so wie damals im Klassenzimmer, am Tag der Zeugnisvergabe. Am Tag der Wahrheit. Auch heute, jetzt, war der Augenblick der Wahrheit. "Du kannst doch nichts dafür", sprach er immer wieder mit tränenerstickter Stimme, während er den toten Vogel jetzt in einer Hand hielt und ihm mit der Anderen über sein Köpfchen strich. Sanft, gleichmäßig, unendlich zart. Der Schmerz brannte in seinem Inneren immer noch wie ein zu starkes, loderndes Feuer, das alles um sich herum versengt. Nachdem die intensiven Gefühle nachließen und nur noch ein paar warme, salzige Tränen seine Wangen herabrollten, atmete er mehrmals tief durch, bis er sich beruhigte. Sein Brustkorb zitterte wie die Hand eines Parkinsonpatienten. Er fühlte sich jetzt ein wenig besser und auch die Nervosität fiel etwas von ihm ab. Sein Herzschlag beruhigte sich etwas, wurde ein wenig langsamer wie ein Pferd, das vom Rennen in ein leichtes Traben zurückfällt. Dennoch hatte er noch eine kleine aber ebenso große Aufgabe zu erfüllen. Allerdings grauste ihm davor nicht mehr ganz so stark. Er legte den Kleinen zurück in seinen kleinen Sarg. Er ballte die Hände mehrmals zu Fäusten und entspannte sie dann wieder. Die Nervosität schlich sich jetzt wieder in sein Inneres wie ein Dieb in schützende Dunkelheit. Brings hinter dich, mach endlich, trieb ihn seine innere Stimme an. Die erwachsene, vernünftige Stimme. Sie war realistisch und in ihr lag Kraft, die ihm gleichzeitig Mut machte. Ja, ich werde es machen, denn ich glaube jetzt, was ich sehe. Er ist tot und ich bin mir dessen so sicher wie über die Tatsache, dass ich hier knie. Er sah noch einmal in die Holzkiste. Wollte seinen Kleinen ein letztes Mal ansehen, sich von ihm verabschieden. Er sah in vertrocknete, leblose Augen. "Mach es gut, mein kleiner. Ich wünsche dir ein glückliches Leben nach dem Tod und das du im Vogelhimmel noch viele schöne Vogellieder pfeifst." Seine Stimme zitterte, überschlug sich leicht, aber er weinte nicht mehr. Mit diesen Worten klappte er die Kiste zu und legte sie in das Erdloch. Mit zusammengepressten Lippen schaufelte er Stück für Stück das Loch wieder zu und die Holzkiste verschwand langsam unter der Erde wie eine sich immer mehr entfernende Gestalt im Nebel. Es ist richtig so. Richtig, richtig, richtig. Nachdem er das schmerzvolle Werk vollendet hatte, klopfte er mit den Handflächen die Erde noch fest. Peter war sich entgegen seiner schrecklichen Phantasien, die er keine zehn Minuten zuvor noch gehabt hatte, sicher, dass es der Kleine da unten wirklich gut hatte. Er hatte die Tatsache akzeptiert, dass der Tod ihn mitgenommen hatte und nie wieder zurückgeben würde. Er ist tot. Leider. Traurig aber wahr. Er sah hinüber zu dem aus den zwei Holzzweigen gebastelten Kreuz. Er nahm es und steckte es zwei Zentimeter tief in die Erde. Dann betrachtete er sein Werk wie ein Künstler. Er war zufrieden. Der Hauch eines Lächelns umspielte seinen Mund, zart wie die weiche Haut eines Neugeborenen. Er stand auf und legte die leicht mit Erde behaftete Kelle in den Rucksack zurück. Er war mit einem Mal fast glücklich. Und außerdem. Vielleicht hat Sammy gelitten, vielleicht hatte er Schmerzen. Die letzten Tage pfiff er gar nicht mehr so wie immer und gefressen hat er auch nicht mehr so viel. Ganz still war er. Wenn er Schmerzen hatte, ist er jetzt auf jeden Fall davon erlöst. Ich kann meine Eltern ja fragen, ob sie mir einen neuen Vogel kaufen. Sie werden bestimmt nichts dagegen haben. Sie haben Sammy ja auch gemocht. Ich würde diesmal keinen Grau-Weißen wollen, das würde mich zu sehr an Sammy erinnern. Aber vielleicht einen Grünen oder Blauen. Und nennen würde ich ihn Didi oder Jerry oder so ähnlich.
Das zarte Lächeln in Peters Gesicht wurde breiter, bis er fast grinste. Ja, so würde er es machen. Mit einem Mal ging in seinem Inneren eine Sonne auf. Seine kalten Hände wurden langsam warm als wäre er in einem gut durchheizten Raum. Das, was er gestern und heute schmerzvoll erlebt hatte, schien mit einem Male so, als wäre es nicht kürzlich passiert, sondern wäre schon Wochen her. Es war sogar fast, als wäre es gar nicht richtig passiert. Peter sah noch einmal auf das Kreuz hinab. Es drückte Hoffnung, Richtigkeit und Stärke aus. Es fühlte sich mit einem Mal alles so gut an. Der Junge war nicht mehr traurig. Er verabschiedete sich noch einmal von seinem Kleinen, indem er auf das Grab und das Kreuz sah und mit der rechten Hand winkte, dann drehte er sich um und ging davon. Keine Menschenseele war in diesem Moment zugegen. Nur der frische Waldwind, der leicht durch die Blätter der Bäume fuhr und das Gras sanft streichelte, war Zeuge dieses Moments.
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Eingereicht am 01. Dezember 2006.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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