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Der Wassertropfen

© Regina Kaute


Es war einmal ein Wassertropfen. Dicht mit vielen anderen bildete er eine Wolke, die sich sacht im Winde bewegte.
"Ach", dachte er auf die Erde schauend, "alles ist so trocken und wir sitzen hier oben und warten darauf, auf das Land zu fallen, um Nässe und Feuchtigkeit zu geben. Dann werden wir von der Erde aufgesogen und unser Leben hat vorerst ein Ende, bis uns die Sonne wieder empor zieht und wir uns erneut in einer Wolke zusammen finden. Nein, ich Wassertropfen möchte etwas ganz Besonderes … einen kleinen See bilden mit vielen anderen meiner Freunde, wo sich Fische und Frösche tummeln und wir spielend Wellen bilden, bis uns die Sonne wieder zu sich holt. Ja, das wäre schön …" So träumte der kleine Wassertropfen vor sich hin und wurde durch das Drängeln der Anderen wieder in die Realität zurückgeholt.
Ein Kichern, Schnattern und die Musterung der Neuankömmlinge ließen die Zeit der Gedanken vorerst vergessen. Die Wolke wurde sichtlich größer und schaute man nach links und rechts, gab es viele "Nachbarn", die sich durch den Wind langsam zu einer großen dunklen Himmelswand zusammenschlossen.
"Das würde für einen See reichen", dachte der kleine Wassertropfen und überlegte.
Plötzlich funkelte sein Nass schelmisch, als er fest und unbeirrbar sprach: "Lasst mich mal durch, ich will zum Himmelsgott". Drängelte sich weiter nach vorn schiebend und entfachte so die Neugier der Anderen.
"Was willst du beim Himmelsgott?", fragten sie ihn neugierig langsam umringend und gespannt auf ihn schauend, hörten sie seine Idee …
"Stellt Euch vor - wir vereint in einem See, wo Grillen zirpen, Wasserkäfer unsere Wellen kitzeln, Fische schwimmen … und … und … und …
Dabei glänzte er vor Begeisterung, strahlte Zuversicht aus und schwappte als etwas Wunderbares auf die Anderen über, so dass sie alle mit ihm diesen See bilden wollten.
"Auf zum Himmelsgott!" - aber wo sollten sie suchen??? Keiner hatte ihn je gesehen. Aufgeregt, dicht aneinandergedrängt und immer mehr Zuwanderer findend verdunkelte sich der Himmel, die Luft wirbelte und der Wind entfachte sich zum Sturm.
Wolkenmassen prallten aufeinander, es blitzte und wie ein Reißverschluss öffnete sich das Wolkenband und ließ die Wassertropfen sinnflutartig fallen. Es waren so viele, das die Erde diese Nässe nicht so schnell aufsaugen konnte. So sammelte es sich in einer Mulde, einen kleinen Teich entstehend lassen. Auch unser Wassertropfen war ein Teil dieses Sees.
Als sich später die Sonne im Wasser spiegelte und Frösche quakend und glücklich in das Nass sprangen, sah man eine kleine Welle der Freude, die sich schäumend am Ufer verlor.
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Antonia Stahn
Max und Mäxchen
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Eingereicht am 28. Mai 2006.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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