www.online-roman.de
www.ronald-henss-verlag.de

Kindergeschichten Märchen Sagen Geschichte Erzählung Kindergeschichte

Die kleine Elfe und der Schmetterling

© Nessi Dominkus


Es war einmal eine kleine aber sehr neugierige Elfe. Ihr Name war Selina. Aber gerade weil sie so neugierig war, wurde ihr immer schnell langweilig. Deshalb beschloss sie eines Tages, das Elfenland zu verlassen, und machte sich auf die Wanderschaft.
Unterwegs begegnete sie dem Schmetterling Fred. Als Selina ihm erzählte was sie vorhatte, war er so begeistert, dass er beschloss sie zu begleiten.
Eines Tages, sie gingen gerade an einer Wiese entlang, hörten sie hinter sich eine zirpende Stimme:
"Hey, ihr Zwei. Hallo, bleibt doch mal stehen!" Selina und Fred drehten sich erstaunt um. Da sahen sie ein hüpfendes, grünes Etwas, das hinter ihnen herhüpfte.
"Hallo, wer bist denn du?", fragte Selina neugierig. "Warum hüpfst du, anstatt zu laufen?" Fred musste grinsen, als er die Frage hörte. Das grüne Ding antwortete:
" Gestatten, mein Name ist Fridolin. Ich bin der schönste Grashüpfer weit und breit. Und wer seid ihr?" "Ich bin Fred der Schmetterling, und das ist meine beste Freundin, Selina. Sie ist eine kleine Elfe", gab im Fred zur Antwort.
"Dass du ein Schmetterling bist, das sehe ich von selbst" bemerkte der Grashüpfer.
"Aber was in aller Welt ist eine Elfe?", wollte er wissen.
"Ich! -, bin eine Elfe" sagte Selina. "Ich komme aus dem Elfenland." Fridolin wunderte sich, und sagte nur"aha, so so, eine Elfe." "Nun gut, wie dem auch sei, ihr gefallt mir. Aber was macht ihr hier?", fragte Fridolin.
"Wir wollen die Welt kennen lernen" erwiderte die kleine Elfe.
"Und", wollte Fridolin wissen, "habt ihr auf eurer Reise schon etwas erlebt?" Außer dass ich Fred kennen lernte", erwiderte Selina", ist noch nichts spannendes passiert." Dem Grashüpfer gefielen die Zwei. Das hätte er nicht gedacht. Als er am Morgen los hüpfte, lag noch ein gähnend langweiliger Tag vor ihm, und nun begegnete er diesem seltsamen Wesen und ihrem Freund.
Die Drei setzten sich in den Schatten, und Selina erzählte aus ihrem Elfenleben.
Fridolin lauschte gespannt. Als sie mit ihrer Erzählung am Ende war, bemerkten die Drei, dass es schon bald dunkel wurde, und suchten sich einen sicheren Schlafplatz.
Als Fred und Selina am nächsten Morgen erwachten, war der Grashüpfer verschwunden.
"Weißt du, wo Fridolin ist?", fragte Fred. "Hast du in der Nacht irgendetwas bemerkt?" "Nein", antwortete Selina, "ich weiß nicht wohin er verschwunden ist. Auf jeden Fall ist es sehr unhöflich uns gegenüber, einfach so -, ohne ein Wort zu sagen -, zu verschwinden." Sie rätselten noch eine Weile herum. Dann kamen sie zu dem Schluss, dass Fridolin keinen Anstand besaß, und einfach so, ohne ein Wort zu sagen verschwunden war.
Da hatten sich Selina und Fred aber sehr getäuscht. Gerade wollten sie ihren Schlafplatz verlassen, als sie das typische Zirpen hörten. Mit einem Satz stand Fridolin vor ihnen.
"Hey, Freunde" grinste er breit, "wo wollt ihr denn hin? Ich habe eine Überraschung für euch!" Ungläubig sahen sie ihn an. Fred wurde neugierig.
"Überraschung? Was für eine Überraschung? Wir dachten, du hast keine Lust mehr mit uns zusammen zu sein, und bist deshalb einfach gegangen." "Das kann ich mir denken" schmunzelte der Grashüpfer. "Aber so ist es nicht. Ich sage euch was ich gemacht habe. Ich habe für heute -, extra für euch -, ein Wiesenfest organisiert." Selina und Fred waren sprachlos. Fast schämten sie sich ein bisschen, weil sie so schlecht über Fridolin gesprochen hatten.
"Ein Wiesenfest?", rief die kleine Elfe erfreut."Extra für uns?"
Spontan drückte sie Fridolin einen dicken Kuss auf sein verdutztes Gesicht. Fred klopfte ihm auf die Schulter und sagte:
"Es ist uns eine Ehre, mein lieber Freund. Vielen Dank!" Aufgeregt hüpfte Selina von einem Fuß auf den anderen. Sie war noch nie auf einem Fest eingeladen. Genauso wenig, wie noch nie ein Fest für sie gefeiert wurde. Fred hielt sie fest und meinte:
"Jetzt halte doch mal still Selina! Du machst mich ganz nervös mit deinem Gezappel." Die kleine Elfe lachte und meinte augenzwinkernd:
"Das verstehst du nicht Fred! Ich muss noch meine Flügel putzen, den Staub aus meinem Kleid klopfen, und außerdem brauche ich einen neuen Hut. Ich will doch auf unserem Fest hübsch aussehen." "Du wirst bestimmt die Schönste sein. Das kannst Du mir glauben", himmelte Fridolin sie an.
"Aber wir müssen jetzt los, sonst kommen wir noch zu spät."
Als sie dann auf der Festwiese einzogen, ertönte von allen Seiten ein lautes "Hallo!" Selina und Fred waren begeistert. So einen Empfang hatten sie nicht erwartet. Fridolin musste in den höchsten Tönen von ihnen erzählt haben. Alle Wiesenbewohner waren gekommen, um mit ihnen zu feiern.
Da waren die fleißigen Bienen, lustige Schmetterlinge, kleine Marienkäfer, zarte, kleine Grasfliegen und noch viele andere mehr. Am häufigsten aber, waren die Grashüpfer vertreten. Sie hatten sich in einer Reihe aufgestellt und warteten auf ein Zeichen von Fridolin.
Und als dann Selina und Fred an den Grashüpfern vorbei gingen, fingen diese an zu zirpen.
Aber es war kein wildes Durcheinander, nein, sie zirpten eine schöne Melodie. Am liebsten hätte die kleine Elfe vor lauter Rührung geweint. Sie unterdrückte die Freudentränen und ging weiter. Jedem lächelte sie freundlich zu. Fred war voller Stolz. Er flog ganz langsam neben ihr her und genoss den Augenblick der Freude.
Am Ende der Reihe stand ein Podest. Selina stieg langsam hinauf, und nachdem unter den Festbesuchern Ruhe eingekehrt war, begann sie mit ihrer Dankesrede.
"Meine lieben Freunde, es ist für Fred und mich eine große Ehre, heute bei euch zu sein. Wir freuen uns sehr und bedanken uns bei jedem Einzelnen von euch!" Die Wiesenbewohner hatten sich alle um das Podest versammelt und lauschten stumm Selinas Worten. Sie bestaunten und bewunderten sie. Schließlich war es ja nicht üblich, dass eine Elfe sie besuchte. Selina beendete ihre Rede mit den Worten:
"Und nun, meine lieben Freunde, lasst uns essen, trinken, lachen und tanzen!
Aber bevor wir feiern habe ich noch, als Dankeschön an euch alle, eine Überraschung für euch." Die Festbesucher sahen alle gespannt auf die kleine Elfe. Diese zog ihren Zauberstab unter ihrem Kleid hervor und klopfte dreimal sachte auf den Boden.
Im Nu erklang das schönste Glockenspiel, das sie je gehört hatten. Selina spreizte ihre Flügel und begann mit ihrem Elfentanz.
Die Wiesenbewohner staunten. So etwas Wunderschönes hatten sie noch nie gesehen. Selina erhob sich in die Luft und wiegte ihren zarten Körper nach dem Klang der Glockenblumen. Sie drehte sich im Kreis und wie durch ein Wunder war sie umringt von lauter bunt schillernden Bändern, mit denen sie voller Anmut den Bändertanz tanzte.
Das war so schön, dass sogar Fred ins Staunen kam. Selina bot eine traumhafte Vorstellung. Die Wiesenbewohner waren begeistert. Sie standen da und genossen die phantastische Darbietung.
Fridolin rieb sich erfreut die Vorderbeine. Das war eine gelungene Überraschung. Als er nämlich früh am Morgen zu dem Wiesenvolk kam und ihnen von einer kleinen Elfe erzählte, konnte keiner von ihnen so recht etwas damit anfangen. Sie hatten keine Ahnung wer oder was eine Elfe war.
Aber nun, da sie Selina kennen gelernt hatten, waren sie alle hellauf begeistert von diesem zauberhaften Wesen.
Die kleine Elfe beendete ihren Tanz und verneigte sich vor ihren Zuschauern. Sie dankten ihr mit einem tosenden, nicht enden wollenden Applaus.
"Danke, meine lieben Freunde! Danke", rief sie in die Menge.
"Doch nun lasst uns fröhlich feiern!"
Sie wandte sich den Glockenblumen zu, klatschte in die Hände und sagte: "Glockenblumen, spielt auf!" Kaum hatte sie ausgesprochen, ertönte von überall her herrliche Musik.
Es war eine lustige Feier. Alle lachten und hatten riesigen Spaß. Und so mancher wagte mit Selina ein Tänzchen. Aber am liebsten tanzte sie mit Fred.
Der fühlte sich natürlich pudelwohl und war sehr stolz auf seine außergewöhnliche Freundin.
Der Tag ging wie im Flug vorüber und es dämmerte bereits. Langsam leerte sich der Festplatz. Die Wiesenbewohner zogen sich, einer nach dem anderen, zur Nachtruhe zurück.
Fridolin gesellte sich noch einmal zu den zwei Freunden und sagte: "Selina, hat es dir Spaß gemacht?"
"Das war wirklich ein sehr schönes Fest. Vielen Dank, Fridolin", beteuerte die kleine Elfe nochmals.
"Also, ich werde mich von euch verabschieden. Sicher wollt ihr morgen weiterziehen." "So genau wissen wir das noch nicht", antwortete Fred. "Es kann sein, dass sich Selina wieder auf den Heimweg machen will." Fridolin wünschte ihnen noch viel Glück und hüpfte davon.
Und so kam es auch. Selina wollte wieder nach Hause. Fred begleitete sie bis an die Grenze zum Elfenland. Sie umarmten sich herzlich, und versprachen für immer Freunde zu bleiben.
Antonia Stahn: Max und Mäxchen. Kindergeschichten für große und kleine Leser. Dr. Ronald Henss Verlag, 2006. ISBN 3-9809336-7-9
Antonia Stahn
Max und Mäxchen
Kindergeschichten für große und kleine Leser

Dr. Ronald Henss Verlag, 2006
Großformat 23cm x 21cm
ISNB 3-9809336-7-9
10,80 Euro



Eingereicht am 30. Juni 2006.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise,
bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Autorin / des Autors.

Wenn Sie einen Kommentar abgeben möchten, benutzen Sie bitte unser Diskussionsforum. Unser Autor ist sicherlich genau so gespannt auf Ihre Meinung wie wir und all die anderen Leser.
amazon

Aus unserem Verlag
Antonia Stahn: Max und Mäxchen. Kindergeschichten für große und kleine Leser. Dr. Ronald Henss Verlag, 2006. ISBN 3-9809336-7-9

Schlüsselerlebnisse Edition www.online-roman.de  Dr. Ronald Henss Verlag, Saarbrücken. ISBN 3-9809336-6-0
Plötzlich sah die Welt
ganz anders aus
Schlüsselerlebnisse

Edition www.online-roman.de
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 3-9809336-6-0
8,90 Euro (D)


Buchtipps