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Fups, der Feldhamster (Teil 2)

© Kyra Nilsson


"Mama, mir tut mein Kopf so weh", jammerte Fups. "Das fühlt sich an, als ob da jemand drinnen sitzt und einen Stepptanz aufführt." "Das kommt davon, wenn man den ganzen Tag nur Unsinn im Kopf hat", entgegnete seine Mama.
Die war gerade wieder einmal dabei, die kleine Hamsterhöhle zu schrubben und zu fegen. Gleichzeitig war sie in der Hamsterküche beschäftigt, wo sie an einem aufwendigem mehrgängigem Hamstermenü kochte: Haferauflauf an Karottenraspeln, ein Gurkensüppchen und zum Nachtisch gezuckerte Süßkartoffeln. Für den heutigen Abend hatte sich nämlich Onkel Fridolin, Fups Patenonkel angemeldet. Deshalb war der kleine Fups schon den ganzen Morgen aufgeregt in der Höhle umhergewuselt. Denn sein Pate brachte ihm immer ganz wundertolle Geschenke mit. Beim letzten Besuch zum Beispiel hatte Fups ein Rad bekommen, das war größer als er selbst gewesen und da hatte er sich hineinstellen und auf der Stelle gehen können, so dass sich das Rad dann gedreht hatte. Fups hatte das Spielzeug in seiner Begeisterung so lange Zeit benutzt, dass er dann vor Erschöpfung einen ganzen nächsten Tag durch geschlafen hatte.
Aber nicht nur wegen der Geschenke freute sich Fups. Auch sonst war Onkel Fridolin ein Klasse Typ, der mit Fups sehr viel Unsinn machte. Obwohl er nur ein bisschen jünger als Fups' Mama, war.
"Unsinn im Kopf tut weh?" erkundigte sich Fups nun erschrocken. Denn bisher hatte der kleine Hamster schließlich viel Freude an diesem ganzen Unsinn gehabt. Die tollsten Abenteuer hatte er schon erlebt, vor allem mit seinem Freund Peterchen, dem kleinen Kater.
"Na wenn du vor Aufregung den ganzen Tag nicht schläfst und mir dann noch ununterbrochen mit deinen Quatschideen bei der Hausarbeit im Weg bist, dann bekommt man eben Kopfschmerzen", erklärte seine Mutter, die sich von den Klagen ihres Sohnes kein bisschen von ihrer Hausarbeit ablenken ließ.
Stattdessen wuselte sie geschäftig, mit einem Staublappen in der Hand, von Zimmer zu Zimmer und schaute zwischendurch immer wieder einmal in der Küche nach dem Rechten.
"Ein bisschen Mitleid könnte Mama ja schon haben", dachte sich Fups ärgerlich, während er mit seinen Pfoten den dröhnenden Kopf festhielt. Ansonsten würde der ihm womöglich noch zerspringen.
"Am Besten denke ich gar nicht mehr an meinen doofen Kopf", überlegte sich Fups.
Aber womit sollte er sich ablenken? Seine Mutter hatte schließlich wieder einmal keine Zeit, mit ihm zu spielen. Da beschloss er, Onkel Fridolin ein Bild zu malen. Da würde der sich sicher freuen.
Als seine Mutter bemerkte, wie ruhig und brav ihr Sohn am Tisch saß, was ihrer Meinung nach viel zu selten vorkam, gab sie ihm zur Belohnung von den gezuckerten Süßkartoffeln zu Probieren. Fups kaute allerdings recht gelangweilt auf ihnen herum, obwohl er sonst Süßes liebte. Seine Mutter ließ sich ihre Verwunderung nicht anmerken.
"Was malst du denn Schönes?" erkundigte sie sich stattdessen und strich Fups zärtlich über den Kopf. Doch sie wartete Fups' Antwort gar nicht ab, sondern rief erschrocken aus:
"Um Himmels Willen, du glühst ja!"
"Ich glühe?" fragte Fups erstaunt. Er stellte sich das so vor, als ob er leuchtete, wie die Glühwürmchen, die sich ab und zu in die Hamsterhöhle verirrten. Beim Gedanken daran, wie sein Kopf heute Abend im Dunkeln erstrahlen würde, musste er lachen. Onkel Fridolin würde Augen machen!
"Das ist gar nicht lustig", meinte seine Mutter, die ihm sogleich einen nassen kalten Lappen geholt hatte, den sie Fups mit einem Klatschen auf die Stirn legte.
"Igitt, ist das kalt!" rief Fups und schüttelte sich angewidert, so dass der Lappen quer durch den ganzen Raum flog.
"Dass muss kalt sein", erklärte seine Mutter ihm geduldig und sammelte das Stück Stoff wieder ein. "Das senkt dein Fieber." "Fieber?" wiederholte Fups, für den seine Mutter in Rätseln sprach. Als diese dann das kalte Ding erneut auf seinen Kopf legte, wehrte er sich nicht mehr. Lieber wollte er wissen, was es mit diesem geheimnisvollen Fieber auf sich hatte. Fups war bisher noch nie krank gewesen und kannte sich mit so etwas nicht aus.
"Mein Sohn du bist krank. ‚Fieber' nennt man das, wenn der Körper viel wärmer ist, als er sein sollte. Du gehörst ins Bett. Du brauchst Ruhe!" erläuterte seine Mama. Dabei sprach sie das Wort ‚Ruhe' besonders laut und deutlich aus, da das für den nie still sitzenden Fups ein Fremdwort war.
"Aber mein Bild ist doch noch gar nicht fertig", maulte Fups und hielt sich mit beiden Pfoten am Tisch fest, als seine Mama ihn hochheben wollte. Normalerweise hätte sie sich damit wohl ziemlich hart getan. Schließlich war er schon fast so groß wie sie und ziemlich schwer. Aber jetzt fühlten sich Fups Arme plötzlich so müde an und er konnte sich nicht wehren. Ehe er sich versah, hatte ihn seine Mutter ins Bett gelegt. Sie zog im die Decke so weit herauf, dass er gerade noch heraus schauen konnte. Links und rechts von ihm stopfte sie das Bettzeug in die Bettritzen.
"Ich kann mich überhaupt nicht mehr bewegen!" schimpfte Fups - aber sehr leise, damit ihm sein Kopf nicht so sehr wehtat.
"Das macht gar nichts", sagte seine Mama. "Hauptsache du schwitzt, das macht gesund!" "Aber das ist langweilig!" schimpfte Fups. "So im Bett liegen und gar nichts machen!" "Du sollst schlafen, das ist die beste Medizin!" erklärte ihm seine Mama.
Verstand einer die Erwachsenen! Erst quälte seine Mutter ihn mit einem bitterkalten Lappen, dann sollte er plötzlich schwitzen. Und nun auf einmal schlafen.
"Ah, da fällt mir etwas ein", meinte seine Mama auf einmal und hielt ihren Zeigfinger ausgestreckt in die Luft. Das machte sie immer wenn sie eine gute Idee hatte. Auch Fups hatte diese Geste inzwischen übernommen- da wusste Peterchen, sein Freund, immer genau, wenn ihm ein tolles neues Spiel in den Sinn gekommen war.
"Ich kenne da ein ganz wunderbares Heilmittel. Das hat Uroma Trude früher immer bei deiner Oma angewendet.
"Na, das kann ja heiter werden", dachte sich der kleine Fups.
Im Gegensatz zu seiner Mama hielt er nicht sehr viel von den Hausmittelchen seiner Uroma. Da hatte er schon manchmal sehr eklige Sachen schlucken müssen. Schon beim bloßen Gedanken daran schüttelte es ihn. Da er aber wusste, dass seine Mama sowieso nicht von ihrer Idee abzubringen war, hielt er den Mund. Außerdem machte Reden doch nur noch mehr Kopfschmerzen.
"Aber wo bekomme ich das nun nur her?" überlegte seine Mama laut. Dabei wuselte sie, wie üblich, hektisch in der Höhle herum. "Bin gleich wieder da", rief sie und Fups hörte, wie sie die Haustür hinter sich zuschlug.
"Wenn ich das mache, bekomme ich immer Schimpfe", dachte Fups noch.
Und dann war er auch schon eingeschlafen, in seinem warmen, weichen Bett.
Er träumte, dass er durch den dunklen Wald ging, wo ihm alle Waldtiere, von denen er inzwischen schon so einige kannte, folgten. Sein Kopf leuchtete nämlich so hell, dass er den anderen zeigen konnte, wo sie lang mussten. Außerdem war seine Stirn so heiß, dass Peterchen ein Spiegelei darauf braten konnte.
"Hihi, das kitzelt", lachte Fups, als ihm das Eigelb an seiner Nasenspitze hinunter lief.
"Außerdem bleibt mir der ganze Dotter in den Barthaaren kleben", kicherte er.
"So schlecht kann es dir ja gar nicht gehen", ertönte da die Stimme seiner Mama. "Wenn du schon wieder so lachen kannst." Nun macht Fups die Augen auf.
"Ach, ich habe gerade so lustig geträumt. Und du weckst mich!" meckerte der kleine Hamster. Aber nur sehr leise, mit einem dünnen, müden Stimmchen.
"Es ist ja auch höchste Zeit für deine Medizin", sagte seine Mama und befühlte schon wieder Fups' Stirn.
"Bitte, bitte, kein kalter Lappen mehr", flehte Fups vor Kälte bibbernd. Und dass, obwohl er doch so mollig warm eingepackt war!
"Nein, ich habe etwas viel Besseres! Da bist du, bis Onkel Fridolin heute Abend kommt, wieder fit", erklärte seine Mama.
Schon wollte Fups aufspringen und alles tun, was seine Mama von ihm verlangte. Schließlich wollte er auf keinen Fall den Abend schwitzend und frierend im Bett verbringen, wenn sein Lieblingsonkel endlich wieder einmal zu Besuch da sein würde. Doch seine Mama drückte ihn sanft wieder in sein Kissen zurück.
"Nichts da, du bleibst liegen!" mahnte sie. "Und hier ist das Wundermittel!" fuhr sie fort und zog etwas aus ihrem Einkaufskorb.
Angestrengt spähte Fups unter seiner dicken Federdecke hervor.
"Ein Regenwurm?" fragte er erstaunt, was seine Mama mit einem Nicken beantwortete. Mehr konnte sie gerade nicht dazu sagen, da sich der Wurm so heftig zwischen ihren Pfoten wand, dass sie Mühe hatte, ihn zu bändigen.
"Aber der lebt ja noch!" bemerkte Fups erschrocken und wich vor dem zappelnden Wurm zurück.
Der kleine Feldhamster aß nämlich ohnehin sehr selten und auch ungern Fleisch. Und wenn doch, dann war es klein geschnitten und im Topf gekocht.
"Ja natürlich ist der lebendig", meinte seine Mutter angestrengt, denn noch immer kämpfte sie mit dem Wurm, der immer versuchte, sich einzukringeln, um der Gefangenschaft zu entkommen. "Einen lebendigen Regenwurm, der etwa so lang ist wie man selbst, Bissen vor Bissen, hinten angefangen, aufessen. Dabei jeden Happen gut durchkauen. Mindestens dreiundfünfzig Mal. Und auf keinen Fall etwas in den Hamsterbacken aufbewahren. Frisch muss der verzehrt werden", erläuterte seine Mutter. "So steht es in Uroma Trudes ‚Großem Buch für kleine Wehwehchen' geschrieben." Fups stöhnte auf. "Da dreht es mir ja schon vor dem Essen den Magen herum", meinte er angewidert. Am liebsten wäre er vor seiner Mutter davon gerannt. Aber leider war er noch immer so fest in seine Decken gewickelt, dass er sich kaum rühren konnte.
"Hauptsache es macht gesund", belehrte ihn seine Mutter. "Denk an Onkel Fridolin!" Dieses Argument wirkte. Also machte Fups, wohl oder übel, den Mund ganz weit auf und seine Augen ganz fest zu.
In dem Moment rief eine Stimme von draußen:
"Hannelore komm doch bitte schnell!"
‚Hannelore' das war seine Mutter. Und die Stimme, die da so ungeduldig rief, das konnte nur Frau Wurz sein, die ältere Mäusedame von nebenan. Die meinte immer, man musste immer sofort für sie rennen, wenn sie etwas brauchte - was Fups' hilfsbereite Mutter auch immer tat.
"Hier", meinte diese nun und hielt Fups den Regenwurm hin, nachdem sie die dicke Decke zurückgezogen hatte. Sonst hätte Fups ja keine Pfote frei gehabt.
"Gut festhalten!" rief sie. "Und bleib wo du bist! Guten Appetit!" Und dann war sie auch schon zur Tür hinaus.
Verdutzt blickte Fups erst seiner eilenden Mutter hinterher- und dann den dicken Wurm in seiner Hand an. Als er feststellte, dass der sich gar nicht mehr gegen den Griff wehrte, erschrak Fups. Nun hing der Wurm schlaff in seiner Pfote.
"Hoffentlich ist der nicht vor Schreck gestorben", meinte Fups mitleidig.
Denn wenn es nach ihm ginge hätte der Regenwurm ruhig weiterleben können. Er könnte getrost darauf verzichten, ihn zu verspeisen.
"So ein Quatsch. Vor Schreck gestorben!" sagte da der Wurm, woraufhin der kleine Hamster ihn erschrocken los ließ. Dieser nutzte aber gar nicht, wie Fups erwartet hatte, die Gelegenheit zur Flucht, sondern fuhr in seiner Rede fort.
"Bei dir brauche ich nur nicht so zappeln, du bist ja nicht so gefährlich", erklärte er. "Obwohl du natürlich gerade in mich hineinbeißen wolltest", stellte er dann fest.
Bei diesen Worten wurde Fups ganz heiß. Das lag diesmal aber nicht am Fieber, sondern daran dass er sich ganz schön schämte. Beinahe hätte er so einen lieben Regenwurm einfach aufgegessen!
"Aber das werde ich dir nicht übel nehmen", entschied der dann. "Denn eigentlich machst du auf mich einen ganz netten Eindruck. Aber deiner Mutter möchte ich lieber nicht noch einmal begegnen!" "Na ja, am Besten ist es wohl, du haust schleunigst hier ab", überlegte Fups. "Aber eigentlich würde ich viel lieber noch ein wenig mit dir quatschen", entschied Fups dann. "Es ist hier eh so langweilig." "Das glaube ich dir gerne, mein Lieber", entgegnete der Wurm. "Da hätte ich unter anderen Umständen auch gar nichts dagegen. Aber mein Leben ist mir dann doch ganz lieb!" Das verstand Fups natürlich. Er wollte dem Regenwurm dann den besten Fluchtweg- erklären, da macht er kräftig "Hatschi". Und das dem armen Wurm, der es sich auf Fups' weicher Federdecke bequem gemacht hatte, mitten ins Gesicht. So konnte der sich nicht mehr halten und plumpste auf den Fußboden.
"Oh, Entschuldigung!" piepste Fups. "Dabei sagt meine Mama jedes Mal, dass ich mir beim Niesen die Pfote vor die Schnauze halten soll!" "Nix passiert", entgegnete der Wurm versöhnlich und schaute schon wieder quietschfidel über die Bettkante. "Aber ich würde einmal sagen, du solltest schleunigst gesund werden." Fups schaute den Regenwurm gespannt an. Er würde wohl kaum vorschlagen, dass Fups ihn nun doch aufessen sollte.
"Also meine Mama sagt immer, frische Luft ist die beste Medizin", erklärte der Wurm.
"Und meine Mama hat gesagt ich soll ja im Bett liegen blieben;" entgegnete Fups verwirrt.
Da sollte sich jemand auskennen, mit all diesen Heilmitteln!
"Bin ich krank oder du?" fragte der Wurm.
"Aber wenn meine Mama..." begann Fups. Aber der Regenwurm ließ ihn nicht ausreden.
"Keine Widerrede, wir machen nun einen gesunden Spaziergang", gab der Wurm zu verstehen. "Und wir bleiben ja nicht lange. Du wirst schon sehen, du bist wieder da, ehe deine Mama überhaupt merkt, dass wir fort gewesen sind." Das überzeugte Fups. Vor allem deshalb, da er aus Erfahrung schon wusste, wie sich Mamas Besuch bei Frau Wurz immer in die Länge zogen. Und außerdem war es nicht gerade spannend, tatenlos im Bett herumzuliegen. Da war es dort draußen viel schöner!
Also quälte sich der kleine Feldhamster, der sich immer noch schwach fühlte, mühsam aus seinem Bett heraus. Noch schwieriger war es, obwohl er den langen Körper des Regenwurmes als Stütze benutzte, aus dem Fenster zu klettern. Fups stöhnte und keuchte, wie seine dicke Oma, wenn sie ein paar Schritte gegangen war. Aber den bequemeren Weg durch die Haustür zu benutzen, traute sich Fups nicht. Schließlich wohnte Frau Wurz gleich gegenüber und Mama und sie tratschten oft vor deren Haus ein wenig.
Als er es endlich, dank der freundlichen Unterstützung des Wurmes, nach draußen geschafft hatte, schwitzte er und er hatte das Gefühl, als ob sein schmerzender Kopf endgültig platzen würde.
"Allerhöchste Zeit für einen Gesundheitsspaziergang", stellte der Regenwurm mit einem besorgten Blick auf den nach Luft schnappenden Fups fest.
Da Fups nicht als Schwächling dastehen und außerdem doch wirklich ganz schnell gesund werden wollte, atmete er tief ein und er machte sich mit zusammengebissenen Zähnen auf den Weg.
"Wir gehen nur bis da vorne zu dem Erdhügel", sagte der Wurm. "Da wohne ich nämlich. Und du kannst dann wieder heim und deiner Mama zeigen, wie gesund du bis dahin wieder bist." So wie Fups sich gerade fühlte, glaubte er zwar nicht so recht daran. Aber er nickte zustimmend, denn für eine Widerrede war er zu schwach.
Es waren wirklich nur wenige Schritte, die sie zu gehen hatten. Doch als sie vor dem Zuhause des Regenwurms standen, da war dem kleinen Feldhamster ganz schwindelig.
"Ich bedanke mich nochmals dafür, dass du mich nicht gegessen hast und wünsche dir noch einen guten Nachhauseweg", verabschiedete sich der Wurm und reichte Fups sein Schwanzende zum Abschied. "Gute Besserung muss ich wohl nicht mehr sagen", fuhr er fort.
Tapfer antwortete Fups, der den freundlichen Regenwurm nicht kränken wollte:
"Ja, mir geht es schon viel besser", wobei er merkte dass seine Beinchen sich wie Karottenpudding anfühlten.
"Wenn deine Mama mal nicht daheim ist, besuche ich dich", rief er noch und war schon in der Erde verschwunden.
"Das ist schön", stieß Fups mit letzter Kraft hervor. Dann sah er nur noch Sternchen und fiel um.
"Fups, was machst du denn da?" weckte ihn da eine Stimme.
"Wwwas?" stotterte der kleine Feldhamster. Er wusste gerade gar nicht, wo er war und was passiert war.
"Warum liegst du denn hier auf dem Boden herum?" Fups schlug seine Augen auf. Erst sah er nur etwas Großes, Braunes vor sich. Als er ein paar Mal zwinkerte sah er zwei dunkle Knopfaugen und eine dicke Hamsternase. Jetzt erkannte Fups, wer da zu ihm sprach!
"Onkel Fridolin", jubelte er, obgleich ein wenig kraftlos. Dann setzte er sich langsam vom Boden auf. Zu seiner Freude bemerkte er, dass sein Kopf gar nicht mehr dröhnte. Hatte die frische Luft am Ende doch gut getan?
"Du siehst gar nicht gut aus!" stellte da aber der Lieblingsonkel fest und hatte den kleinen Fups auch schon auf seine starken Arme genommen.
"Du bist krank, du gehörst ins Bett", meinte Onkel Fridolin.
Darauf entgegnete Fups nichts. Über die beste Medizin hatte er heute schon genug gehört.
Kaum lag Fups wieder in seinem Bett, kam auch schon seine Mama nach Hause.
Sie begrüßte ihren Lieblingsbruder mit einem feuchten Schmatz auf die Wange. Fridolin schien das gar nicht so schlimm zu finden. Fups wehrte sich gegen solche Zärtlichkeiten stets mit Händen und Füßen beziehungsweise mit seinen vier Pfoten.
Zu Fups' Erleichterung erzählte Onkel Fridolin nichts vom Ausflug seines Neffen. Auf ihn war eben immer Verlass!
Dann betastete Mama mit ihren angenehm kühlen Händen Fups' Stirn.
"Na das fühlt sich ja schon viel besser an", stellte sie fest. "Hast du den Wurm auch brav aufgegessen?" Fups, der sich nun, so gemütlich im Bett liegend, gleich viel besser fühlte, erzählte seiner Mama eine Kurzfassung der Geschichte:
"Ach Mama, der Wurm war so nett. Wir haben uns so gut verstanden. Da konnte ich ihn doch nicht einfach aufessen und habe ihn lieber heimgeschickt!" Glücklicherweise war seine Mama gar nicht böse.
"Na Hauptsache, es geht dir wieder besser!" sagte sie. "Aber im Bett bleiben musst du heute Abend schon noch!" "Was?" rief Fups entsetzt. "Wo endlich wieder einmal Onkel Fridolin da ist, soll ich schlafen?" "Wer redet denn hier von Schlafen", mischte sich der Onkel in das Gespräch ein. "Wir veranstalten einen wunderbaren Geschichtenabend. Schließlich haben wir uns einiges zu berichten, so lange, wie wir uns nicht mehr gesehen haben." Und als die Mutter das Zimmer verlassen hatte, um endlich wieder nach dem leckeren Essen zu sehen, sagte er augenzwinkernd, als er sich neben Fups auf dessen Bett gesetzt hatte: "Und wenn wir unter uns sind, dann erzählst du mir, was es mit deinem kleinen Ausflug auf sich hatte." Da jubelte der kleine Fups, wie ein wild gewordener Indianer. Allerdings nicht sehr lange. "Hatschi" erschallte es stattdessen, so laut, dass die Wände wackelten. Aber glücklicherweise konnte sich Onkel Fridolin auf den Beinen halten...
Antonia Stahn: Max und Mäxchen. Kindergeschichten für große und kleine Leser. Dr. Ronald Henss Verlag, 2006. ISBN 3-9809336-7-9
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Eingereicht am 24. Juli 2006.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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