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Der kleine Freund vom Mond

© Elisabeth Haase


Jeden Abend erscheint der Mond am Himmel. Manchmal hat er viel gegessen und ist dick und rund. An anderen Tagen dagegen ist er schlank und krümmt sich.
Und der Mond hat viele Freunde im Himmel. Kleine, große, junge und alte Sterne, die mit dem Mond zusammen strahlen und die dunkle und unheimliche Nacht hell und freundlich machen. Und seit kurzem wohnt ein neuer Stern ganz in der Nähe vom Mond. Ein kleiner Stern, der ganz nah beim Mond hell leuchtet.
So nah war noch nie ein Stern beim Mond und sie freunden sich schnell an.
Der kleine Stern sieht vieles auf der Erde, er sieht Dächer und Kirchen, Autos und Fahrräder, Theater und Bühnen und viele, viele Menschen. Er kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus: da sind Menschen die weinen, Menschen die schreien, Menschen, die sich freuen, Menschen, die Spaß haben und Menschen die lachen. Er sieht große Menschen und er sieht kleine Menschen.
Er sieht Menschen mit langem Haar und Menschen mit kurzem Haar. Und Menschen mit schönen und manchmal auch mit ganz schön hässlichen Schuhen.
Aber am allerliebsten beobachtet er Kinder. Die sind immer so fröhlich, spielen und lachen miteinander. Und abends, wenn der kleine Stern anfängt zu scheinen, gehen sie ins Bett und der Vater oder die Mutter erzählen noch eine "Gute- Nacht- Geschichte". Und von all diesen Beobachtungen erzählt der kleine Stern seinem Freund, dem Mond.
Aber auch die Kinder beobachten den kleinen Stern. Sie zupfen an den Ärmeln von ihren Eltern und sagen: "Guck mal, was für ein schöner Stern. Er leuchtet so hell und lacht so schön. Guck doch, da ist er, gleich neben dem Mond!" Viele Kinder gucken in den Himmel bevor sie einschlafen und lassen sich von dem kleinen Stern noch eine Gute Nacht wünschen.
Natürliche gibt es im Himmel noch viele andere Sterne und einer von ihnen lebt gar nicht weit von dem kleinen Stern entfernt. Er ist schon ziemlich alt und sehr traurig. "Jetzt bin ich schon so alt und noch nie haben Kinder zu mir geguckt und sich über mich gefreut!" denkt der alte Stern. Und weil er nicht weiß, wohin mit seiner Traurigkeit, wird er sehr gemein. Eines Nachts geht er zum kleinen Stern und erzählt ihm: "Alle Sterne müssen sterben! Du kannst nur noch ein paar Nächte leuchten und mit deinem Freund, dem Mond, reden und die Kinder erfreuen. Und dann leuchtest du nie wieder!".
Als er sieht, wie traurig der kleine Stern wird, lacht er zufrieden und geht wieder.
Der kleine Stern aber ist sehr traurig. "Ich will nicht sterben! Ich leuchte so gerne den Kindern" denkt er trotzig und er denkt darüber nach, wie er noch lange weiter leuchten kann. Und dann hat er die Idee: "Ich werde einfach am Tag scheinen und in der Nacht schlafen. Dann bin ich ja kein richtiger Stern mehr und muss bestimmt auch nicht sterben.
In der nächsten Nacht wundert sich der Mond, denn sein kleiner Freund ist nicht da und erzählt ihm keine lustigen Geschichten.
Am morgen geht die Sonne auf und scheint hell und wärmt mit ihren Strahlen die Erde. Die Kinder haben Ferien und viele von ihnen sind zum See gegangen um baden zu gehen und sich von der Sonne wärmen zu lassen. Auch der kleine Stern leuchtet und beobachtet die Kinder beim lustigen Spielen.
Aber bald wird der kleine Stern sehr traurig. Die Sonne bemerkt den Stern, der eine Träne im Auge hat. "Aber kleiner Stern, was machst du denn hier?
Und warum bist du so traurig?" fragt die Sonne mit sanfter Stimme. "Ich möchte schön und lange scheinen! Aber du bist zu hell und die Kinder sehen mich gar nicht!" beklagt sich der Stern bei der Sonne. "Du bist doch der Freund vom Mond" erwidert die Sonne "er ist schon sehr traurig und fragt sich, wo du bist! Deine Aufgabe ist es, die Nacht zu erleuchten und du warst doch immer so froh, die Kinder glücklich zu machen. Willst du denn, dass sie jeden Abend traurig sind?". Das will der kleine Stern nicht und verabschiedet sich von der Sonne. "Wenn du andere glücklich machst, wirst auch du glücklich. Hab nur Mut, und keine Angst vor jeder neuen Nacht!" sagt die Sonne zum Abschied.
Der Mond ist sehr froh, als er seinen Freund wieder sieht. Und sie leuchten zusammen und die Kinder zeigen wieder ihren Eltern den kleinen Stern und freuen sich über ihn. Und der kleine Stern ist glücklich über die Freude, die er verbreitet.
Dann fragt der Mond ihn, wo er denn die letzte Nacht war. Und der kleine Stern erzählt seinem Freund von dem Gespräch mit der Sonne. Der Mond wird sehr ernst und nickt, als er die Worte der Sonne hört. "Ich verrate dir jetzt das Geheimnis der Sterne! Jeder Stern fällt in einer schönen, klaren Nacht vom Himmel. Und ein Kind sieht ihn und wünscht sich etwas. Und in diesem Wunsch lebt der Stern ewig weiter. Und so kommt es, dass Sterne unsterblich sind." In dieser Nacht unterhalten sich die Freunde noch lange. Sie erzählen sich Geschichten, manche sind ernst, mache traurig und manche lustig.
Die nächste Nacht ist sehr kalt und wunderschön. Der erste Schnee ist gefallen und hat sich auf Bäume, Dächer und Straßen gesetzt. An diesem Abend sitzen besonders viele Kinder am Fenster und schauen in den Himmel. Und als der kleine Stern vom Himmel fällt gucken zwei Augen zu und ein kleiner Junge wünscht sich ganz fest etwas. Und der kleine Stern bringt mit diesem Wunsch noch sehr viel Freude!
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Eingereicht am 06. September 2006.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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