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Ich bin ein Snirff

© Otto Wendl


Ich bin ein Snirff, dachte sich Peter. Und die wissen das. Wie könne sie es also wagen, hier aufzukreuzen und ihm Befehle zu erteilen. Sein Vater ist hier König. Er hat dieses Land groß gemacht. Es strotzt nur so vor Wasserrutschen, Schokobäumen und Lakritzflüssen. Und Karnok, der Alchimist seines Vaters, machte die Soldaten dieses Landes unverwundbar. Wie könne sie es also wagen …?
Schert euch fort, schrie Peter in die Gruppe von 7-8 Personen hinein. Er wusste, woher sie kamen. Offenbar hatten sie es geschafft, aus dem Dorf der Ausgewachsenen, in das er sie vor Jahren verbannt hatte, zu flüchten und wollten hier nun Unruhe stiften.
Schert euch fort, sonst werdet ihr es bereuen. Peter war sich siegessicher. Er brauchte nur den linken Fuß nach außen zu drehen um mit dem rechten Arm einen Kreis zu beschreiben. Dann würde Smyrnigg erwachen. Er würde über dem Schloss des Vaters in den Himmel empor steigen, mit kräftigen Flügelschlägen sofort zu ihm eilen und dieses Lumpenpack mit seinem gewaltigen Feuerstrahl vernichten.
Doch irgendetwas veränderte sich in der vor ihm stehenden Gruppe. Sie begann, in der Mitte zu leuchten.
Geht beiseite, herrschte Peter die Meute an. Und die 7 zerlumpten und abgemagerten Gestalten begannen sich aufzulösen. Übrig blieb eine weiß gewandete, von einem überirdischen Glanz umgebene Frau. Sie hatte das Gesicht seiner Mutter.
Mama, schrie Peter. Und so schnell ihn seine kleinen Beine tragen konnten, eilt er zu seiner Mutter. Er umschlang sie fest mit seinen Armen und die beiden liebkosten sich eine ganze Unendlichkeit. Peter, mein Schatz, sagte seine Mutter. Du musst aufhören, so zornig zu sein. Diese Leute können nichts dafür, dass ich von euch gegangen bin.
Aber sie werden dich wieder mitnehmen, sagte Peter. Ich will das nicht. Ich vermisse dich so sehr.
Es wird besser werden, entgegnete seine Mutter. Hörst du, Peter. Peter?
Die Stimme der Mutter begann sich plötzlich zu entfernen und je mehr sie sich entfernte, desto tiefer wurde sie. Peter. Die Stimme wurde wieder lauter. Und Peter erwachte. Er kauerte über seiner Schulbank und sein Lehrer stand direkt vor ihm.
Peter, die Stunde ist zu Ende. Wo ist dein Aufsatz?
Peter erinnerte sich an das leere Blatt Papier, das ihm zu Beginn der Stunde ausgehändigt wurde. Es lag strahlend weiß und unberührt vor ihm. Peter, was soll ich nur mit dir machen, sagte der Lehrer. Hast du denn gar keine Fantasie? Und der Lehrer zog bösen Blickes Peter den leeren Zettel unter den Händen weg.
Aber ich bin Snirff, dachte sich Peter und weinte.
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Antonia Stahn
Max und Mäxchen
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Eingereicht am 15. September 2006.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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