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Husch Husch, die Waldfee - Waldarellas Freunde KAPITEL 1

© Sabine Stusak


1.Libellenprinzessin in Gefahr!
Es war ein Sommertag im Libellenwald. Die kleine Fee saß vor ihrem Holzhäuschen mitten im Grünen. Sie lehnte auf der Gartenbank, hatte ein Bein angezogen und wippte mit dem anderen im Takt eines vorbei gaukelnden Schmetterlings.
Husch Husch summte mit den Bienen, blinzelte dabei durch ihr rotes Haar in die Sonne und begrüßte die vorbeikommenden Waldbewohner mit einem Lächeln.
Es roch nach Tannenzweigen, frischem Gras und nach wilden Wiesenblumen.
Der Wind streichelte die Blätter und Gräser und wiegte die Bäume sanft hin und her. Die Sonne warf ihre goldenen Strahlen durch die Wipfel der Waldbäume und ließ die Tautropfen am Boden um die Wette glitzern. Käfer und Ameisen krabbelten flink über den feuchten Boden. Sie verschwanden hinter Blättern und morschen Ästen und tauchten an einer ganz anderen Stelle wieder auf, gerade so als ob sie fangen spielten.
Von der Bank vor ihrem Haus blickte die Fee über die gesamte Blumenwiese, den Hügel hinab bis zum glasklaren Mondsteinsee.
Hinter ihrem Häuschen, das genau an der Lichtung stand, die der Mond um punkt Mitternacht berührte, erstreckte sich der Libellenwald in all seiner Größe.
Er bot der kleinen Waldfee Schutz vor Unwetter und anderen Gefahren. Husch Husch beschütze alles, was im und um den Wald herum lebte mit ihren Zauberkräften.
Das Feenwesen mit den seidigen zarten Flügeln hatte ein kleines Geheimnis, das sie gut behütete:
Als sie vor langer Zeit in diesen Wald kam, hatte sie noch keine Freunde und kannte auch niemanden. So kam es, dass sich die Fee hüpfend und singend auf den Weg machte, um neue Bekannte zu suchen.
Sie lief die Wiese hinab über das kühle Gras, dass sie zum Lachen brachte, weil es sie an den Fußsohlen kitzelte. Ihre sanften Löckchen hüpften im Takt auf und ab und sie pfiff mit der Amsel, die ihre abendliche Runde auf der Wiese flog, ein Lied.
Die Dämmerung setzte schon ein und die Sterne am Himmel funkelten und strahlten mit dem Mond um die Wette.
Die Waldfee bemerkte nicht, dass die Libellen aufgeregt durch die Luft surrten und schwirrten, weil sie so schnell flogen, dass man sie kaum erkennen konnte.
Doch dann blieb sie stehen und rief ihnen zu: "Was ist das für ein Geräusch?" Eine kleine grünblaue Libelle blieb vor Husch Husch in der Luft stehen.
Aufgeregt surrte das Libellenmädchen der zarten Fee zu:
"Wir holen Hilfe! Die Libellenprinzessin ist in Gefahr! Kannst du uns helfen? Ich bin Bella und nur eine kleine Libelle, aber sehr schnell! Die anderen hören mir nicht zu! Sie können sie nicht ohne Hilfe aus dem Wasser ziehen! Sie sind nicht stark genug!"
Rasch hob auch die Waldfee ihre Flügel -
"Zeig mir wo!" rief sie der Libelle zu und schon hob sie ab, um der Prinzessin der Libellen aus ihrer unglücklichen Lage zu helfen.
Am See angekommen, sah Husch Husch hunderte Flügelpaare. Im Mondlicht schlugen sie auf und ab und bildeten einen großen, glitzernden Schwarm.
Fast konnte man meinen es wäre ein Kristall, der über der Wasseroberfläche schwebte. Die Prinzessin sah die Waldfee nicht. Langsam kam Husch Husch näher, ihr helles Kleid leuchtete im Mondlicht, sie schwebte über dem Wasser und verhielt sich ganz ruhig, um die Libellen nicht zu erschrecken.
Jeder wusste doch, dass Libellen sehr zarte und empfindsame Wesen waren.
Das Libellenmädchen erleichtere die Fee um diese Sorge, flog zu dem Flügelgebilde und berichtete in hohem Ton, dass nun Hilfe nahte.
Husch Husch kam näher, sie war ganz behutsam und versuchte nicht zu laut mit ihren Flügeln zu schlagen.
Da sah sie die Libellenprinzessin im Wasser zappeln. Hilflos ragte nur noch der glänzende Kopf, mit großen leuchtenden Augen, aus dem See.
Noch nie in ihrem Leben hatte die Waldfee ein solches Wesen kennen gelernt - natürlich hatte sie schon viele Libellen gesehen, doch so wie diese war noch keine. Der Körper der Libellenprinzessin glänzte wie ein blauer Edelstein, der Kopf war mit winzigen funkelnden Diamanten geschmückt und ihre Flügel schimmerten wie Kristalle. Doch nun zappelte die edle Libelle völlig hilflos im See.
Ihr Körper war unter Wasser geraten, als sie zu Nahe an die Oberfläche des kristallklaren Sees geflogen war, um ihr schönes Antlitz zu bewundern. Nun konnten ihre Flügel zwar ihren Kopf über Wasser halten, doch wegfliegen konnte die Prinzessin nicht.
Traurig und hilfesuchend blickte sie Husch Husch entgegen.
Flink zog die kleine Fee das eitle Libellenprinzesschen aus dem nassen Gefängnis. Kaum in der Luft flatterten ihre königlichen Flügel und versprühten das Wasser wie feinen Silberregen über der Waldfee.
"Wie kann ich dir nur danken?", fragte die Prinzessin.
"Danke nicht mir sondern der kleinen Bella," erwiderte Husch Husch und zeigte auf die kleine grünblaue Libelle.
"Sie war die Mutigste, die obendrein noch einen kühlen Kopf bewahrt hat!"
"Nun dann möchte ich dir, Bella, ganz besonders danken, denn ohne dich wäre ich verloren gewesen", sagte die Libellenprinzessin.
Dann sah sie wieder die Waldfee an:
"Ich bin Prinzessin Sophie, Anführerin der Libellen und Hüterin des Waldes. Leider kann meine Zauberkraft nur anderen helfen, nicht aber mir selbst.", sie lächelte verlegen.
"Ich bin Husch Husch, die Waldfee und komme aus dem Bernsteinwald hinter den Silberbergen. Dort habe ich mit meiner Mutter und mit meinen Schwestern gelebt. Jetzt bin ich auf der Suche nach einem neuen zu Hause. Um meine Arbeit als Waldfee erfüllen zu können, brauche ich einen eigenen Wald, den ich beschützen darf. Das machen alle großen Waldfeen so. Auch meine Geschwister sind bestimmt schon auf der Suche nach einem neuen Wald."
Da strahlten die Augen der Prinzessin und sie hauchte: " Na, wenn das so ist, dann sei Willkommen im Libellenwald! Ich weiß jetzt auch, wie ich mich bedanken kann - komm mit!"
Schnell glitt die edle Libelle durch die Luft und Husch Husch hatte Mühe mitzuhalten. Sie hielten an einer Lichtung. Der Mond schien hier heller als an all den andern Stellen. Das war der Platz an dem am nächsten Morgen das Häuschen der Fee stehen sollte, doch das verriet Prinzessin Sophie noch nicht.
"Der Wald wird dich schützen, denn das ist ein verzauberter Ort - kein Unwetter wird dir hier je etwas anhaben können, kein Wind wird hier wehen und kein Schnee fallen."
"Wenn du Hilfe brauchst, dann kannst du nach uns rufen und wir werden für dich da sein. Schließlich ist es unser Wald, auf den du gut aufpassen sollst, kleine Waldfee. Aber es bleibt unser Geheimnis, versprochen?"
Die Fee wollte gerade antworten doch dazu kam sie nicht.
Plötzlich war die Libelle verschwunden und es war mäuschenstill auf der Lichtung.
Husch Husch, die kleine Waldfee hatte keine Angst im Dunkeln, denn sie wusste, der Mond und die Libellen waren immer da, um sie zu beschützen. Es war ein wundervolles Gefühl Freunde zu haben, auch wenn man sie nicht ständig sehen konnte. Mit Sicherheit würde sie ihre neuen Freunde bald wieder sehen.
Das Feenmädchen gähnte und streckte sich. Dieses Abenteuer war ganz schön aufregend! Ob die Libellenprinzessin wohl in Zukunft besser aufpassen würde?
Müde ließ sie sich auf einen umgefallenen Baumstamm nieder. Sie zauberte ein Blätterkissen und eine Blätterdecke für die Nacht und kuschelte sich in ihr Nachtlager. Dann schloss sie die Äuglein und schlief ein.
Und sie träumte von Libellen und Geheimnissen und freute sich schon im Schlaf auf ihre nächsten Abenteuer.
Antonia Stahn: Max und Mäxchen. Kindergeschichten für große und kleine Leser. Dr. Ronald Henss Verlag, 2006. ISBN 3-9809336-7-9
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Eingereicht am 19. November 2006.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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