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Die verschworenen Vier - Der Taschendieb

© Peter Bochanan


Es war Sommer in der kleinen Vorstadt. Die Ferien hatten vor zwei Tagen begonnen und die Kinder waren froh, dass sie der Penne mal für eine Zeit entfliehen konnten. Noch knapp sechs herrliche Wochen lagen vor ihnen, und da das Wetter traumhaft war konnten sie jeden Tag davon in vollen Zügen genießen. Das galt auch für Wilma, Kurt, Sigi und Claudia. Die vier kannten sich schon aus dem Kindergarten und waren quasi unzertrennlich. Sie unternahmen alles gemeinsam und jeder stand für den anderen ein, deshalb nannten sie sich auch die "verschworenen vier". Heute war ein Ausflug in die Stadt geplant, denn sie wollten gemeinsam ein großes Eis essen gehen. Sie trafen sich um 14 Uhr auf dem Marktplatz mit ihren Fahrrädern. Na, seid ihr bereit?", fragte Wilma, "dann kann es ja losgehen." Wilma setzte sich an die Spitze des Quartetts und die anderen drei radelten hinter ihr her. Bis zur Stadt hatten sie ca 20 Minuten Fahrt vor sich. Da es sehr warm war ließen sie es ruhig angehen und Sigi stimmte ein Liedchen an und während sie über die Landstrasse fuhren trällerten alle fröhlich vor sich hin. Vor ihrer Abfahrt hatten sie sich darauf geeinigt bei " Mateo " einzukehren da er weit und breit das beste Eis hatte. Als sie kurz vor halb drei die Fußgängerzone erreichten stiegen sie von ihren Rädern ab und schoben sie bis zur Eisdiele. Sie machten sich einen Spaß daraus während ihres Fußmarsches die Passanten zu beobachten und bei jedem der ihnen über die Füße lief gab es irgendetwas worüber sie sich amüsieren konnten, bei dem einen war es die Kleidung, bei dem anderen der Hut, bei wieder einem anderen der Gang oder die Knollennase. Sie hielten einen Moment lang inne als zwei Polizisten an ihnen vorbeigingen aber die waren kaum 10 Schritte weg da ging das Gegröle von neuem los. " Laßt uns bevor wir Eis essen gehen noch schnell ins Kaufhaus gegenüber gehen, ich brauche neuen Kaugummi." bat Claudia und die anderen drei hatten nichts dagegen, sie hatten ja alle Zeit der Welt. Die Fahräder stellten sie vor " Mateo's " Eisdiele ab und gingen die paar Schritte bis zum Kaufhaus zu Fuß. Claudia stellte sich an der Kasse an und kaufte sich ein Päckchen Kaugummi. Dann verließen sie gemeinsam das Kaufhaus und gingen in Richtung Eisdiele. Als sie noch ungefähr 10 Schritte entfernt waren blieb Kurt plötzlich stehen. Die anderen stutzen, blieben aber ebenfalls stehen. " Schaut mal da vorn der Typ, da außen am vorletzten Tisch." Kurt zeigte auf die Terrasse und die anderen drei sahen einen komischen, ungepflegten Mann am Tisch sitzen. Am Tisch links neben ihm saß eine alte Dame und diese beobachtete der Kerl andauernd. " Der sieht aber ätzend aus, meint ihr nicht? Was will der von der alten Frau am Nebentisch? Lasst uns das doch mal im Auge behalten, ich habe so ein komisches Gefühl im Bauch." Auf sein Bauchgefühl hatte sich Kurt bisher immer verlassen können und das hatte den vieren auch schon so manches Abenteuer beschert. Sie gingen noch einige Schritte zurück und hielten sich im Schatten der Kaufhausbalustrade. Claudia öffnete während sie die Terrasse der Eisdiele nicht aus den Augen ließen das Päckchen mit den Kaugummis und gab jedem einen. Nach einigen Minuten stand der Kerl plötzlich auf und rief nach der Bedienung. Er zahlte und verließ die Eisdiele. Was allerdings auffiel, er hatte die ganze Zeit anscheinend darauf gewartet das die alte Dame ihre Handtasche auf den Stuhl neben sich stellte und als diese das tat hatte es der Typ plötzlich sehr eilig. Er verließ die Terrasse und ging in die Fußgängerzone und als er den Tisch der alten Dame erreicht hatte griff er blitzschnell zwischen die Gitterstäbe der Absperrung und packte die Tasche. Die alte Dame hatte davon nichts bemerkt. Schnellen Schrittes entfernte sich der Mann und schützte die Handtasche vor fremden Blicken indem er sie vor die Brust gedrückt hielt. " Los Leute, auf die Fahrräder, dem werden wir die Suppe gehörig versalzen " rief Sigi und preschte los. Die anderen folgten ihm auf dem Fuße. Alle schwangen sich auf die Fahrräder und machten sich an die Verfolgung des Täters. Als dieser sich umsah bemerkte er die Kinder sofort und fing an zu laufen. Eine wilde Hatz begann, zwischen auf die Seite springenden Passanten hindurch, immer dem Dieb hinterher. Die vier brüllten was die Kehlen hergaben damit jemand den Dieb aufhalten und ihn stellen sollte aber die Leute hatten zuviel Angst. Als der Dieb schon fast das Ende der Fußgängerzone erreicht hatte und die vier glaubten ihn jetzt aus den Augen zu verlieren passierte etwas womit niemand gerechnet hatte, der Dieb strauchelte und stürzte zu Boden. Im Handumdrehen hatten die vier ihn umkreist und ließen ihre Fahrräder achtlos zu Boden fallen. Dann stürzten sie sich mit Todesverachtung auf den Kerl mit der Handtasche und warfen sich alle vier über ihn. Dabei riefen sie weiter lauthals nach Hilfe und plötzlich, wie aus dem Nichts aufgetaucht, standen die zwei Polizisten neben ihnen denen sie eben schon einmal begegnet waren. Sie zogen die Kinder von dem Mann herunter und als sie die Handtasche sahen legten sie dem erst einmal Handschellen an. Dann ließen sich die Polizisten von den Vieren genau erzählen was vorgefallen war. Als die Beamten genau wussten was Sache war, rief der eine über Funk einen Streifenwagen herbei um den Täter abzutransportieren während der andere sagte " Donnerwetter ihr vier, da wart ihr aber auf Zack. Na die alte Dame wird sich sicher freuen wenn sie ihre Handtasche zurückbekommt. Das dürft ihr natürlich persönlich übernehmen, wir begleiten euch dorthin sobald der hier im Streifenwagen sitzt." Die vier waren mächtig stolz das sie das so gut hinbekommen hatten. Als der Täter abtransportiert worden war machten sich die vier in Begleitung der zwei Beamten auf den Weg zur Eisdiele wo die alte Dame immer noch nichtsahnend an ihrem Tisch saß und ihren Kaffee genoss. Als einer der Beamten sie ansprach und von dem was eben passiert war erzählte und dann Claudia ihr die Handtasche reichte fiel die Frau aus allen Wolken. " Mein Gott Kinder, wenn ihr nicht gewesen wäret. In der Handtasche ist meine gesamte Rente. Ich habe nachdem ich die Bank verlassen habe hier eine kleine Pause machen wollen weil mir ein wenig schwindelig war. Ich danke euch allen herzlich und zur Belohnung lade ich euch alle auf ein Rieseneis ein." Die Dame rief nach der Bedienung und die Kinder konnten sich bestellen was sie wollten während die Beamten die Personalien der Dame aufnahmen wegen der Strafanzeige. Dann verabschiedeten diese sich und ließen die Dame und die vier tapferen Eingreifer allein. Es wurde ein toller Nachmittag und als die vier sich von der Dame verabschiedeten überreichte diese noch 10 Euro an Claudia, die sollten sie sich noch teilen. Auf dem Weg zurück aus der Fußgängerzone heraus brabbelten sie alle durcheinander und erzählten sich das erlebte immer und immer wieder bis plötzlich Kurt sagte "und wieder haben die verschworenen vier zugeschlagen, uns entkommt eben keiner. So können die Ferien von mir aus weitergehen." Da hatte er Recht, was die anderen mit einem zustimmenden Nicken bestätigten, wieder hatten sie ein Abenteuer erfolgreich bestanden.
Antonia Stahn: Max und Mäxchen. Kindergeschichten für große und kleine Leser. Dr. Ronald Henss Verlag, 2006. ISBN 3-9809336-7-9
Antonia Stahn
Max und Mäxchen
Kindergeschichten für große und kleine Leser

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Großformat 23cm x 21cm
ISNB 3-9809336-7-9
10,80 Euro



Eingereicht am 29. Januar 2007.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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