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Der kleine Mehlwurm Namenlos

© Nicole Ludwig


Es war einmal ein kleiner Mehlwurm, der wohnte mit vielen anderen Mehlwürmern in einem Küchenschrank zwischen ganz vielen anderen Lebensmitteln. Eines Tages machte der Mehlwurm sich auf den Weg, um seinen Freund Benno zu besuchen. Es war ein ganzes Stück zu laufen, denn Benno wohnte ganz am anderen Ende des Küchenschrankes. Namenlos lief los, vorbei an Schokostreuseln, Cornflakes und Vanillepuddingpulver und traf seine Schulkameradin Anke.
"Hallo Anke", sagte Namenlos, "wir haben uns ja ewig nicht gesehen. Wie geht es Dir?"
"Mir geht es gut", antwortete sie, "aber sag mir, wo willst Du denn hin?"
"Ich will auf die andere Seite des Küchenschrankes, um meinen Freund Benno zu besuchen. Leider muss ich jetzt auch weiter, sonst wird es zu spät für mich. Tschüß Anke!"
"Tschüß", sagte Anke und stutzte, "wie war noch Dein Name?"
"Namenlos, mein Name ist Namenlos."
"Namenlos, das ist doch gar kein Name", erwiderte Anke und ging lachend davon.
Nachdenklich ging Namenlos weiter und grübelte, warum Anke denn so gelacht hat. Na ja, er wollte sich den schönen Tag nicht verderben lassen und ging fröhlich pfeifend weiter.
Es dauerte noch eine Weile, und er kam endlich bei den Haferflocken an, in denen Benno wohnte. Er klingelte und ein viel jüngerer, kleiner Mehlwurm öffnete die Tür.
"Guten Tag", sagte Namenlos, "ich bin Namenlos und möchte zu Benno."
"Ha Ha Ha", lachte der kleine Mehlwurm, "N a m e n l o s! Was ist das denn für ein Name?" Der kleine Mehlwurm kringelte sich vor Lachen. Er bat Namenlos aber rein und sagte ihm, dass Benno im ersten Stock in seinem Zimmer sei.
Nun war Namenlos aber doch sehr traurig, weil alle immer über seinen Namen lachten. Er fing genau in dem Moment an zu weinen, als er Bennos Zimmer betrat. Als Benno Namenlos so traurig sah, fragte er ihn, warum er denn weine. Namenlos erzählte die Geschichte über Anke und den kleinen Mehlwurm. Benno hatte Mitleid mit seinem Freund und grübelte, wie er ihm denn helfen konnte. "Ich hab's!", rief Benno, "Wir suchen Dir einfach einen neuen Namen. Nicht weit von hier steht eine alte verlassene Buchstabensuppentüte. Sicherlich sind da noch ein paar Buchstaben drin, aus denen wir Dir einen tollen Namen basteln können." Die beiden Mehlwürmer machten sich auf den Weg, vorbei an Zucker, Mehl und den Gewürzen, aus denen es immer so gut roch, bis sie an der Buchstabensuppentüte ankamen. Die Tür in die Tüte war nur angelehnt und man konnte ungehindert eintreten.
Uff, hier sah es auch wie in einer Rumpelkammer. Überall auf dem Boden waren Buchstaben verteilt. Einige waren im Laufe der Zeit zerbrochen, andere aber waren noch heil. Benno und Namenlos sammelten die heilen ein und legten sie nebeneinander.
H E S T P N A
"HESTPNA!!! Hestphna soll ich heißen. Das ist nun wirklich kein richtig toller Name", rief Namenlos, "da ist Namenlos ja noch schöner."
"Du hast Recht. Das ist nun wirklich kein schöner Name", bestätigte Benno, "lass uns die Buchstaben neu zusammenlegen."
P E S T H A N
Nein, PESTHAN war auch kein schöner Name für Namenlos fand Benno. Also wurden die Buchstaben wieder neu zusammen gewürfelt.
S T E P H A N
"Das ist doch ein Supername", rief Benno, "von heute an heißt Du Stephan!!!"
Stephan, das war ein Name, der Namenlos ... äh Stephan gefiel. Er war total glücklich. Jetzt hatte er auch einen tollen Namen. Benno und Stephan liefen durch den ganzen Küchenschrank, um allen die freudige Nachricht mitzuteilen. Nun konnte keiner mehr den kleinen Mehlwurm auslachen.
Antonia Stahn: Max und Mäxchen. Kindergeschichten für große und kleine Leser. Dr. Ronald Henss Verlag, 2006. ISBN 3-9809336-7-9
Antonia Stahn
Max und Mäxchen
Kindergeschichten für große und kleine Leser

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ISNB 3-9809336-7-9
10,80 Euro



Eingereicht am 31. Januar 2007.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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