www.online-roman.de
www.ronald-henss-verlag.de

Kindergeschichten Märchen Sagen Geschichte Erzählung Kindergeschichte

Die verschworenen Vier - Chaos im Kaufhaus

© Peter Bochanan


Kurt benötigte dringend einen neuen Drucker aber da es so etwas in der Vorstadt nicht zu kaufen gab musste er in die Stadt fahren. Das nahm er zum Anlass eine Shopping-Tour mit seinen Freunden zu unternehmen. Sigi war morgens zu Kurt gegangen um mit ihm gemeinsam noch eine Hausaufgabe für den kommenden Montag zu machen mit der er alleine nicht fertig wurde.
Die Mädchen indes hatten sich bei Claudia getroffen um in einem neuen Buch zu lesen das sich Wilma vorgestern gekauft hatte. Das Buch war so spannend das sie beinahe den Zeitpunkt zum Aufbruch verpasst hätten denn sie waren ja mit den Jungs verabredet um in die Stadt zu fahren. Also packte Wilma schnell das Buch in den kleinen Rucksack und die beiden liefen los um nicht zu spät zu kommen.
An der Bushaltestelle warteten die Jungs schon auf sie. " Wo bleibt ihr denn, jeden Moment kommt der Bus" rief ihnen Kurt schon von weitem entgegen. "Entschuldigt bitte, wir waren so vertieft in Wilmas neues Buch das wir gar nicht auf die Uhr geschaut haben. Wir haben es ja noch geschafft." Claudia hatte den Satz noch nicht ganz ausgesprochen als der Bus um die Ecke bog.
Die Kinder winkten dem Fahrer und der hielt an um sie aufzunehmen." Na ihr vier, wo solls denn hingehen ? " Wir wollen in die Stadt " sagte Kurt " ich brauche einen neuen Drucker, der meine hat den Geist aufgegeben, Also viermal bis zur Markusstraße bitte."
Die vier nahmen hinten im Bus Platz und die Jungs schauten aus dem Fenster während die Mädchen sich wieder dem Buch widmeten. Nach einer guten halben Stunde Fahrt waren sie am Ziel angekommen und stiegen aus. " Lasst uns abkürzen und durch diese Gasse hier gehen, dann sind wir schneller da " sagte Kurt zu den anderen. Er war eigentlich so was wie der Leitwolf der Gruppe denn er hatte immer die besten Ideen und auch den schärfsten Verstand.
Die anderen waren einverstanden und so erreichten sie nach wenigen Minuten das Kaufhaus. Durch den Haupteingang traten sie ein und orientierten sich an der großen Tafel die gleich an der Rolltreppe hing.
" Wir müssen auf die zweite Etage " erkannte Sigi richtig " da ist die Elektroabteilung." Also fuhren die drei mit der Rolltreppe nach oben. Die Elektroabteilung war riesig und es gab hier alles Mögliche zu kaufen. Fernseher, Videogeräte und DVD-Player, Staubsauger und Kühlschränke, ja, sogar jede Menge CDs und DVDs .
Da machten die vier erstmal einen kleinen Zwischenstopp bevor sie sich auf die Suche nach den Druckern machten. Sie stöberten in den Regalen herum und jeder fand etwas, das er toll fand und den anderen unbedingt zeigen musste. Sie waren mal auf der einen, mal auf der anderen Seite des Regales und so ging es immer hin und her.
Plötzlich hielt Kurt die anderen an und zog sie etwas zur Seite. Er zog ihre Köpfe näher aneinander und flüsterte " Wenn wir jetzt wieder auf die andere Seite gehen dann schaut euch mal unauffällig den Jungen an der bei den DVDs steht, so ungefähr in der Mitte des Regals. Der schaut sich die ganze Zeit schon so komisch um während er in den Auslagen wühlt. Isteuch das noch nicht aufgefallen?"
Die anderen verneinten und so wechselten die vier wieder einmal die Seite und stellten sich so, dass sie den Jungen schräg von hinten beobachten konnten. Tatsächlich, jedes Mal wenn er anscheinend etwas gefunden hatte das ihn interessierte schaute er sich nach allen Seiten um und stellte dann, das fiel Kurt jetzt erst auf, die Ware nicht dahin zurück wo er sie hergeholt hatte sondern in ein Fach ganz unten. Das wiederholte er ein paarmal. Dann ging mit einem Mal alles sehr schnell.
Der Junge bückte sich und griff sich den ganzen Stapel mit den DVDs die er sich zurechtgelegt hatte, drehte sich um und verließ flugs die Abteilung. Während er durch den Markt ging legte er über die Hand in der sich die DVDs befanden seine Jacke so dass diese nicht mehr zu sehen waren.
Die vier folgten dem Jungen bis dieser in der Textilabteilung angekommen war. Sie hielten sicheren Abstand zu ihm damit er sie nicht entdecken konnte.
Der Junge kramte jetzt in den Jacken herum die auf dem Ständer vor ihm hingen. Er nahm eine Jacke vom Bügel und ging damit in die Umkleidekabine. Als er diese wenig später verließ hatte er die neue Jacke an und die Hand mit den DVDs war leer. " Du, der klaut " sagte Claudia " was machen wir denn jetzt?" Da es der Junge plötzlich sehr eilig hatte blieb den vieren nicht viel Zeit zum überlegen. Sie hefteten sich einfach an seine Fersen und als er fast den Ausgang erreicht hatte und durch die Information das Geschäft verlassen wollte rief Kurt " Kommt " und in Richtung der Info " lassen sie den Jungen nicht raus." Sie waren alle losgerannt als Kurt " kommt " gerufen hatte und waren so bei dem Jungen angelangt noch bevor dieser reagieren konnte.
Sie hielten alle vier den Jungen fest und baten die Verkäuferin hinter der Info Hilfe zuholen. Da wusste der Junge bescheid. Er versuchte sich loszureißen um die Flucht ergreifen zu können. Dabei traf er mit seinem Ellenbogen Kurts linkes Auge. Wilma hatte in einem Reflex dem Jungen kräftig vor das Schienbein getreten so dass dieser aufheulte und sich das schmerzende Bein festhielt. Dann wollte er aber wieder losstürmen. Zum Glück kam in dem Moment wo der Kampf erneut entbrannte ein Mitarbeiter des Marktes an der Info vorbei und griff sich gedankenschnell den Jungen. " Was ist denn hier los " fragte der Mitarbeiter " warum streitet ihr euch denn." " Wir streiten uns nicht " erwiderte Kurt " der Junge hat eine Jacke aus ihrem Markt an die nicht bezahlt ist und er hatte auch jede Menge DVDs bei sich die plötzlich verschwunden sind.
Mittlerweile waren noch zwei Mitarbeiter des Marktes gekommen die die Dame an der Information verständigt hatte. Gemeinsam brachten sie den Jungen in das Büro des Marktleiters und zogen ihm dort erst einmal die Jacke aus. " Und nun mal raus mit der Sprache, wo sind die DVDs ? "
"Die hab ich in der Kabine liegenlassen und die Jacke gehört mir, was wollen sie eigentlich von mir. Ich will sofort hier raus, sonst zeige ich sie an." " Nun mal ruhig Blut mein Junge " sagte der Marktleiter " setz dich erstmal da hinten hin. Ich lasse einen meiner Mitarbeiter die Kabine kontrollieren und dann sehen wir weiter. Der Marktleiter telefonierte mit der Textilabteilung, erklärte den Sachverhalt und bat nach Kontrolle der Kabine um Rückruf.
Die Sekretärin hatte mittlerweile die Polizei verständigt die fast zeitgleich mit dem Rückruf aus der Textilabteilung eintraf. In der Kabine war nur eine alte Jacke gefunden worden, aber keine DVDs. Der Marktleiter bedankte sich und legte auf. Dann unterrichtete er die Polizei über das was vorgefallen war. " Dein Auge sieht aber nicht sehr gut aus " sagte der Marktleiter mit einem seitlichen Blick auf Kurt "komm mal schnell mit." Während die Polizei den Jungen durchsuchte lief der Marktleiter mit Kurt zur Fleischabteilung und ließ sich ein großes Steak aushändigen.
Das reichte er Kurt damit dieser sich das auf sein ramponiertes Auge legen solle. Mit dem Steak im Gesicht gingen sie zurück zum Büro, es war schon ein lustiger Anblick, was wohl auch der ein oder andere Besucher dachte dem Kurt entgegenkam. Die DVDs waren mittlerweile von der Polizei sichergestellt worden. Der Junge hatte sie in seinem Hosenbund versteckt gehabt. Die Polizei nahm die Anzeige wegen Diebstahls und Körperverletzung auf und entließ den Jungen dann wieder in die Freiheit da seine Personalien stimmten und er auch im Besitz eines gültigen Personalausweises war.
"Jetzt wird es aber Zeit, dass wir uns um deinen neuen Drucker kümmern was Kurt, sonst kannst du ihn gleich nicht mehr erkennen." Wilma hatte ihn mit diesem Spruch ein wenig aufziehen wollen denn immer noch hatte Kurt das Steak auf dem Auge liegen und außer Kurt lachten alle denn ihm war im Moment nicht nach lachen zumute.
" Ach warte mal, bevor ihr geht. Ihr habt einen Ladendieb dingfest gemacht und damit stehen euch 50 Euro Belohnung zu. Ich rufe unten an der Info an. Da könnt ihr euch das Geld dann abholen. Vielen Dank noch mal das ihr so gut aufgepasst und so schnell reagiert habt." Der Marktleiter brachte sie noch bis zur Tür die in den Laden führte und ging dann zurück in sein Büro.
" Weißt du was Kurt, du hast den Typ gesehen und bist außerdem verletzt worden. Ohne dich wäre der entkommen, deshalb schenken wir dir unseren Anteil an der Belohnung, sozusagen als Schmerzensgeld. Lag das Geld für einen neuen Drucker an, das hast du dir verdient." Das war nicht alleine Wilmas Meinung, auch die anderen stimmten ihr zu und auch wenn Kurt das nicht annehmen wollte so war es in den Augen der anderen doch beschlossene Sache.
" Gut denn, wenn ihr unbedingt wollt dann sage ich danke aber nur unter einer Bedingung, das ich euch nach dem Einkaufen zu einer großen Portion Eis einladen darf." Das ließen sich die drei Freunde natürlich nicht zweimal sagen und stimmten dem Vorschlag von Kurt freudestrahlend zu.
So gingen sie gemeinsam, nachdem sie einen neuen Drucker für Kurt gefunden hatten, auf direktem Weg in die nächste Eisdiele und schlemmten dort nach Herzenslust auf was sie Appetit hatten. Dann machten sie sich zur Bushaltestelle und fuhren nach Hause wo Kurt sofort seinen neuen Drucker anschloss und ausprobierte. Kurts Eltern waren zwar nicht gerade begeistert von dem mittlerweile doch recht blau angelaufenen Auge ihres Sprösslings aber als Kurt ihnen alles erzählt hatte was die vier im Kaufhaus erlebt hatten waren sie dennoch stolz auf ihn. Wieder einmal, wie so oft in letzter Zeit, hatten ihr Sohn und seine Freunde für Gerechtigkeit gesorgt.
Antonia Stahn: Max und Mäxchen. Kindergeschichten für große und kleine Leser. Dr. Ronald Henss Verlag, 2006. ISBN 3-9809336-7-9
Antonia Stahn
Max und Mäxchen
Kindergeschichten für große und kleine Leser

Dr. Ronald Henss Verlag, 2006
Großformat 23cm x 21cm
ISNB 3-9809336-7-9
10,80 Euro



Eingereicht am 01. Februar 2007.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise,
bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Autorin / des Autors.
amazon

Aus unserem Verlag
Antonia Stahn: Max und Mäxchen. Kindergeschichten für große und kleine Leser. Dr. Ronald Henss Verlag, 2006. ISBN 3-9809336-7-9

Schlüsselerlebnisse Edition www.online-roman.de  Dr. Ronald Henss Verlag, Saarbrücken. ISBN 3-9809336-6-0
Plötzlich sah die Welt
ganz anders aus
Schlüsselerlebnisse

Edition www.online-roman.de
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 3-9809336-6-0
8,90 Euro (D)


Buchtipps