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Die verschworenen Vier - Wo ist das Kapuzineräffchen?

© Peter Bochanan


"Wie wäre es wenn wir am Samstag zusammen in den Zoo gehen würden. Es sollen neue Tiere da sein und wie ich in der Zeitung gelesen habe hat eine Kapuzineraffenmutter Junge bekommen. Ich habe so was noch nie gesehen und das würde mich interessieren."
Kurt hatte den ersten Vorschlag gemacht für den Samstag denn sie hatten gemeinsam überlegt was man so alles anfangen könne am Wochenende. Die anderen drei waren auf Anhieb einverstanden, auch sie hatten noch nie Affenjunge gesehen, und so konnten sie sich das weitere Grübeln sparen. Es war also beschlossene Sache, dass sie am Samstag gemeinsam den Zoo in der Stadt besuchen würden. Die vier wollten früh los denn der Zoo war groß und damit sie soviel wie möglich davon sehen konnten galt es keine unnötige Zeit zu verlieren.
Sie fuhren mit dem Bus in die Stadt denn der hielt nicht weit vom Zoo entfernt. Da hatten sie dann nur noch wenige hundert Meter bis sie den Eingang erreicht hatten. Sie bezahlten den Eintritt, für Schüler war das Gott sei Dank billiger, und betraten den Zoo. Als erstes beratschlagten sie wo sie langgehen sollten. Das Affenhaus lag ganz hinten rechts in der Ecke, bis sie zu den Kapuzinern kommen würden das sollte noch etwas dauern aber weil sie alle so neugierig auf die kleinen Äffchen waren entschlossen sie sich als erstes dorthin zu gehen und dann den Zoo von hinten nach vorne zu besichtigen. Das war zwar ungewöhnlich aber die Neugier siegt halt über den Verstand.
Die vier machten sich auf den Weg und gelangten nach 20 Minuten strammen Marschierens beim Affenhaus an. Sie hofften, dass die kleinen Äffchen mit ihrer Mutter draußen waren an diesem herrlichen Tag, so dass sie sie richtig gut sehen konnten. Von Alter her stellte das normalerweise kein Problem dar. Die Äffchen waren jetzt ein paar Wochen alt und da sollte das eigentlich gehen. Wilma war schon ganz aufgeregt jetzt wo sie so kurz davor waren. Als die vier das Freigehege der Affen erreichten wussten sie gleich ohne groß hingesehen zu haben wo die Kapuziner waren denn dort hatte sich eine Menschenmenge vor dem Zaum versammelt. Darauf steuerten sie jetzt zu. Sie gesellten sich an der rechten Seite der Menschentraube dazu und hatten jetzt freien Blick ins Gehege. Da lagen die putzigen Äffchen, ganz in der Nähe ihrer Mutter. Die Leute um sie herum filmten und fotografierten was das Zeug hielt und die vier ärgerten sich jetzt das sie nicht an ihre Kameras gedacht hatten. Jetzt war es zu spät, egal, dann eben beim nächsten Mal.
Vielleicht konnte man sich ja auch ein paar Bilder der Jungen im Internet anschauen. Das wollte Kurt am Abend oder morgen einmal versuchen. Es war ein wunderbares Bild die Babys so herumtollen zu sehen. Sie waren außer Rand und Band und es sah mitunter gefährlich aus wenn sie sich in Todesverachtung aufeinander stürzten aber das war alles nur Spiel. Die Mutter hatte auch ihre Augen überall und wenn sie der Meinung war das die Kleinen das Spiel übertrieben dann schritt sie sofort ein, typisch Mutter eben. Die vier amüsierten sich köstlich und bereuten es in keinster Weise heute hierher gekommen zu sein.
Plötzlich entfernte sich eines der Kleinen von der Gruppe und ging auf einen großen Felsen zu der sich im Hintergrund befand, dort wo die Türen waren durch die die Affen am Abend in das Affenhaus hineingingen denn sie blieben ja nicht die ganze Nacht draußen. Als das Äffchen, unbemerkt von der Mutter und den Geschwistern, den Felsbrocken erreicht hatte schoss blitzschnell eine Hand dahinter hervor und packte das Äffchen. In Sekundenschnelle war die Hand wieder verschwunden. Kurt sah seine Freunde an und fragte " Habt ihr das gesehen, komisch was?" "War sicher ein Wärter der das Kleine jetzt badet oder so was" erwiderte Claudia und Wilma meinte "oder er bringt eins nach dem anderen zur ärztlichen Kontrolle."
"Das glaub ich nicht, ich hab irgendwie ein komisches Gefühl. Kommt mit, das sehen wir uns mal näher an." Die vier gingen vom Zaun weg und liefen den Weg runter bis ein schmaler Gang nach rechts einbog. Der musste in die Richtung führen in der das Affenhaus lag. Ein Mann, ca. 50 Jahre alt, kam aus dem Affenhaus heraus und ihnen entgegen und obwohl es Kurt sofort auffiel ließ er den Mann erst passieren bevor er die anderen anhielt. " Habt ihr die Beule unter seiner Arbeitsjacke gesehen, die hat sich sogar bewegt. Kommt, dem Kerl folgen wir um zu sehen wo er hingeht." Die anderen nickten nur und die vier hängten sich in gebührendem Abstand an die Fersen des Mannes. Der verschwand nach einer Weile im hinteren Teil des Zoos in einer Art großer Blockhütte. Da diese Blockhütte an der Vorderseite keine Fenster hatte konnten die vier nicht sehen was er in der Hütte machte. Nach nicht mal 5 Minuten kam der Mann wieder heraus. Er schaute sich in alle Richtungen um, strich seine Arbeitsjacke gerade und ging zurück zum Hauptweg. Die vier Freunde konnte er dabei nicht entdecken weil die sich in einem Gebüsch versteckt hatten. Als er weit genug weg war gingen sie wieder hinter ihm her. Als wäre nichts gewesen betrat er das Affenhaus und verschloss hinter sich die Tür. Was sollten sie jetzt tun?
Kurt hatte einen Plan, er und Sigi würden zurückgehen zu der Blockhütte um zu sehen ob sie dort etwas herausfinden konnten während die Mädchen hier die Stellung halten und sie über Handy verständigen sollten wenn sich hier etwas tat. Kurt und Sigi liefen los und Claudia und Wilma stellten sich so an den Zaun das sie sowohl das Gehege als auch den vom Affenhaus wegführenden Weg im Auge hatten. Dabei sahen sie so aus als ob sie die Affen beobachteten, sie fielen also in der Masse der dort stehenden Menschen nicht auf und das war der Sinn der Sache. Die Jungs hatten die Hütte erreicht und gingen vorsichtig um sie herum. Kurt fühlte an der Tür aber die war verschlossen, rein kamen sie also nicht. Auf der Rückseite war ein Fenster und Kurt wollte da mal reinschauen. Da das Fenster aber etwas erhöht eingebaut war musste Sigi ihm die Räuberleiter machen doch das brachte leider nichts denn das Fenster war von innen verhangen und durch die Decke oder was auch immer es war das vor dem Fenster hing konnte man nicht durchsehen.
Plötzlich vibrierte Kurts Handy. Er sprang schnell von Sigis Händen herunter und holte das Handy aus der Hosentasche. " Was ist los, ist irgendwas passiert? " Wilma war am anderen Ende und sagte " stell dir vor, die Affenmutter hat anscheinend das Verschwinden des Jungen bemerkt und gebärdet sich wie verrückt und drei Wärter suchen jetzt das ganze Gehege ab, auch der Mann von eben ist dabei und sucht mit." "OK" erwiderte Kurt "bleibt am Ball und sagt Bescheid wenn sich wieder was tut. Ich lauf los und verständige den Zoodirektor. Dann kommen wir zu euch zurück." Kurt legte auf und sagte zu Sigi " du hast es ja gehört, ich gehe und hole den Direktor. Du bleibst hier und wenn der Kerl zurückkommen sollte dann sagst du den Mädels bescheid und ihr hängt euch dann an ihn ran und sagt mir über Handy wo er hingeht."
"Alles klar" entgegnete Sigi und versteckte sich wieder in dem Gebüsch in dem sie vorhin alle gekauert hatten. Kurt lief los und fragte den ersten Wärter der ihm über die Füße lief wo er den Direktor finden konnte. Dieser beschrieb ihm den Weg und Kurt rannte weiter.
Am Verwaltungsgebäude angekommen lief er auf eine Frau zu die gerade in ein Zimmer gehen wollte. Sie fragte er nach dem Direktor und sagte dass er ihr die ganze Geschichte jetzt nicht erzählen könne aber dass es sich um einen dringenden Notfall handele. Also brachte die Frau den Jungen zum Zimmer des Direktors. Diesem erzählte Kurt was sich im Affengehege zugetragen hatte und was sie beobachtet hatten. "Das ist ja ungeheuerlich " rief der Direktor wutentbrannt " warte, ich lasse noch zwei Männer kommen die uns begleiten und dann sehen wir uns die ganze Sache mal an." Der Direktor telefonierte kurz und zwei Minuten später standen die alarmierten Wärter in der Tür.
Unterwegs berichtete der Direktor was er soeben von Kurt erfahren hatte und Kurt rief bei den Mädchen an um ihnen mitzuteilen das er mit dem Direktor und zwei Wärtern unterwegs wäre. Als erstes gingen die vier zu dem Blockhaus aber weder der Direktor noch die zwei Wärter waren im Besitz eines Schlüssels. Also machten sie sich auf den Weg um den Mann aus dem Affenhaus zu holen und ihn die Türe aufschließen zu lassen. Lediglich Sigi blieb zurück falls der Mann eine andere Möglichkeit haben sollte das Affenhaus zu verlassen und unbemerkt zu fliehen. Die Wärter im Gehege suchten immer noch nach dem jungen Äffchen und Kurt zeigte dem Direktor den Mann. Daraufhin gingen die zwei Wärter die sie begleitet hatten ins Affenhaus und holten den Mann heraus. Sie hielten ihn rechts und links am Arm fest damit er nicht türmen konnte und die ganze Gruppe ging zurück zu der Blockhütte.
Dort ließ sich der Direktor den Schlüssel zu der Türe geben, schloss auf und ging hinein. Nach zwei Minuten war er wieder draußen und hielt das schlafende Äffchen im Arm. " Sagen sie mal sind sie wahnsinnig geworden, was soll denn das? Was wollten sie denn mit dem Äffchen machen?" Da berichtete der Mann, dass er vor zwei Wochen die Kündigung bekommen hätte und da er keine Abfindung erhalten sollte wollte er sich durch den Verkauf des Äffchens etwas auf die Seite legen. Außerdem sann er auf Rache denn er war über 20 Jahre hier im Zoo gewesen und jetzt wurde er einfach so abserviert.
"Das wird für sie noch ein Nachspiel haben, darauf können sie sich verlassen." Die zwei Wärter brachten den Mann zum Verwaltungsgebäude wo die Polizei bereits verständigt worden war und die Anzeige gegen den Mann aufnahm. Der Direktor brachte das Affenjunge, das langsam wieder wach wurde, zu seiner Mutter und seinen Geschwistern zurück und sobald die Mutter das Kleine wieder in ihrer Nähe wusste beruhigte sie sich augenblicklich. Alles war wieder in Ordnung. Der Direktor bedankte sich herzlich bei den Kindern und lud sie für den Mittag zum essen ein. Außerdem bekamen sie Ausweise mit denen sie für den Rest ihres Lebens freien Eintritt im Zoo hatten, sie waren jetzt gewissermaßen Zoo-VIPs. Das Eintrittsgeld für den heutigen Besuch erhielten sie auch zurück und bei den Vieren war die Freude groß. Es wurde noch ein wunderschöner Tag und die vier wurden sogar von Wärtern begleitet die ihnen alles genau erklärten und sie durften auch da hin wo normale Besucher nicht hin durften. Als sie am Abend nach Hause kamen waren sie alle geschafft von den Ereignissen des Tages und verschwanden alle früh im Bett. Am nächsten Tag wären sie wieder ausgeruht und das nächste Abenteuer konnte kommen.
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Eingereicht am 01. Februar 2007.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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