Unser Buchtipp
Antonia Stahn: Max und Mäxchen. Kindergeschichten für große und kleine Leser
Antonia Stahn
Max und Mäxchen
Kindergeschichten für große und kleine Leser

Mit Illustrationen von Sibylle Rencker
Großformat 23cm x 21cm

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise,
bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors.

Eingereicht am
23. Juni 2007

Der kranke Schnabelhase

© Nicole Kuhlert

Es ist Sommer und eine kleine Häsin hoppelt fröhlich über saftiggrüne Wiesen, als ihr plötzlich am Rande des Weges ein kleines Häschen auffällt. Es lässt seine langen Ohren und sein Köpfchen hängen.

"Was ist los mit Dir, bist Du traurig?", fragt ihn die kleine Häsin.

Der Hase hebt sein Köpfchen und die Häsin glaubt nicht richtig zu sehen. Ein Schnabelhase!!!

"Du bist ja ein Schnabelhase", sagt die kleine Häsin ganz erstaunt. Schnabelhasen gibt es nur ganz wenige auf der Welt. Und nur wenn man ganz genau hinsieht, kann man ihnen begegnen. Sie tragen lustige Latzhosen und Schirmmützen und meistens Gummistiefel, die sie immer verkehrt herum anziehen. Ihr Fell ist weiß und das Mäulchen erinnert an den Schnabel einer Ente.

"Ja, und ich bin krank!", antwortet der Schnabelhase traurig.

"Aber was hast Du denn?"

"Mein Köpfchen tut weh und meine Beinchen wollen mich gar nicht mehr tragen. Ich bin ganz schlappi." Während der Schnabelhase das sagt, lässt er sein Köpfchen wieder hängen.

"Du hast gar keine Strümpfe an", bemerkt die Häsin, als sie in einen seiner Gummistiefel schaut. "Du musst Strümpfe anziehen wenn Du krank bist", erklärt sie.

"Und wenn ich keine habe?", fragt der Schnabelhase.

"Wenn Du keine hast dann gucken wir ob wir welche für Dich finden."

"Ich kann nirgendwo gucken weil meine Beinchen mich nicht mehr tragen", sagt der Schnabelhase und beginnt zu weinen.

"Warte einen Moment, ich bin gleich wieder bei Dir", verspricht die kleine Häsin und hoppelt los.

* * *

Einige Zeit später kommt sie zurück und zieht einen Bollerwagen hinter sich her. Dieser Bollerwagen ist ganz bunt bemalt. Viele Blumen und eine Sonne kann man auf ihm sehen und sogar Möhren, ganz große. "Komm, setz Dich da rein", fordert sie den Schnabelhasen auf. Doch der Schnabelhase ist so schwach dass er das gar nicht alleine schafft. Die kleine Häsin ist ihm behilflich dabei. Sie greift ihm unter den Po und er purzelt in den Bollerwagen. "Jetzt fahren wir zu einer ganz alten Hasenomi. Die hat alles was Du brauchst damit Deine Beinchen Dich wieder tragen wollen und dein Köpfchen nicht mehr so schlappi herunterhängt. Die Hasenomi weiß immer was man tun muss damit man wieder gesund wird", sagt die kleine Häsin voller Überzeugung.

Bei der Hasenomi angekommen, lässt die kleine Häsin den bunten Bollerwagen mit dem Schnabelhasen vor dem Haus stehen. "Ich werde der Omi von Dir erzählen und vielleicht kann sie mal vor das Haus kommen und gucken was Dir fehlt", gibt sie dem Schnabelhasen zu verstehen. Das Häuschen der Hasenomi sieht ja aus wie die Villa Kunterbunt, denkt der kleine Schnabelhase. Er kennt sie von Pipi Langstrumpf. Pipi Bücher hatte ihm seine Mama immer vorgelesen als er noch im Nest lag.

* * *

Es vergeht nicht viel Zeit und die Haustür der Villa öffnet sich. Die kleine Häsin kommt zurück und hat etwas in ihren Pfötchen. "Hast Du mir etwas mitgebracht", fragt der kleine Schnabelhase ganz aufgeregt.

"Ja, die Omi hat gesagt dass Du diesen Saft trinken und diese Strümpfe anziehen musst und dann wird es Dir ganz bald wieder besser gehen."

Der Schnabelhase greift nach den vier knallbunten Wollstrümpfen, die die Omi liebevoll selbst gestrickt hat, und zieht sie sich über die Pfötchen. Als er alle vier Strümpfe angezogen hat, trinkt er den Saft aus dem orangefarbenen Möhrenglas. Noch gar nicht alles heruntergeschluckt, spürt er dass es in seinem Köpfchen und auch in seinen Pfötchen kitzelt und alles ist wieder gut.

Der Schnabelhase und die kleine Häsin hoppeln in die kunterbunte Villa und bedanken sich bei der im Schaukelstuhl sitzenden Omi. Der Schnabelhase schenkt der Omi seinen Lieblingsstein, den er bisher immer bei sich getragen hat. Er hatte ihn auf einer Blumenwiese gefunden und nahm ihn mit, weil er ihm so gut gefiel. Nun soll die Hasenomi sich an seinem Anblick erfreuen.

.

* * *

"Ich wollte Dir mal sagen dass Du niedlich bist", sagt die kleine Häsin etwas verschämt zum Schnabelhasen, als sie die Villa verlassen.

"Du bist auch niedlich und ich wollte Dich fragen ob Du mit mir kommst. Du sollst mit mir in mein Nest kommen und nie wieder weggehen", sagt der Schnabelhase ebenso verschämt wie die kleine Häsin.

* * *

Von nun an hoppeln ein süßer Schnabelhase und eine kleine Häsin gemeinsam putzmunter und fröhlich über saftig grüne Wiesen. Und wenn man genau hinsieht, dann kann man ihnen begegnen ...

Antonia Stahn: Max und Mäxchen Antonia Stahn
Max und Mäxchen
Kindergeschichten für große und kleine Leser

Mit Illustrationen von Sibylle Rencker
Großformat 23cm x 21cm
ISBN 978-3-9809336-7-4

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