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Die Suppe

© Manfred Schröder


In der offenen Verandatüre stand die Mutter und ließ ihre Blicke durch den Garten schweifen.
-Liisa!-
Sie wartete einen Augenblick und rief dann noch einmal laut, -Liisa. Komm. Sonst wird die Suppe kalt!-
Doch von Liisa war nichts zu hören und nichts zu sehen. Nur ein Vogel zwitscherte im Baum und die Katze schlich miauend ums Haus.
Ja, wo war denn Liisa?
Versteckt saß sie im Gebüsch und verhielt sich still. Still wie ein Mäuschen. Heute war Donnerstag. Und dann gab es Spinatsuppe. Nein; heute wollte sie das grüne Zeug nicht essen. Auf keinen Fall! So blieb sie denn sitzen und schaute durch die Zweige und Blätter, wie sich die Mutter noch einmal umschaute und dann ins Haus zurückging.
Da saß nun Liisa und überlegte. ´Wenn ich lange genug hier sitzen bleibe, wird Mutter die Suppe alleine essen. Sonst wird sie ja kalt! Und ich bekomme etwas anderes.´
Doch mit der Zeit wurde es langeilig im Gebüsch und sie verspürte Hunger.
Trotzdem blieb sie noch ein Weilchen auf ihren Platz, bis sie glaubte, dass jetzt der Topf leer war. Dann erhob sie sich, wischte sich die Erde von ihrem Kleidchen und ging durch den Garten auf das Haus zu.
Da stand ja schon die Mutter.
-Liisa, Kleines. Wo warst du denn? Habe dich gerufen. Doch du warst nirgends zu sehen. Ja, und nun gibt es keine Suppe mehr für dich!-
Begannen da nicht Liisas Augen zu strahlen? Keine Suppe mehr!? Trotzdem zog sie ein Schmollmündchen, um zu zeigen, dass sie enttäuscht war.
-Gibt es wirklich nichts mehr, Mamma? Keine Suppe mehr?-
Die Mutter schüttelte den Kopf. -Nein Liisa. Keine Suppe mehr. Ich habe sie alleine gegessen, die Erbsensuppe! Sonst wäre sie ja kalt geworden.-
Liisas Augen wurden ganz groß. Erbsensuppe! Das war doch ihre Lieblingsspeise. Mit allen den Wurststückchen darin! Aber heute war Donnerstag. Da gab es doch immer Spinat! Jetzt wurde es ein richtiges Schmollmündchen und in ihren Augen bildeten sich kleine Tränlein.
-Gibt es wirklich keine Suppe mehr-? fragte sie zaghaft.
Die Mutter lächelte.
-Na, ich kann ja noch mal nachschauen. Vielleicht ist doch etwas übrig geblieben.-
Sie ging in die Küche und kam mit einem Topf zurück.
-Schau, Liisa. Da gibt es doch noch etwas. Vielleicht wird der Teller noch ganz voll!-
Liisas Schmollmündchen verschwand und ein Lächeln breitete sich bis zu ihren Pausbäckchen aus.
Ja, Der Teller füllte sich bis zum Rand. Noch nie hatte eine Suppe Liisa so gut geschmeckt!
Antonia Stahn: Max und Mäxchen. Kindergeschichten für große und kleine Leser. Dr. Ronald Henss Verlag, 2006. ISBN 3-9809336-7-9
Antonia Stahn
Max und Mäxchen
Kindergeschichten für große und kleine Leser

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Großformat 23cm x 21cm
ISNB 3-9809336-7-9
10,80 Euro



Eingereicht am 06. September 2006.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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