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Kurzgeschichte Alltag Kurzprosa Geschichte Erzählung short story

U 71

© Christine Kühnel


Am Anfang nannte er es 'abtauchen in den Untergrund'. Damals mochte er es noch nicht. Es war ihm zu dunkel, zu feucht, zu stickig.
Wenn seine kleine Tochter ihn fragte, wie ihm seine neue Arbeit gefiele, dann antwortete er, das die Arbeit schön sei, wie eine Offenbarung, nach dem entsetzlich langen Weg dort hin durch die dunklen, feuchten und stickigen Tunnel der Untergrundbahn.
In der Bahn saß man in Gruppen zu je vier Fahrgästen. Jeweils zwei saßen sich hierbei gegenüber und weil die U 71 eine von den Bahnen war die lange Strecken fuhren, gab es in jeder dieser Vierer-Inseln ein Klapptischchen in der Mitte. Wenn man wollte, konnte man sich sogar Essen servieren lassen. Aber das Essen in der Bahn war schlecht und teuer. Trotzdem mochte er das Tischchen in der Mitte und es war auch die einzige Annehmlichkeit, von der er seiner Frau zu berichten wusste.
Er hatte von Anfang an in derselben Vierer-Insel gesessen und peinlich genau darauf geachtet, sich so breit zu machen, dass niemand auch nur auf die Idee kam, sich zu ihm zu setzen. Wenn das alles nichts half, dann wurde er sogar eklig, als letzte Maßnahme sozusagen. Seine Flatulenzen hatten noch jeden vertrieben.
An dem Tag an dem alles anders geworden war, hatte er wie jeden Morgen den abgenutzten Aktenkoffer auf das kleine Klapptischchen gelegt und ihn geöffnet.
Da war alles wie immer, oben rechts das Obst, in der Mitte ein Buch, Brillenetui, links die Thermoskanne und oben und unten verschiedene Plastikbehältnisse mit Cerealien für Frühstück und Mittagessen. Die Kantine bei seiner Arbeit war auch zu schlecht und auch zu teuer.
Er konnte also den Inhalt seines Koffers an diesem Tag sehr gut übersehen, aber erfreulich war das nicht, denn das bedeutete, dass seine Frau vergessen hatte, ihm seine Zeitung obendrauf zu packen. Das war schon lange nicht mehr vorgekommen und seitdem er mit der U 71 zu seiner neuen Arbeitsstätte fahren musste, noch gar nicht.
Er fühlte gar keine richtige, also nennenswerte Reaktion hierauf in ihm hochsteigen, er schwitzte nicht, bekam kein Magendrücken. Auch wurde er nicht wütend oder ärgerlich, nicht einmal nervös. Ihm fiel zunächst nichts anderes ein, als noch eine Weile in seinen durchorganisierten Koffer zu starren, bis er eine vage Idee davon bekam, wie er eine ganze und eine halbe Stunde Bahnfahrt ohne Zeitung zubringen sollte.
Nach einer ganzen Weile hatte er immer noch keinen Einfall gehabt, aber er dachte sich, dass er sicher eine Menge Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde, wenn er nicht damit aufhören würde, in seinen Koffer zu starren. Also schloss er ihn mit dem höchstmöglichen Maß an Elan den er aufbringen konnte und nachdem er eine Weile auf einen fixen Punkt vor sich gestarrt hatte, riskierte er, es einen verstohlenen Blick aus den Augenwinkeln auf seine Mitfahrer zu werfen.
Früher, als er noch die andere Arbeit hatte, da war er mit seinem Wagen gefahren. Da war es nicht schlimm gewesen, wenn die Zeitung gefehlt hatte und er hatte keine Mitfahrer gehabt, die er sich hätte ansehen können. Aber nun, da er sich in dieser völlig neuen Situation wiederfand, bemerkte er auf einmal, wie verschieden die Menschen in der Bahn waren, mit der er jeden Tag fuhr. Sie sahen natürlich unterschiedlich aus, wie es bei Menschen nun einmal so ist, einige waren groß, andere klein, die einen dünn, die anderen dick. Sie waren hell und dunkel, blond, brünett oder hatten eine Glatze. Aber das war es nicht, was er erstaunlich fand. Er lebte schließlich nicht hinter dem Mond und hatte täglich bei seiner Arbeit mit verschiedenen Menschen zu tun.
Aber an jenem Tag, an dem er keine Zeitung dabei hatte und sich seine Mitfahrer deswegen genau ansah, machte er eine bemerkenswerte Entdeckung, die ihn gleichermaßen erstaunte, wie erregte. Die Andersartigkeit seiner Mitfahrer schien wie ein seltsamer Dunst aus ihrem Inneren herzurühren, als könne er an der Art wie sie ihr Haar trugen, oder sich kleideten ersehen, was für eine Art Mensch sie waren.
Ihm fiel ein, dass sich die Kollegen bei seiner Arbeit ja irgendwie ähnlich sein mussten, denn schließlich setzte die Verrichtung der gleichen Tätigkeit voraus, dass man ein bestimmtes Wesen besaß.
Aber all diese Leute, die Tag für Tag in derselben Bahn saßen wie er selbst, hatten alle unterschiedliche Ziele. Unterschiedliche Wesen, Neigungen, Interessen. Irgendwann fiel ihm auf, dass es gerade die Frauen waren, die seine Blicke am längsten auf sich zogen. Er war bestürzt darüber, denn er hatte zu Hause eine Frau, die sparsam und gut war und eine kleine Tochter, die ihn liebte.
Diese Erkenntnis wühlte ihn innerlich so auf, dass er seine Haltestelle fast verpasste. Einzig sein Aktenkoffer, den er geistesgegenwärtig zwischen die sich schließenden Türen geworfen hatte, bewahrte ihn vor diesem Unglück.
Schließlich, als er sich stolpernd auf dem Bahnsteig wiederfand, wartete er zunächst darauf, dass Gleichgewicht und Fassung wiederkehrten und beschloss, dass er die Zeitung von diesem Tag an absichtlich vergessen würde.
Als erstes lernte er Madeleine kennen. So wie es ihr Name schon verhieß, war Madeleine eine waschechte Französin, die in einer Wäscherei am südlichen Ende der Stadt arbeitete. Zuerst fand er sie seltsam und aufgeblasen mit ihren großen Brüsten die niemals verdeckt waren, gleich welche Temperatur im Wagon herrschte. Außerdem hatten ihre roten Haare immer einen Ansatz und musste er nicht auf ihre Brüste starren, die von den gleichmäßigen Bewegungen der Bahn bebten wie Wackelpudding so ruhte sein Blick auf ihren Plastikohrringen, die er obszön fand, weil sie aussahen wie männliche Geschlechtsorgane.
Das Schönste an ihr, das was ihm als Erstes aufgefallen war, war ihre leise, sanfte Stimme, die so krass im Gegensatz zu ihrem grellen, äußeren Erscheinungsbild stand. Nur wenn sie in ihr Handy sprach, wurde sie laut und schrill, weil es galt die Momente auszunutzen, in denen sich die U 71 nicht in einem Funkloch befand.
Madeleine war eine sehr gläubige Frau, das gefiel ihm, denn auch er war christlich erzogen worden. Im Laufe der Zeit stellte sie sich als ein wenig simpel heraus, aber das machte ihm nichts. Die Geschichten, die sie erzählte waren meist fröhlich und herzlich. Sie lästerte höchst selten, im Gegensatz zu ein paar Damen ,die schräg rechts hinter ihm saßen und deren Münder eindeutig mit Seife ausgewaschen gehörten. Er mochte Madeleine wirklich sehr und seine Gefühle steigerten sich so weit, dass er tatsächlich kurz davor war, sich vielleicht zu ihr zu setzen und sich vorzustellen.
Doch dann kam der Tag an dem sie so verstohlen, dass er Mühe hatte, es zu hören, gestand, dass sie zwei Liebesaffären gleichzeitig hatte. Und während die beiden Damen, mit denen sie jeden Morgen in der gleichen Vierer-Insel saß, vor Aufregung fast überschwappten, fühlte er sich ehrlich abgestoßen und angewidert. Er würde niemals zu ihr gehen. Niemals.
Die Sache mit Madeleine warf ihn sehr weit zurück. Er versuchte, seine Ohren für das ihn umgebende leise Gemurmel am Morgen und das lebhafte Geräuschwirrwarr am Abend abzuschotten, so wie er es früher immer getan hatte, und begann sogar wieder eine Zeitung mitzunehmen. Es gelang ihm jedoch nicht, sich darauf zu konzentrieren. Es war wie ein Sog, der seine Aufmerksamkeit immer wieder auf Wortfetzen lenkte, die um ihn herum schwebten und sich mit der stickigen Luft mischten. Der Geruch wurde ihm dadurch angenehmer. Er legte die Zeitung bald wieder fort und es dauerte nicht lange, da wurde er auf sie aufmerksam.
Sie hieß Doris. Ein entsetzlich dürres Mädchen mit langen, glanzlosen Haaren, die eindeutig schwarz gefärbt waren. Ihre Haut war bleich, fast kalkweiß, oder ganz kalkweiß. Sie trug ständig schwarze Kleidung, die auf ihn wie aus einem anderen Jahrhundert wirkte. Abends, wenn seine Frau und seine Tochter schon schliefen, begann er in Büchern, die er sich extra deswegen aus der Bibliothek ausgeliehen hatte, nach der Art von Kleidern zu suchen, wie sie sie trug. Außer der Bereicherung seiner Allgemeinbildung brachte ihm das jedoch überhaupt nichts, aber er wurde dennoch fündig und zwar just an dem ersten Tag, an dem er eigentlich schon gar nicht mehr nach einer Antwort suchte. In einem Anfall von Frustration hatte er all die Bücher zurückgebracht und just als er im Kiosk stand um, Zigaretten zu kaufen, fiel sein Blick auf eine Zeitschrift und nun konnte er sie in das einordnen, was der Volksmund "Gruftie" zu nennen pflegt.
Von da an war er wie elektrisiert. Er wechselte sogar eines Tagen in die Viererinsel direkt neben ihrer, die er sich von da an mit einem Inder teilte, der nicht so kontaktscheu wie er selbst vor nicht allzu langer Zeit war und ihn folglich duldete ohne auch nur einmal einen Blick auf ihn zu werfen. Doris sprach mit niemandem, dass war für ihn anfänglich ein Problem gewesen, aber nach und nach war es, als würde seine Fantasie sich immer mehr verselbstständigen, bis sie eines Tages total mit ihm durchging. Er fing an, verstohlen ihr Spiegelbild im Fenster der Bahn zu beobachten und stellte sich vor, wie sie des Nachts alleine, oder vielleicht sogar mit Freunden die Friedhöfe der Umgebung heimsuchte, wo sie an satanischen Riten teilnahm und Grabsteine umstürzte. Die Tags so traurigen Augen stellte er sich nachts rot glühend vor, sprühend wie Feuerwerke.
Er begann sich Notizen zu machen, mit denen er Neuheiten in ihrem Verhalten, ihrer Kleidung oder Ausdrucksweise festhalten wollte. So einen Menschen wie sie hatte er noch niemals wahrgenommen. Bei keiner seiner Arbeitsstätten hatte es so etwas gegeben. Er fing an sich zu fragen, ob Doris arbeiten musste. Sie hatte einen Dauerfahrausweis. Von diesem hatte er ihren Vornamen abgelesen. Sie hatte seinen Blick bemerkt und seither die Karte dem Schaffner nur noch versteckt hingehalten. Trotz seiner eigenen früheren Verhaltensweise, fand er das ein wenig überzogen.
Ihr stilles, dunkles Wesen, ihre verlorene Art und nach seltsamen Ölen duftende Erscheinung zogen ihn soweit in ihren Bann, dass er eines Nachts sogar erotisch von ihr träumte. Er rollte sich auf seine Frau und schlief das erste Mal in diesem Jahr mit ihr. Es war eine laue Aprilnacht und er konnte hinterher nicht sagen, ob seine Frau wach geworden war, oder ob er sie im Schlaf penetriert hatte.
Als er am nächsten Tag am Frühstücktisch saß und die Eier in sich hinein stopfte, die seine Frau gleichgültig für ihn briet, hatte er eine Eingebung. Auf dem Weg zur Bahn rief er von der Fernsprechzelle um die Ecke im Büro an, ein Handy hatte er nicht, und meldete sich mit rasendem Herzklopfen und einem erbärmlich dünnem Hüsteln krank. Er hatte sich noch nie in seinem Leben krank gemeldet. Nicht einmal als er es tatsächlich gewesen war. Seine Aktentasche verstaute er gegen eine ihm ungehörig groß erscheinende Gebühr in einem Schließfach. Er wollte keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn er trotz seiner Aktentasche weiter fuhr. Doris fuhr immer weiter als er und diesmal würde er einfach sitzen bleiben, um zu Erfahren, wohin die Dunkelheit des Tunnels sie brachte, wenn er schon wieder an die Oberfläche stieg, um zu seiner Arbeitsstätte zu gehen.
Als es tatsächlich so weit war, fiel es nur dem Inder auf, der sich wie immer in der letzten Zeit mitsamt seiner Zeitung zur Seite gedreht hatte um ihm den Weg zum Ausstieg frei zu machen.
Als er einfach sitzen blieb, sah der Inder ihn kurz über den Rand seiner Brille an und verschwand wieder hinter den raschelnden Blättern der Zeitung.
Doris in ihrer Vierer-Insel reagierte nicht.
Sein Herz schlug ihm nun bis zum Hals. Er war noch nie in diesem Stück der Strecke gewesen, er fühlte sich wie ein Emigrant auf den Weg in eine ungewisse Zukunft. Er war so erregt, dass er sie für einige Zeit unbeobachtet ließ und daher fast ihren Ausstieg verpasste. Diesmal blieb ihm nichts anderes als sein eigenes Bein zwischen die ,sich schließenden Türen, zu werfen, denn er wusste, dass das grüne Licht der Türöffnung bei diesem Fahrer kein zweites Mal an einer Haltestelle anging. Er folgte dem Geräusch ihrer Absätze auf dem gummierten Boden, der voll war mit Kaugummi und Speichel und verirrten Zigarettenstummeln, obwohl rauchen verboten war. Er passierte kurz nach ihr die beiden Security-Männer und sah ihre anzüglichen und zugleich verachtenden Blicke, die sie dem jungen Mädchen hinterherwarfen.
Auf einmal bekam er Angst vor ihnen, fragte sich, ob sie ihn vielleicht für einen Gewaltverbrecher hielten und sich auf ihn werfen würden.
Aber er ließ sie hinter sich und nichts geschah. Er betrat die Rolltreppe nach oben, als Doris gerade etwa die Mitte erreichte. Das Tageslicht fiel von oben in die Unterführung hinein und ließ ihre Schmale Gestalt zu einem Sonnendurchfluteten Schatten werden, der von gleißendem Licht geschluckt zu werden schien.
Er machte kehrt und mühte sich redlich ab gegen die nach oben fahrende Rolltreppe, wieder hinunter zu gelangen, in die Dunkelheit, die Feuchtigkeit. Die stickige Luft des Untergrundes umgab ihn und zum ersten Mal wurde ihm bewusst, dass er sich hier sicher fühlte.
Nachdem er sich beruhigt hatte, wandte er sich um und sah ins helle Tageslicht hinauf, das seinen dunklen Engel aufgenommen hatte. Dort oben, das wusste er nun, würde er nicht die gleiche Beziehung zu ihr haben, wie in der Bahn. Er wollte sie nicht mit dem Licht und der Welt, die dahinter lag teilen. Aber gleich dem gequälten Liebhaber, der weiß das die Liebste noch einem anderen gehört, war er bereit es hinzunehmen.
Er beschloss zu warten, bis sie wieder zu ihm herunter kam. Er wartete stundenlang und fing an, auf und ab zu gehen, begann ein Selbstgespräch. Vorbeieilende Passanten, die ihn wahrnahmen, erkannten keinen Unterschied zwischen ihm und anderen Gestalten, die nur in den Unterführungen waren, weil sie sonst keine andere Beschäftigung hatten. Als der frühe Nachmittag nahte, war es so weit. Zuerst erkannte er sie gar nicht, denn sie war nicht alleine. Sie hielt die Hand eines jungen Mannes, der ebenso bleich, mager und schwarzhaarig war wie sie selber. Aber das war nicht sein dunkler Engel, sondern eine furchtbare Karikatur.
Sie ging Hand in Hand mit ihrem Begleiter, lachte zu ihm herauf und sie küssten sich. Direkt vor ihm blieben sie stehen und umschlagen sich und küssten sich so laut, dass er das Schmatzen ihrer Lippen und Münder hören könnte.
Er beschloss, nie wieder mit seiner Frau zu schlafen.
Als sie sich von einander lösten und wieder mit diesem unerträglichen Kichern begannen, wurde ihm schwarz vor Augen.
Er sagte später dem Gerichtsgutachter, dass er fest daran glaubte, in Ohnmacht gefallen zu sein. Die Befragung diente dazu, vor der Gerichtsverhandlung seinen Geisteszustand zu beurteilen.
Um ehrlich zu sein, schenkte er der ganzen Aufregung kaum besondere Beachtung. Er glaubte ihnen, als sie sagten, dass er dem jungen Mann auf einmal mit einem komischen Aufschrei hinterher gehüpft sei. Er wurde verurteilt, unter anderem zu Schmerzensgeld und wunderte sich über seine Kräfte und darüber, dass er in der Lage war jemandem mit beiden Fäusten in den Rücken zu schlagen und Schmerzen zufügen zu können. Er empfand plötzlich sogar eine Art draufgängerischen Stolz. Seine Mutter, der die ganze Sache höchst unangenehm und peinlich war, gab ihm Geld, um das ins Reine zu bringen.
Sein Arbeitgeber warf ihn, trotz der Verurteilung, nicht raus. So fuhr er weiter jeden Tag mit der U 71 zur Arbeit, sogar zur selben Zeit. Mit seinem neuen Selbstbild ging er nicht davon aus, Doris je wieder zu sehen, zumal sie im Zeugenstand schluchzend ausgesagt hatte, dass Bahnfahren ihr von nun an unmöglich sei. Irgendwie hatte er sie für hartgesottener gehalten.
Seine Frau ihrerseits ging dazu über ihm, jede Menge Zeitschriften in den Aktenkoffer zu packen und nahm sie nur heraus, um sie durch neue zu ersetzen. Sie wollte nicht, dass er wieder auf dumme Gedanken kam und gab sich auch im Bett wieder mehr Mühe, damit er nicht mehr Schülerinnen in der U-Bahn nachstellte. Er brach dann schließlich seinen Vorsatz keusch zu werden.
Und so saß er wieder in seiner alten Vierer-Insel, aus der er zunächst einmal eine alte Dame vergraulen musste, die sich dort breit gemacht hatte. Er popelte hierfür ausgiebig in seiner Nase, weil ihm das erlaubte, gleichzeitig seine Zeitschriften zu lesen.
Der Inder drehte sich noch eine angemessene Zeit mitsamt seiner Zeitung zur Seite, um ihm den Weg frei zu seinem Fensterplatz zu machen, von dem aus er Doris kennen gelernt hatte.
Aber nachdem er lange genug einfach zu seiner neuen alten Sitzinsel weiter gegangen war, hörte auch das wieder auf.



Eingereicht am 08. Mai 2006.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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