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Das Zugunglück

© LoveDevil


Jana sitzt im Zug. Ist auf dem Weg zu ihren Eltern.
Die Bahn fährt durch einen dunklen Tunnel. Alles wird plötzlich schwarz vor Dunkelheit. Nichts ist mehr zu sehen, nur noch das Metall des Zuges ist zu hören und das Routieren der Wagons zu spüren. Die Menschen in den Abteilen werden unruhig, Kinder fangen an zu weinen.
Plötzlich dringt eine Stimme durch die Lautsprecher in die Abteile vor.
"Meine Damen und Herren, wir bitten Sie Ruhe zu bewahren. In wenigen Minuten werden wir... * klick, klick, klick * Hysterische Schreie brechen aus. Panik macht sich breit, Kinder klammern sich angstvoll an ihre Eltern. Hysterie ist zu hören. Ein dumpfer Schlag trifft Jana auf dem Hinterkopf. Das Geräusch vom klirrenden Fensterglas, holt Jana aus ihrer Dämmerung zurück.
Sie hat unerträgliche Kopfschmerzen. Vorsichtig sieht sie sich um. Was ist passiert? Überall Trümmer, Feuerwehrleute und Sanitäter laufen hektisch durcheinander. Links von Jana, werden Menschen auf Tragen weg transportiert.
Rechts von ihr liegt eine Mutter mit ihrem Baby im Arm. Jana versucht aufzustehen. Aber es geht nicht, sie hängt fest, kann sich nicht bewegen.
Sie ruft um Hilfe. Da. Ein Feuerwehrmann scheint sie gehört zu haben. Er stürmt auf sie zu. Können sie sich bewegen? Jana antwortet eilig; "ja, ja mir gehts gut!" Aufgeregt zeigt sie auf die Mutter mit ihrem Kind. Der Feuerwehrmann versteht. Er rennt zu der Frau rüber. Über Funk ruft er noch zwei weitere Männer zu sich. Nach etwa zehn Minuten hört Jana, die Männer miteinander reden. Die Frau ist Tod. Das Baby ist in einem guten Zustand. Es hat nicht einen einzigen Kratzer abbekommen.
Jana spürt, wie ihr Tränen über das Gesicht rollen ...
Mit einem Schlag wird sie wach. Sie atmet tief ein und langsam wieder aus.
Verwirrt stellt sie fest, dass es nur einer ihrer Tagträume war.
Nichts war geschehen, der Zug ist am Zielbahnhof angekommen.
Erleichtert steht Jana auf und verlässt den Zug.



Eingereicht am 19. Mai 2006.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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