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Mein Geschenk von Blacky

© Inge Borg

Ach herrje, was war da gestern wieder los!

Schnell muss ich es niederschreiben, ehe diese turbulenten Momente aus meinem Gedächtnis entfliehen.

Gerade war ich fertig mit trocknen meiner Haare, nahm die Haube ab und wollte ins Bad, die Lockenwickler entfernen. So weit kam ich aber nicht!

Blacky, mein schwarzer Kater, huschte zur Terrassentüre herein, an mir vorbei unter den Esstisch, bzw. unter meinen Stuhl. Ja, ich habe einen festen Platz am Tisch! Irgendetwas an seinem Verhalten war merkwürdig, also ging ich interessiert näher und beugte mich zu ihm hinunter.

Da ließ er ihn los - den kleinen Vogel.

Dunkles Gefieder, fast schwarz und noch so klein - "oh nein, Blacky, du darfst doch kein Vögelchen fangen! Vögelchen sind doch lieb!"

Ein kleines Vögelchen, aber seine Flugkünste waren groß!

Nicht nur Blacky schaute verdutzt hinter ihm her, sondern auch ich. Dieser kleine Kerl wollte unbedingt sämtliche Gardinen und Vorhänge in meinem Koch-, Ess- und Wohnbereich kennen lernen und als Landeplätze testen. Inzwischen erschien Winnie, von dem Spektakel angelockt, auch auf der Bildfläche und wollte radikal hinter dem Flieger her.

Drei Verrückte, was mache ich da bloß?

"Nein! Winnie, Blacky, nein, ihr könnt nicht am Vorhang hoch klettern, nein!"

Das Vöglein war gar nicht so dumm, dachte sich wohl -‚wenn die Kater versuchen mich von der Gardine zu pflücken, dann fliege ich eben auf die Küchenzeile.'- Da saß er nun, halb hinter dem Rohr der Abzugshaube versteckt, nur sein kleines Köpfchen mit winzigen Äuglein schaute vorwitzig hervor.

Winnie - die Gefahr! Der Vogel konnte das natürlich nicht wissen, aber ich!

Winnies ganz besonderes Vergnügen besteht nämlich darin, mindestens einmal im Monat auf die Anrichte zu "federn", von da auf die geöffnete Zimmertüre, die Tür zum Flur, dann auf die Hängeschränke, um einmal quer darüber zu laufen. Er springt aus dem Stand mit einer solchen Leichtigkeit hoch und das in Sekunden, dass ich oft den ganzen Ausflug erst bemerke, wenn er auf der anderen Seite auf dem niedrigeren Kühl-/Gefrierschrank aufsetzt und mit einem "Plumps" wieder am Boden landet. Wenn ich also nicht wollte, und ich wollte nicht, dass Winnie schneller als der Vogel war, dann musste ich mir was einfallen lassen. Vielleicht, so dachte ich, lässt sich das kleine Federvieh ja, in dieser Position, von mir einfangen und holte die Tritt-Leiter. Vorsichtig, wirklich ganz vorsichtig stieg ich zwei Stufen hoch - immer noch die Wickler im Haar - ob die ihn erschreckten, keine Ahnung, der Vogel fand jedenfalls wieder einen Vorhang.

Vorsichtshalber schloss ich nun die Türe zum Flur. Dann öffnete ich den zweiten Flügel der Terrassentüre, vor dem kein Fliegenschutz-Perlenvorhang hängt, in der Hoffnung, dass ich den Vogel in seinen Flugkünsten so beeinflussen, ihn vor diesen offenen Flügel lenken könnte, und er hoffentlich den freien Flug erkennen würde. Dabei liefen immer noch meine beiden Kater hin und her - weil, es hätte ja sein können, Blackys Fang wäre mal etwas tiefer geflogen als immer nur nahe der Zimmerdecke.

Es sah gut aus, ein neuer Abflug vom Vorhang, rechts um die Ecke und Richtung geöffneter Terrassentüre, da machte dieser Vogel einen dummen Linksschlenker und landete oben auf dem Wohnzimmerschrank. Er hatte wohl vor, sich hinter den paar ausrangierten Büchern zu verstecken, welche oben auf der rechten Schrankseite, der Bücherwand, gestapelt lagen und - stürzte ab - hinter den Schrank, dahinter!

Der Spalt zwischen Schrankrückwand und Zimmerwand ist nicht sehr breit, aber tief! Der Vogel war gefangen, denn die Seitenwand des Schrankes ist wanddicht montiert.

Endlich hatte ich Zeit, die Lockenwickler zu entfernen und dabei nachzudenken, wie der kleine Vogel doch noch zu retten sei.

Dann kam mir der rettende Gedanke, ganz einfach, die Schrankseitenwand abmontieren!

Und vor dem Schrank saßen dicht an dicht Blacky und Winnie, still und geduldig. Ab und zu warfen sie mir eindeutige Blicke zu! Wir warten!

Ich konnte auch warten, so warteten wir zu "Viert" und jeder wartete auf seine Weise auf den besten Ausgang der Geschichte.

Die Seitenwand abmontieren war kein Problem, auch nicht aus zwei Borden die Bücher abzuräumen, weil dort die Verschraubung gelöst werden musste, um überhaupt die Seitenwand zu entfernen. Was aber tun, den Vogel aus dem schmalen Spalt hervorzujagen? So was wie ein Lot bauen? Einen Gegenstand an ein langes Seil binden und - ? Zwecklos, es fiel mir ein, die Sockel des Schrankes sind ja von hinten offen. Da hätte ich ja noch lange alles Mögliche versuchen können, das Vöglein konnte sich sicher verstecken in einem der Sockel.

Inzwischen war es Blacky langweilig geworden, er verließ die Wohnung, ging seiner Wege. Damit es Winnie auch irgendwann zu lange dauern, und er seinen Wachposten aufgeben würde, begann ich "seelenruhig" mit einem Kreuzworträtsel. Hatte ich doch richtig gedacht, Winnie legte sich bald auf den Katzensessel und schlief ein.

Wie lange ich rätselte und Winnie schlief - ich habe nicht auf die Uhr gesehen.

Dann plötzlich, ein leises Rascheln, ein kurzer Flug des Vogels und schon saß er wieder auf einer Gardine. Doch diesmal war es anders, er hatte eine schlechte Landung hingelegt und hing mit gespreizten Flügeln in den Falten einer Scheibengardine. Ganz zart nahm ich ihn in meine Hand und sah ihn mir erst einmal genauer an. Der gesprenkelten helleren Brust nach, war es eine junge Amsel, ihr Schnabel war noch etwas breit und die gelben Ränder hatten sich noch nicht vollständig zurück gebildet, doch nun war sie gerettet.

Ich ging mit ihr auf die Terrasse, streichelte mit einem Finger über ihr kleines Köpfchen und warf sie hoch in die Luft. Die kleine Amsel fand diesmal die richtige Rechtskurve und flog geradewegs in den Kirschbaum der Nachbarn.

Winnie, offensichtlich immer noch ein wenig verschlafen, hatte den Flug auf die Gardine mitbekommen, nicht aber meine Rettungsaktion. So jammerte er immerzu und versuchte an der Glastür hinauf zu klettern. Er reckte sich und krallte sich am Zwischenrahmen fest, mit den Hinterfüßen konnte er aber keinen Halt auf dem Glas finden und so nahm ich ihn auf meinen Arm, zeigte ihm die "vogelleere" Gardine. "Das Vögelchen ist weg, weggeflogen!"

Wem wollte Blacky dieses schöne Geschenk machen? Winnie oder mir?

Letzten Endes war es mein Geschenk - einige Stunden Chaos!

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