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© Doris Berger


Oprah: "Herzlich Willkommen bei der Oprah Winfrey Show. Heute mit dem Thema: Mit Santa Claus und dem Christkind auf Tuchfühlung. Ich begrüße nun sehr herzlich, das Christkind."
Es wurde leise im Studio, die Lichter wurden gedämpft und man vernahm die ersten Takte von "Alle Jahre wieder…."
Plötzlich hörte man ein Klopfen. Oprah drehte sich um und öffnete mit einer kurzen Handbewegung ein Studiofenster. Helles Licht erfüllte den Raum. Das Christkind schwebte mit sanften Flügelschlägen auf die Bühne und ließ sich auf ihrer mitgebrachten Wolke nieder.
Oprah: "Schön, dass du in dieser arbeitsreichen Phase Zeit gefunden hast, mit uns zu plaudern!"
Das Christkind nickte gnädig und meinte spitz: "Natürlich!"
Oprah: "Wie ist das Gefühl zu wissen, dass sich jedes Kind auf dein Kommen freut?"
Christkind: "Für mich ist es ein Job wie jeder anderer, nur kein bezahlter. Mein Lohn ist das Lächeln der Kinder."
Oprah: "Wie ist das Konkurrenzverhalten in dieser Branche?"
Christkind: "Da sich das Verteilen der Geschenke auf Santa Claus und mich beschränkt, ist ein gewisses Maß an Kommunikation, aber auch an Konkurrenzdenken sehr wichtig, um im Geschäft erfolgreich zu sein."
Oprah wies mit einer einladenden Geste auf die Studiotür und sagte: " Danke für diese Einleitung, ich begrüße nun meinen nächsten Gast - herzlich willkommen Santa Claus."
In diesem Moment ertönte die Melodie zu "Rudolph the rednosed Reindeer!" Die Tür schlug auf, und Santa Claus höchstpersönlich, polterte in seinem Schlitten mit halsbrecherischer Geschwindigkeit die Treppe hinab und kam mit schnaufenden Renntieren vor der Bühne zum Stehen. Etwas unbeholfen wuchtete er seinen korpulenten Körper aus seinem Dienstwagen und nahm neben dem Christkind auf einem thronähnlichen Stuhl platz.
Oprah: "Auch dir vielen Dank, dass du gekommen bist."
Santa Claus antwortete mit tiefer, brummiger Stimme: "Herzlichen Dank, ich wollte schon immer einmal ins Fernsehen. Da es normalerweise immer nur Doppelgänger von mir sind, ist es eine sehr große Ehre, nun endlich einmal selbst eingeladen worden zu sein. Kann ich bei dieser einmaligen Gelegenheit jemanden grüßen lassen? " Er wandte sich mit einem strahlenden Lächeln zur Kamera: "Ich möchte gerne meine Göttergattin grüssen lassen - ich liebe dich mein Purzel!"
Oprah räusperte sich "Wir haben uns bereits mit dem Christkind unterhalten. Ich würde nun gerne von dir wissen, wie ihr miteinander kommuniziert?"
Santa Claus: "Das ist ganz einfach, wir benutzen das alt bewährte Flohpulver. Wer Harry Potter gelesen hat, wird wissen, wie es funktioniert. Falls nicht, kann dir das JK Rowling sehr gut erklären, die sich diese Methode für ihre Romane "ausgeliehen" hat. Das Christkind nickte zustimmend.
Oprah: "Das bedeutet ihr habt beide zu Hause einen Kamin?"
Christkind: "Ich hatte anfangs keinen, aber da die Briefpinguine immer unzuverlässiger wurden, habe ich mich entschlossen, mich ans Flohnetzwerk anzuschließen. Das erleichtert die Arbeit ungemein."
Santa Claus: "Das ist wahr! Und da gerade in diesem Beruf Zeit kostbar ist, war es für uns die ideale Lösung."
Oprah: "Und wie sieht es aus mit dem Konkurrenzdenken, das das Christkind angesprochen hat?"
Santa Claus: "Ein wenig Konkurrenz schadet keinem Geschäft, aber da unser primäres Ziel, darin liegt, Kinderwünsche zu erfüllen und Herzen höher schlagen zu lassen, sollte sich der Konkurrenzkampf in Grenzen halten. Wir wollen ja schließlich Frieden und Harmonie verbreiten."
Christkind: "Da kann ich nur zustimmen! Früher glaubten die meisten Europäer an mich und die westlich gelegene Völker und Kontinente an Santa. Diese Grenzen sind heute verschwommen, da wir aber flexibel sein wollen, müssen wir versuchen uns dem Wandel der Zeit anzupassen. Es besteht natürlich immer die Gefahr, dass die Kinder durch den Einfluss der modernen Welt, verlernen an uns zu glauben."
Santa Claus: "Aber solange es kleine Mädchen und Jungs gibt, die uns ihre Briefe zukommen lassen, wird unser Arbeit weiter bestehen."
Oprah: "Da ihr gerade von Briefen sprecht, schätzungsweise wie viele bekommt ihr pro Saison?"
Langes Schweigen. Nach gründlicher Überlegung waren sich beide einig, dass die Anzahl der Briefe, von den in der modernen Gesellschaft angebotenen Produkten abhängig ist.
Oprah konnte über soviel Einstimmigkeit nur schmunzeln.
Oprah: "Ich bin beeindruckt, wie einig sich zwei Konkurrenten sein können. Macht ihr etwa auch gemeinsam Urlaub?"
Christkind: "Ja natürlich! In der Nebensaison übernehmen unsere Hauselfen die Produktion der Geschenke. Dadurch sind wir natürlich entlastet und können in Urlaub gehen."
Oprah: "Darf ich fragen, wo das Christkind und Santa Claus den Urlaub verbringen?"
Santa Claus: "Letztes Jahr waren wir auf den Bahamas!"
Oprah lächelte und sagte: "Vielen Dank für euer Kommen, es war ein sehr aufschlussreicher Abend!"
Mit diesen Worten verabschiedete sich die Moderatorin von ihren Zuschauern. Mit tosendem Applaus endete die Show.



Eingereicht am 07. Juli 2006.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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