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Weiße Weihnachten (Die Schlacht)

© Hermann Stikum


Es war Heiligabend, ich war allein. Die Welt war schlecht und dumm, ich war besser und sehr schlau. Zunächst soff ich mir in diversen Kneipen "Standgas" an, dann zog ich weiter. Schön, dass es in meiner Wahlheimatstadt Lokale gab, die am 24.12. geöffnet hatten. Es regnete wie aus Eimern.
Mich befriedigte der Suff gar nicht, also kaufte ich mir bei Charly einen tollen Mix. Was für das Näschen. Weiß und stark, hatte Charly gesagt.
Ich pfiff das Zeug ein und ging in einen Laden, den ich kürzlich entdeckt hatte. Eine kleine Kneipe, wie ein Wohnzimmer. Die Wirtin ist sehr frankophil, es dudeln Brel und Piaf. Sie sieht aus, wie ein barocker Vampir. Sie ist blasser als die Wände im Scheißhaus.
Der Stoff zeigt, Wirkung, mir wird übel. Ich gehe zum Kotzen in Richtung Toilette. Über dem Trichter hängend, erscheint in meinem Geiste die dämonische Wirtin. Auf dem verfickten Klodeckel beziehen ihre Truppen Stellung. Der barocke Blutsauger will also als Feldherr triumphieren! Ich mobilisiere meine Arschtruppen und werde sie der Sau entgegen. Auf dem Scheißhausdeckel marschieren sie auf, zwischen Kotze und Pisse. Die Feldherrin wirft mir Europa entgegen, ich kontere, es gelingt mir, sie alle vom Klodeckelrand zu stürzen. Sie ersaufen in der Pisse. Glorreicher Scheißhaussieg für Leutnant Stikum! Jawoll! Tätätäta, Arschsieg für die 7. Versagerbrigade, der Saft der Kotze sei mit uns. Leutnant Stikum halt eine Ansprache:
"Und wahrlich, ihr Wichser, ich sage euch, eher geht ein Monsterschwanz in ein Knabenarschloch, als dass ein Globalist in das Himmelreich kommt. Scheißet und pisset vor Entsetzen, denn meine Herrschaft bricht nun an. Ich werde umwälzen, ich werde töten, eure Spekulanten in Idealismus, die christlich - biedermännischen Auswüchse werde ich tilgen, denn eure Biedermann-Moral zieht die Brandstifter nach sich, wie der Scheißhaufen die Fliegen. Die wohlfeilen Agitationsmittel, die dazu dienen, die Hornvieh-Elemente des Volkes weiter zu verdummen, die werde ich euch nehmen. Die Votze einer Sau sollt ihr lecken, es werden meine Söhne meinen Bund halten und mein Gebot ..."
Niemand hat die Schlacht wahrgenommen. Ich verlasse die Toilette und auch das Lokal.
Draußen regnet es weiter. Ich gehe auf den alten Friedhof, und immer der Regen. So berauschend ist er heute. Es scheint, als schirme er alle Empfindungen ab. Ich berühre die Grabsteine, wie es wohl sein wird, mein faulendes Fleisch im Grabe?
Schon ist es Abend, Heiligabend, wo soll ich hingehen?


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Eingereicht am 07. Dezember 2006.
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