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Weihnachten feiern

© Evelyn Schütz


Noch 12 Tage, dann ist es wieder mal so weit. Es kann wieder Weihnachten gefeiert werden. Doch wie feiert man eigentlich Weihnachten? Klar, als Fest der Familie.
Bei Mariella ist das auch so, genau wie letztes Jahr, das Jahr davor und das Jahr vor dem vorletzten Jahr und und und.
Ja, so ist das. Die Verwandtschaft trifft sich. Wer nicht vor Ort wohnt, kommt angereist. In Mariellas Familie heißt dies seit Jahren: "1. Weihnachtsfeiertag, Treffen und Essen bei ihren Eltern". Für alle Schwiegereltern, die nach und nach dazu kamen, blieb der 2. Weihnachtsfeiertag reserviert. Da hatten sich ihre Geschwister und sie sich durchgesetzt. Ordnung muss schließlich sein. Und schließlich war das schon immer so.
Es hat sich gelohnt, dass der Vater eines Tages die alte Küche in ein großes Esszimmer verwandelt hat. Im Laufe der Jahre ist die Familie ein ganzes Stück gewachsen und das Ende ist noch nicht erreicht.
Mittlerweile bevölkern vier Kinder, vier Schwiegerkinder, sieben Enkel, ein Enkel-Ehegatte und drei Berner Sennenhunde an Weihnachten das Haus der Eltern.
Als der Vater noch lebte, hat er die ganze Familie bekocht. Stets gab es leckeres gefülltes Geflügel. Pute, Truthahn oder Weihnachtsgans. Meist mit Klößen und Rotkohl und für die Kinder Erbsen mit Möhren. Früher mit Suppe davor und selbstverständlich Nachtisch hinterher. Später - sie wollten sich nicht ganz der Völlerei hingeben - wurde dann auf die Suppe verzichtet.
Seit die Mutter allein ist, wurde das Essen umgestellt und die Aufgaben neu verteilt. Die Mutter bereitet Gemüse, Nudeln und Soße zu. Außerdem das von der ältesten Schwester besorgte Fleisch. Die Schwägerin ist zuständig für selbstgemachte Knödel, weil sie diese so gut kann. Für den Nachtisch und das Schneiden des Fleisches ist wiederum die älteste Schwester prädestiniert und eingeteilt. Mariellas Ding ist es, das Essen mit aufzutragen sowie den Hauptteil vom anschließenden Abwasch zu erledigen. Mangels Vorhandensein einer Spülmaschine nicht unbedingt erstrebenswert. Doch sie sah das positiv. Sie hing so gerne ihren Gedanken nach und das konnte sie dabei reichlich. Außerdem lud sie zum Ausgleich und damit sie bei der Essenszubereitung nicht ganz übergangen wurde, seit Jahren am 2. Weihnachtsfeiertag die Eltern zum Essen ein.
Die Aufgabe der jüngsten Schwester besteht hauptsächlich darin, mit Mann, mittlerweile drei halb erwachsenen Kindern und den besagten Hunden, anzureisen und später beim Abwasch zu helfen.
Nach dem Essen folgt dann die Bescherung. Die Geschenke sind bereits hübsch um Mutters Weihnachtsbäumchen drapiert und meist so aufgeteilt, dass jedes zu beschenkende Kind sein eigenes Häufchen hat. Macht die Sache viel einfacher, als später quer und überkreuz Geschenke an die Lieben zu verteilen. Mit der Zeit hat es sich so ergeben, dass alle ankommenden Frauen erst einmal im Wohnzimmer verschwinden, um sich der mitgebrachten Geschenke zu entledigen. Geschenke verteilen ist in Mariellas Familie reine Frauensache, ebenso wie die Abwicklung der Bescherung. Doch bevor es so weit ist, muss unbedingt mindestens ein Weihnachtslied gesungen werden. Oft werden mehrere Lieder angestimmt, da sie bei den meisten Weihnachtsliedern nur bis zur zweiten oder dritten Strophe textsicher sind. Doch egal, vor dem Auspacken der Geschenke müssen weihnachtliche Klänge her. Da wird auf Tradition geachtet!
Während die Kinder im Anschluss vollauf damit beschäftigt sind, die neuesten Errungenschaften, Spiele und Klamotten auszuprobieren und zu testen, können die oben schon erwähnten Erwachsenen nun in Ruhe den Abwasch erledigen.
Der Rest der Familie widmet sich einem Bierchen, einem guten Glas Wein, einem Kaffee und vor allen Dingen dem allgemeinen Gespräch und dem gemütlichen Beisammensein. Sie tauschen sich aus, diskutieren, lachen und scherzen. Bis in den späten Nachmittag genießen sie einfach die Zeit des Zusammenseins.
Die anstrengenden Tage der Vorweihnachtszeit sind vergessen. Die Hektik des Vormittags abgelegt. Der nächste Tag ist noch weit. Was jetzt zählt, ist Familie. Das ist Weihnachten. Ein Grund zum feiern.
Später beim Auseinandergehen wissen alle: Nächstes Jahr soll es wieder so sein und das Jahr danach und danach das Jahr und und und.


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Eingereicht am 13. Dezember 2006.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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