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Weihnachtsgeschichten Weihnachten Kurzgeschichte Advent Weihnachtsmann weihnachtliche Geschichten

Samuels Weihnacht

© Sabine Marta Mittelstaedt


Weihnachtsgeschichten
unserer Autoren
Letztes Jahr war mein Papa noch hier und jetzt seit 3 Monaten nicht...Und mir hat keiner gesagt, wo er ist. Warum er nicht wiederkommt. "Weihnachten ..." Samuel sah seine Mutter an. Aus ihrem Gesicht sprach die Trauer der letzten drei Monate. Sie sagte mit einer Stimme, die alles andere als fest klang: "Samuel, Weihnachten ... Papa hätte gewollt, dass wir es ganz normal verbringen. Wie jedes Weihnachten!"
Es brach aus mir heraus: "Es ist aber kein normales Weihnachten. Nie wieder!"
Ich weinte, stürmte durch die Haustür und ließ meine Mutter zurück. Dass meine Mutter auch weinte, bemerkte ich. Aber es war mir egal. Ich lief mit dem festen Ziel, niemals zurückzukehren, immer weiter, bis ich nicht mehr wusste, wo ich bin.
Hier erinnerte Samuel nichts an Weihnachten. Keine Lichter; alles in der Gegend war trist und grau, es war leblos wie die Fenster, die sich matt entlang der Straße säumten. Es war das Industriegebiet.
Mein Papa hatte mich immer gewarnt, aber ..."Hier sind böse Menschen. Die meinen es nicht gut mit dir", hatte er immer gesagt. Ich wollte zu meinem Papa und wenn mich diese bösen Menschen ... Ich liebe meinen Papa. Er hatte gesagt (letztes Jahr, um die Weihnachtszeit): "Ich bin immer bei dir. Siehst du den hellen Stern dort?" Und, als ich heftig nickte, fuhr er fort: "Dort werde ich sein, wenn ich aus irgendeinem Grund nicht bei dir und deiner Mutti sein kann. Wir werden immer zusammen sein und ich werde auf euch zwei warten und euch beschützen." - -"Wo bist du? Papa, ich liebe dich, wo bist du - ich will dass du wiederkommst! Lass mich nicht allein!"
Samuel geriet ins Stolpern. Er schaute nach oben, gen Himmel, seine Augen waren rot geweint.
Tränen liefen ihm über seine Wangen - er achtete nicht, wo er ging und fiel.
"Was haben denn da? Einen Engel! Seht seine blonden Locken" die Stimmen ... griffen in sein Haar ...
"Lass mich!" - Samuel wehrte sich, aber die Männer, denen die Stimmen gehörten, waren stärker.
"Nana .. nicht so heftig, kleiner Mann!" sagte eine dieser Stimmen und es folgte von den anderen Lachen. "Wir wollen dir doch nichts! Hast du dich verlaufen?" - "Tut mir nichts! Mein Papa ist da oben und wird euch strafen, wenn ihr mir wehtut." Samuel schaute hoch zum Himmel und sagte: "Weiter dort ist mein Papa! Wo der helle Stern ist!" Er deutete nach oben.
Die drei Männer schauten hoch und lachten laut. "Da gibt es nicht zu lachen! Dort!" Samuel weinte bitterlich.
"Was machst du um diese Zeit hier? Wir haben Weihnachten - da müsste doch jedes Kind Geschenke auspacken und Plätzchen essend und singend unter dem Weihnachtsbaum sitzen."
"Ich bin weggelaufen! Will zu meinem Papa! Seid doch so böse und bringt mich zu ihm..!" Samuels Augen wurden groß, als er das sagte. Sein Blick flehte ...
Aber die Männer schüttelten den Kopf. Leider. "Kleiner Mann, wir bringen dich nach Haus!" - "Ihr wißt nicht wo ich wohne" sagte Samuel ein wenig trotzig. "Doch, das wissen wir! Schau!
Dort!" Ihre Finger zeigten nach oben, dort, wo auch Samuel hingezeigt hatte - zu dem hellsten Stern. "Dort unter diesem Stern wohnst du. Da wartet deine Mutter auf dich und auch dein Vater.." Samuel war glücklich. Die bösen Menschen brachten ihn doch zu seinem Papa, dachte er bei sich.
Die Männer stimmten ein Weihnachtslied an: "Leise rieselt der Schnee". Aber es gab seit Jahren keinen Schnee mehr zu Weihnachten. Dafür war es zu warm. Die drei Männer nahmen Samuel in ihre Mitte und folgten dem hellsten Stern am Himmel und sangen Weihnachtslieder. "Was für Wünsche hast du, kleiner Mann?"
"Ich will meinen Papa wieder!" sagte Samuel, "und dass es schneit!" Kaum hatte er dies gesagt, fielen Schneeflocken und blieben auch liegen, so dass ganz schnell alles weiß war...
"Samuel! da bist du ja! Ich habe mir Sorgen gemacht, ich liebe dich!" Die Mutter lief Samuel entgegen und als sie ihn erreichte, drückte sie ihn, küsste ihn "Versprich mir nie wieder wegzulaufen! Ich liebe dich so sehr!" Samuel wurde gedrückt wie niemals zuvor. "Kommt rein!" die drei Männer wussten nicht so recht, aber es klang ehrlich. "Wo ist Papa?" fragte Samuel, "er hat doch immer die Geschenke gebracht. Er hatte mir erzählt, der Weihnachtsmann gab ihm dafür den Auftrag." Die Mutter wollte schon sagen: `Aber du weißt doch, wo Papa ist´ - aber einer der Männer, der einen grauen Bart hatte, dass er fast aussah wie jener, sagte "Ich verteile heute mal wieder selbst die Geschenke. Dein Vater hatte mir sonst immer viel abgenommen." Samuels Mutter schaute dankend zu dem graubärtigen Mann. "Nun kommt rein."
Sie gingen hinein und der hellste Stern stand über dem Dach des Hauses am Himmel.


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Eingereicht am 30. Januar 2007.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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