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Weihnachtsgeschichten Weihnachten Kurzgeschichte Advent Weihnachtsmann weihnachtliche Geschichten

Teddys Erlebnis

© Roswitha Demas


Weihnachtsgeschichten
unserer Autoren
Weihnachtsgeschichten
Einmal im Jahr - und zwar immer in der Nacht vor dem Heiligen Abend - haucht der liebe Gott den Puppen, Teddybären, Stofftieren und sonstigen Spielsachen Leben ein und holt sie, während die Kinder schlafen, in den Himmel, damit sie dort ihre Wünsche und Sorgen vortragen können.
"Mein Kind behandelt mich schlecht", sagte eine schmuddlig aussehende Puppe, der ein Arm fehlte. "Auch mein Kind behandelt mich schlecht", riefen ein paar verwahrlost aussehende Stofftiere.
So redeten alle Spielsachen mit dem lieben Gott, der geduldig zuhörte und hie und da einen guten Rat oder eine freundliche Ermahnung einbrachte. Als alle beim lieben Gott vorgesprochen hatten, wurden sie noch mit süßer Limonade und würzig duftenden Himmelsgebäck bewirtet und dann wieder nach Hause geschickt.
Unser kleiner Teddy jedoch bummelte, hielt bei jeder hübschen Himmelsblume an, um sie zu bestaunen und lief mit den Schmetterlingen, die lustig tanzten, um die Wette. Als er bei der himmlischen Backstube vorbei kam, konnte er nicht widerstehen, durchs Fenster zu schauen und den Engelchen beim Teigausrollen und Plätzchenausstechen zu zusehen. Aber als er bei dem Platz ankam, von dem aus die Spielsachen wieder nach Hause gebracht wurden, sah er nur noch den Himmelswagen davonbrausen. "Hallo, hallo nehmt mich mit", schrie er so laut er konnte. Aber der Himmelswagen war schon zu weit weg und seine Rufe gingen im Gejauchze und Geschrei der anderen Spielsachen unter. Da stand er nun mutterseelenallein und wusste seinen Nachhauseweg nicht.
Verzweifelt irrte er ziellos umher und wünschte sich in sein schönes Kinderzimmer und zu dem kleinen Jonas, dem er gehörte. Doch es half nichts, so sehr er auch suchte, er konnte den Nachhauseweg nicht finden. Erschöpft setzte er sich auf einen Stein und klagte: "Hätte ich nur nicht so gebummelt, müsste ich jetzt nicht einsam und alleine hier oben bleiben."
Ein paar Wolken die zufällig des Weges kamen, hörten den kleinen Teddy jammern und die älteste der Wolken - eine blütenweiße - fragte den kleinen Teddy warum er so traurig sei.
"Ich finde nicht mehr nach Hause und muss jetzt immer hier oben bleiben", entgegnete er und konnte nur schwer seine Tränen zurückhalten.
"Hab keine Angst mehr, wir bringen dich an die Grenze des Himmels zum König Wind, der kann dir bestimmt weiterhelfen", sagte die älteste der Wolken.
Froh stieg der Teddy auf die Wolke und hui ging es in Richtung Windpalast.
Nachdem sie einen halben Tag unterwegs waren, kamen sie zu einer riesigen schwarzen Wolke, auf der ein ganz in Schwarz gekleideter Riese, der neben sich zwei große Pauken stehen hatte, thronte.
"Was wollt Ihr hier?", rief der Schwarze mit Donnerstimme.
"Wir wollen zum König Wind, der bestimmt den Weg zur Erde weiß, denn unser kleiner Freund hier, findet allein nicht mehr zurück auf die Erde", entgegnete die blütenweiße Wolke zaghaft.
"Der König der Winde ist oft unterwegs", grollte die Stimme des Donners, "aber vielleicht kann mein Bruder Blitz, der eine Tagreise weiter wohnt, euch Auskunft geben, wo der Wind sich gerade aufhält."
Der kleine Teddy bedankte sich herzlich bei dem Donner und bekam eine kleine Pfeife geschenkt, die ihm Herr Donner mit den Worten: " Wenn du einmal in Gefahr bist musst du nur darauf pfeifen" überreichte. Der kleine Teddy bedankte sich nochmals und machte sich mit seinen Begleitern, den Wolken, auf zum Blitz.
Nach einer Tagesreise kamen sie zu einer großen hell erleuchteten Wolke, auf der ein Riese, der ein Gewand trug, das ganz mit schimmernden Edelsteinen besetzt war, saß, und in jeder Hand hielt er zwei goldglänzende Spieße.
"Guten Tag, Herr Blitz", grüßte der kleine Teddy höflich. "Ich kann den Weg nach Hause nicht mehr finden und möchte den Wind fragen, ob er den Weg kennt. Könnt Ihr mir bitte sagen, wo der Wind sich gerade aufhält, verehrter Herr Blitz?"
"Zufällig weiß ich dass er sich gerade oben im Norden befindet, aber der Weg ist gefährlich, denn ihr müsst durch das Gebiet der bösen Eishexe. Aber ich kann euch dieses Feuerzeug geben, wenn ihr in Gefahr seid, so zündet es an und ich werde Euch beistehen."
Der kleine Teddy nahm das Feuerzeug dankend an und alle verabschiedeten sich vom Blitz, der ihnen noch viel Glück wünschte. Dann brach man in Richtung Norden auf um den König der Winde zu treffen.
Je weiter sie nördlich kamen, umso kälter wurde es, und als sie an der Grenze einer riesigen Fläche ankamen, die nur aus Eis und Schnee zu bestehen schien, sagten die Wolken: "Wir können dich leider nicht mehr weiter begleiten, denn hier ist unser Gebiet zu Ende, aber wir geben dir alle einen Kuss, dann wirst du die Kälte nicht so spüren." Die Wolken küssten also unseren Teddy und dieser fühlte sich plötzlich so behaglich warm, als ob er auf einer Ofenbank säße.
Kurz darauf waren die Wolken verschwunden und der kleine Teddy stand ganz allein in der weiten Schneeebene. Er stapfte tapfer stundenlang durch den tiefen Schnee, bis er an eine Hütte kam, die ganz aus Eis erbaut war. Vielleicht kam mir derjenige, der die Hüte bewohnt, weiterhelfen, sagte er zu sich selbst und klopfte zaghaft an.
Als sich die Türe öffnete sah er eine uralte Frau die ganz mit Schnee bedeckt war und von deren Kopf der Raureif in dicken Strähnen herunterhing.
"Was willst du von mir?", fragte ihn die Alte mit klirrender Stimme.
Der kleine Teddy erzählte ihr alles und als er seinen Bericht beendet hatte, sagte die Alte: "Vielleicht kann ich dir helfen, aber komm doch erst ein mal herein, damit du dich aufwärmen kannst."
In der Hütte aber war ebenfalls alles aus Eis, das Feuer im Ofen war eisigkalt, denn es war gefroren.
"Hier trinke diese Schokolade", sagte die Alte und reichte ihm einen Becher mit einer wohlduftenden Flüssigkeit.
Der kleine Teddy nahm das Getränk, als er jedoch den Becher geleert hatte, wurde er plötzlich sehr müde und fiel in einen tiefen Schlummer.
Als er wieder erwachte saß er in einem engen Käfig und die Alte rief ihm höhnisch zu: "Haben dich der Blitz und der Donner nicht vor mir gewarnt, da du mir so dumm in die Falle gegangen bist? Ich bin niemand anderes als die Eishexe und werde dich heute zum Abendbrot verspeisen."
Da saß der kleine Teddy nun vor Angst zitternd im Käfig und grübelte verzweifelt nach, wie er entkommen könne. Nachdem er stundenlang, ohne einen Ausweg zu finden nachgedacht hatte und der Abend immer näher kam, da ihn die Frosthexe schlachten und verspeisen wollte, fiel ihm die Pfeife des Donners ein. Verzweifelt und mit letzter Hoffnung nahm er sie in den Mund und blies so kräftig er konnte hinein.
Kaum aber ertönte die Pfeife, als auch schon der Donner neben ihm stand und fragte warum er gerufen wurde. "Die böse Eishexe hat mich gefangen und will mich auffressen, bitte hilf mir", flehte der Teddy.
"Hier setz das auf", sagte der Donner und reichte dem Teddy einen großen Ohrenschützer. Danach fing er an, kräftig auf seine Pauken zu schlagen. Durch den Lärm und die Erschütterung, die der Donner mit seinen Pauken machte, zeigten sich zuerst kleine Risse in dem Käfig, die immer größer wurden. Kurze Zeit darauf war der Käfig zerborsten, und noch ein paar Schläge auf der Pauke, und auch die Hütte der Eishexe fing an zu wackeln und endlich auseinanderzubrechen. Die alte Eishexe suchte laut heulend und schimpfend das Weite.
"Vielen Dank, Herr Donner", sagte der Teddy, glücklich der Gefahr entkommen zu sein.
"Nichts zu danken", erwiderte der Donner und war im nächsten Augenblick schon verschwunden.
Nun war der kleine Teddy wieder allein und mutig setzte er seinen Weg zum König der Winde fort. Doch je weiter er nach Norden kam, desto dunkler wurde es. Nachdem er drei Tage gewandert war, wurde es so finster, dass er die Hand nicht mehr vor Augen sehen konnte. "In dieser Dunkelheit finde ich nie den Weg zum König der Winde", dachte der kleine Teddy voller Bangen.
Dann aber fiel ihm das Feuerzeug ein, das er vom Blitz bekommen hatte. Kaum hatte er es angezündet, stand der Blitz vor ihm und fragte nach seinem Begehr. "Ich kann in dieser Dunkelheit nichts sehen", klagte der Teddy.
Da gab ihm der Blitz einen seiner goldenen Spieße, der sofort anfing, hell zu leuchten. Bevor noch unser kleiner Teddy ein Wort des Dankes sagen konnte, war der Blitz auch schon wieder verschwunden.
Also machte sich Teddy mit seinem Spieß, der ein helles Licht ausstrahlte, weiter auf den Weg. Er lief und lief immer weiter, und nach drei Tagen kam er an ein prächtiges Schloss, das oben auf einer Wolke thronte. "Da komme ich nie hoch", seufzte er, traurig darüber, so kurz vor seinem Ziel zu scheitern.
Doch auf einmal hörte er hinter sich eine Stimme: "Teddy, kleiner Teddy."
Er drehte sich um und sah eine weiße Wolke. "Meine Schwester hat mir von dir erzählt und mich gebeten dich zum Schloss zu bringen."
Dankbar klettert der Teddy auf die Wolke und geschwind ging es zum Schloss. Als sie am Schloss ankamen, verabschiedete sich die Wolke.
Der kleine Teddy pochte schüchtern an das Tor und nachdem geöffnet wurde, fragte er leise: "Guten Tag, ist der König der Winde zu Hause?"
"Ich selbst bin es, den du suchst," entgegnete ein schöner Mann, der ganz in hauchzarte Seide gekleidet war.
Der Teddy erzählte ihm alles und als er seinen Bericht beendet hatte, sagte der König der Winde: "Ich will dir gerne helfen, keiner Teddy. Setze dich auf meinen Rücken und schaue nicht hinunter auf die Erde, damit dir nicht schwindlig wird."
Noch bevor unser kleiner Teddy ein Wort sagen konnte, war er schon zu Hause bei Jonas im Kinderzimmer.
Plötzlich erklang der feine Ton eines kleinen Glöckchen. "Das Christkind, das Christkind ist gekommen!", jauchzte Jonas.
Auf einmal ging die Tür zum Wohnzimmer auf, und in der Mitte des Raumes stand ein prächtig funkelnder Christbaum. Unter dem Christbaum war eine Weihnachtskrippe aufgebaut und um den Baum herum lagen schön verpackte Geschenke. Andächtig stand die ganze Familie vor dem Baum und sang Weihnachtslieder. Dann wurden die Geschenke verteilt und Jonas freute sich über viele neue Spielsachen.
Aber am liebsten hatte er doch seinen Teddy, der selig wieder zu Hause zu sein, in seinen Armen lag.


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Eingereicht am 23. Februar 2007.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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