Weihnachtsgeschichten - Adventsgeschichten
Kurzgeschichte Weihnachten Weihnacht Advent
Unser Buchtipp

Weihnachtsgeschichten Band 2

Weihnachtsgeschichten
Band 2
Hrsg. Ronald Henss
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-03-6

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Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors.

Ein unglaublich schönes Weihnachten

© Kira Tisale

Es ist der 24. Dezember. Im Radio läuft Weihnachtsmusik. "Sie wissen schon das übliche wie jedes Jahr." Nur für Ernst ist es seit nun 23Jahren nicht mehr so. Seine Weihnachtsstimmung verliert sich an einem 23. Dezember als sein Vater stirbt. Sein Vater war erst 54 Jahre. Heute ist Ernst 54 Jahre. Er ist Junggeselle und hat den Kontakt zu Mutter und Geschwistern abgebrochen. Ernst ist völlig verbittert und Frührentner. Alles ist irgendwie mit dem Vater mitgestorben. Gerade Weihnachten ist tot und völlig sinnlos ja nutzlos für Ernst. Seine ganze Aufmerksamkeit und Liebe hat Rolf ein kleiner Dackel den Er vor zwei Jahren im Wald in der nähe des Dorfes, um die 300 Einwohner, fast verhungert gefunden hat. Aber so lieb der kleine Kerl auch ist es ändert nichts an dieses blöde Weihnachtsfest.

Jetzt schon wieder diese Weihnachtslieder, die an sein Ohr dringen, bis ins Herz und ihn immer wieder nasse Augen machen, was Ihn dann wieder ärgert. Dieses Jahr alles anders, keine Weihnachtsmusik, das Radio und der Fernseher bleiben bis 27. Dezember aus. Nur das was Rolf und Er wirklich brauchen ist eingekauft worden und dann Tür zu und nichts als wirklich Ruhe. Seine Vermieter sind weg, wie jedes Jahr um diese Zeit, ist das Fachwerkhäuschen fast leer. Das Dorf in dem Ernst lebt ist eh jetzt wie ausgestorben. Das Telefon legt Ernst still.

Es wird Heiligabend, wie jedes Jahr, 18Uhr, Glockenläuten, diesmal schneit es sogar heftig und gerade jetzt steht Rolf parat und will, nein muss raus. "Ja ich weiß, Du kannst nicht auf die Toilette wie ich", stöhnt Ernst und beginnt sich anzuziehen, Schuhe, Hut und Mantel, begleitet von einem wild herumhüpfenden kleinen Freund. Als Ernst fertig angezogen ist erhält Rolf sein Mäntelchen und Leine und ab geht's. -Doch halt- denkt Ernst, - Heute nehmen wir uns ein Stück Fleischwurst mit, ist ja nicht immer und mit Weihnachten hat es auch nichts zu tun-, auch der Schnee bringt nicht ein bisschen Weihnachtsstimmung, so machen die Zwei sich auf den Weg.

Rolf zieht wie immer an der Leine und bestimmt den Weg, diesmal Richtung Wald. "Wenn du meinst", sagt Ernst zu Rolf und läuft in den Wald. "So nun lauf erst mal und tobe dich aus. "Redet Ernst mit Rolf. Es wird zwar schnell dunkel doch der Schnee erleuchtet alles mit einem warmen Licht. Von einem liegenden Baumstamm entfernt Ernst etwas Schnee und setzt sich dann mit seinem Mantel hin und holt die Fleischwurst heraus. Rolf hat das noch nicht bemerkt, denn sonst würde Er nicht so herumtoben, sondern vor Ihm sitzen und Fiepen.

Ernst knistert mit der Tüte herum, so dass Rolf es hören muss. "Du magst so was wohl nicht?", fragt Ernst. Worauf Rolf den Kopf anschrägt und auf die Wurst aufmerksam wird. Ernst beißt einen Happen ab und Rolf kommt als habe Ihn jemand geworfen, angeflogen. "Ist ja gut, alleine schmeckt es mir auch nicht, "beruhigt Ernst Rolf und gibt Ihm reichlich von der Fleischwurst ab. Als die Fleischwurst verspeist ist geht Rolf wieder seiner Lieblingsbeschäftigung nach, dem Herumlaufen und alles abschnuppern was sich da anbietet.

Ernst steht auf, dass heißt Er will aufstehen wobei ein Druck in seinem Brustkorb herrscht und Ihn zu Boden wirft. Ernst verliert das Bewusstsein. Aber anscheinend nicht lange, dann wacht Er hinter dem Baumstamm liegend wieder auf. Es ist nicht kalt, eher warm, was wohl an dem hellen gelben Licht liegen muss, in welches die gesamte Szene getaucht ist. "Na mein Sohn, wach geworden?" Ernst dreht sich um und sieht einem Mann in einem weißen Gewand gegenüber, einem Mann den Ernst sehr gut kennt, seinem Vater.

"Du bist hier Vater?", fragt Ernst. "Wenn Du mich siehst, dann bin ich wohl hier. "Antwortet der Vater sehr ruhig. "Du machst mir Sorgen mein Sohn. "Beginnt der Vater. "Du lebst nicht, Du existierst nur weil Dein Herz noch schlägt. "Endet der Vater. "Was soll ich denn machen, Du hast doch gesehen wie sich alles endwickelt hat, dass ist nicht meine Schuld. "Endet Ernst. "Wenn es um Schuld geht, dann ist der bequemste Weg, dem anderen die Schuld zu geben, findest Du nicht auch?" Fragt der Vater. "Ja Du hast Recht, aber Du hast gefehlt wer sollte denn in diesen Streitfällen Schlichten, wenn nicht Du?" Beginnt Ernst eine Endschuldigung, und fährt fort"wenn Du dagewesen wärst, wäre alles ganz anders verlaufen, da bin ich sicher. "Kommt Ernst zum Ende. "Egal wer was wann zu wem gesagt hat, wichtig ist das einer den Anfang zur Versöhnung macht, warum nicht Du?"Fragt der Vater. Ernst sieht seinen Vater an und beginnt einen Satz: "Ja, ist klar ich bin wieder, "Da unterbricht Ihn die erhobene Hand des Vater und Ernst hört: "Ich bitte Dich sei Du es der den Anfang macht, man wird Dich erwarten. "Mit den letzten Worten beginnt der Vater sich langsam aufzulösen. Ernst sieht seinen Vater in die Augen und fragt: "Was ist denn los, Vater?" Der Vater antwortet ganz ruhig: "Ernst ich bin tot, akzeptiere das und schließe Frieden mit Dir und Deinen Mitmenschen und denke daran ich liebe Dich!" Der Vater ist weg. Ernst weint seine Wangen werden nun kalt, das warme Licht ist weg, es ist nun sehr kalt.

Es wird dunkel und er hört plötzlich eine Männerstimme. Ernst schlägt die Augen auf und sieht einen Nachbarn aus dem Dorf und Rolf der Ihm die Hände schleckt. "Ernst Sie müssen aufstehen und ins Warme, "spricht der Nachbar. Ernst sieht sich um und weiß wenn Er das was Er gerade erlebt hat jemanden sagt, wird man Ihn für sehr unterkühlt, im Kopf, halten. Dann schießt es Ihm durch den Kopf - hab ich das nur phantasiert-. So steht Ernst mit Hilfe des Nachbarn auf ohne irgendeinen Druck im Brustkorb oder sonst irgendwelche Schmerzen und schweigt über die Erlebnisse. "Wie kommt es das Sie hier sind?", fragt Ernst. "Er, "antwortet der Nachbar und deutet auf Rolf, "Der Kleine steht doch tatsächlich im Türbogen der Kapelle und macht einen Krach, gerade mitten in die Weihnachtsgeschichte hinein, "der Nachbar holt tief Luft, Er ist um die 70Jahre und fährt dann fort: "Also der Pastor unterbricht die Weihnachtsgeschichte und öffnet die Tür und der Hund rennt an Ihm vorbei in die Kapelle, "wieder Luftholen des Nachbarn : "Meine Frau weiß als einzige wem der Hund gehört und ich versuche den Hund zu fangen, vergebens, Gott sei dank. "Endet der Nachbar. Ernst sieht erst Rolf und dann seinen Nachbarn an und fragt ungläubig: "Das heißt Rolf hat Sie zu mir geführt?" "Aber genau das. "Kommt es vom Nachbarn. " Sehen Sie, wo ich nun weiß wo der Hund sein zu Hause hat, will ich Ihn zurück bringen und nicht in der Kälte lassen, aber der Kleine rennt und rennt aber immer in Sichtweite, wartend, bis hier her zu Ihnen. "Endet der Nachbar.

Und so wandern alle drei langsam, Rolf ohne Leine, zurück ins Dorf. Ernst und Rolf werden vom Nachbarn in der Wohnung abgesetzt und der Nachbar geht nun ebenfalls nach Hause, weil der Gottesdienst an diesem Heiligabend vorbei ist. Ernst zieht sich wieder aus, Schuhe, Mantel und Hut, trocknet Rolf ab und geht in die Stube. "Jetzt erstmal etwas heißes, einen Tee, "sagt Ernst während Er Wasser aufsetzt. Für Rolf bereitet Ernst indessen eine Leckerei zu, danach sitzen beide im Wohnzimmer auf dem Sofa. Ernst sieht auf den Telefonstecker auf dem Boden.

Der Fernseher läuft wieder, gezeigt wird eine Komödie mit dem Titel - Eine unglaubliche Weihnachtsgeschichte -, das Telefon wird wieder angeschlossen. Ernst wählt die Nummer, seiner Mutter. "Ja hallo, "hört Ernst und beginnt ganz zögerlich: "Frohe Weihnachten, Mutter. ""Oh Ernst, frohe Weihnachten!", kommt es zurück. "Wir, Deine Schwester mit Familie, Dein Bruder mit Familie, Sie sind alle hier, versuchen Dich seid einer guten Stunde zu erreichen. "Endet die Mutter. "Sage allen auch frohe Weihnachten, "kommt es nun von Ernst. Die Mutter richtet die Grüße direkt weiter. Die Mutter fragt: "Ernst, ist es Dir wohl möglich an diese Weihnachten für ein paar Stunden zu Besuch zu kommen, wir würden uns alle sehr freuen. "Es wird still in der Leitung. Nun ist es Ernst den man Luftholen hört und er antwortet: "Wenn ich meinen Dackel Rolf mitbringen darf, dann komme ich gerne. "Worauf die Mutter antwortet: "Aber natürlich, der kann doch mit, soll der kleine Mann den alleine rumsitzen?" Für Ernst und seine Familie werden es die ungewöhnlichsten Weihnachten die Sie jemals erlebt haben.

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Weihnachtsgeschichten Band 2 Weihnachtsgeschichten
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Eingereicht am
24. März 2007

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