Weihnachtsgeschichten - Adventsgeschichten
Kurzgeschichte Weihnachten Weihnacht Advent
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London calling

© Tanja Horn

Mein Spiegelbild gefiel mir mal wieder überhaupt nicht. Immer näher ging ich an den Spiegel, bis ich fast mit meiner Nasenspitze einen Fettfilm darauf hinterlassen hatte. Das lag nicht nur an meiner Kurzsichtigkeit (beachtliche 5,0 Dioptrien), sondern auch daran, dass ich es ganz sehen musste. Das ganze Ausmaß der schrecklichen Katastrophe. Meine Krähenfüsse wurden definitiv immer tiefer. Wenn ich lachte, also die Mundwinkel gleichzeitig nach oben zog, denn nach richtigem Lachen war mir definitiv bei dem Anblick nicht zumute, gruben sie sich noch tiefer in meine inzwischen 35-jährige Haut. Und da war mein Blick noch gar nicht weiter nach unten gewandert zu meinen Lefzen. Nein, ich bin kein Boxer, und dennoch haben sich tiefe Kerben links und recht meines Mundes einen Weg Richtung Kinn gesucht. Wenn meine Haut noch schlaffer wird, sehe ich wirklich aus wie ein triefender Hund. Dazu passend meine Tränensäcke. Ich hatte das Gefühl, Derrick sah mich an. Und wer holte schon mal meinen Wagen? Wo war nur der Ausschalter? Ich musste dieses Programm so schnell wie möglich beenden!

Nein, Sie haben sich in keinen Horrorfilm verlaufen. Es handelt sich hier lediglich um mein Leben. Das verkorkste Leben der Simone Schramm. Sie glauben ich bin depressiv? Wo denken Sie denn hin! Depressiv werde ich erst in genau 14 Tagen. Da ist nämlich der 24. Dezember. Der schlimmste Tag im Jahr. Weihnachten! Je mehr Jahre vergehen, desto höher steht mein Frust an diesem Tag im Zenit.

Vergangenes Silvester lernte ich Martin kennen. Auf der Party meiner Freundin Sophie Hofmann, geborene Schmatzberger. Diese ist nur meine Freundin, damit ich mir noch zurückgebliebener vorkomme. Ich bin davon überzeugt, dass genau das ihre Lebensaufgabe ist. Frustrierte Frauen noch unglücklicher machen, in dem sie ihrem perfekten Leben beiwohnen müssen. Sophie hat einen attraktiven Ehemann, der Zahnarzt ist, was wiederum nicht der einzige Grund ist, weshalb ich ihn nicht ausstehen kann. Eric und ich haben das unter Psychologen als Sender-Empfänger bekannte Problem. Er findet mich niveaulos, ganz gleich was ich sage, und ich finde ihn einfach nur schrecklich affektiert, absolut egal was er so meint artikulieren zu müssen. Selbst wenn es einer mal nett meint, kommt es beim anderen alles andere als freundlich an. Aber zurück zu Sophies perfektem Leben. Neben schnittigem Ehemann hat sie auch noch zwei schnuckelige Kinder. Pascal, die Nervensäge und Maurice, das Wunderkind. Pascal ist schon jetzt wie sein Vater. Ich bedaure die Kinder der zweiten Klasse, die mit ihm den Unterricht besuchen müssen. Ich gehe davon aus, dass er alles besser weiß, nie warten kann, bis er an der Reihe ist und dank seines blitzend weißen Milchzähnelächelns immer die besseren Noten bekommt. Ich vergaß, in der zweiten Klasse bekommt man ja noch keine Noten. Na, bis zur dritten Klasse hat er sicher schon seine zweiten Zähne und die sind dann sowieso perfekt. Habe ich schon erwähnt, dass ich ihm eine Zahnspange wünsche? Da ist doch Maurice ganz anders. Maurice besticht durch seine strahlend blauen Augen und seinen Goldlöckchen, von Sophie auch stets seufzend Engelslöckchen genannt, und seine immensen Intelligenz. Er ist gerade mal vier Jahre alt und spielt schon die Geige wie ein alter Hase. Oder wie Eric es auszudrücken beliebt, wie ein großer Virtuose. Er hat in seinem zarten Alter schon zahllose Auftritte hinter sich. Davon abgesehen ist er allerdings ein Langweiler. Wenn ich mit ihm auf den Spielplatz ging, war ich diejenige, die meinte Sandburgen bauen zu müssen, zu schaukeln und jauchzend ihre immense Fülle auf der Rutsche unter Zuhilfenahme ihrer Füße nach unten bewegen zu müssen. Klein Maurice saß mit seiner kleinen Nickelbrille, den Kopf gesenkt, auf der Holzbank und fand mich wahrscheinlich in höchstem Grade peinlich.

Nun war ich also bei der perfekten Familie zur Silvestergala eingeladen. Das war jetzt nicht ironisch gemeint, es stand exakt so auf der Einladungskarte mit dem dezenten Goldrand. Ich zog mir meinen schwarzen Samtanzug an, schminkte mich, also ich versuchte es zumindest, und ergab mich meinem Schicksal. Ich war natürlich die einzige weibliche Person mit einem Hosenanzug. Hatte ich das etwa anders erwartet? Natürlich nicht. Aber kein Mensch auf diesem Erdenrund bringt mich dazu, meinen voluminösen Hintern in ein Kleid zu zwängen. Wahrscheinlich würde ich sogar irgendwann in einem Hosenanzug heiraten. Heiraten? Da waren meine Gedanken doch schon wieder in utopische Gefilde vorgedrungen.

Auf dieser spektakulären Party, Verzeihung Gala, befand sich auch Martin. Der süße, rücksichtsvolle und warmherzige Martin, der noch nicht mal laut wurde, als ich ihm bei unserem unfreiwilligen Kennenlernen den Wein über seinen cremefarbenen Anzug von Gucci goss. Ich konnte ja schließlich auch nichts dafür, dass ich mit meinen spitzen Schuhen an den eigens aus der Toskana eingeflogenen Steinplatten im Foyer der Hofmanns hängen blieb. Martin nahm sich meiner verlorenen Seele sogleich an und wich elf lange Monate nicht von meiner Seite. Er wurde nicht müde, mir einen gepflegten Umgang anzueignen. Wir gingen auf Empfänge und Vernissagen von Menschen, die ich als psychisch sehr stark suizidgefährdet empfand, aber Bilder und Skulpturen schufen, die fünfstellige Beträge einbrachten. Ich beschloss, in einer meiner besonders depressiven Stunden einen Umzugskarton schwarz zu bemalen und in eine Galerie zu bringen. Mir musste nur noch die richtige Hintergrundgeschichte einfallen. Aber in Kombination mit einer Flasche Rotwein sollte mir auch das gelingen. Mit dem dadurch erworbenen Geld würde ich mich endlich nach England absetzen. Vorzugsweise nach Südengland, wie zum Beispiel Devon.

Ich bin bekennende Rosamunde Pilcher Filme Seherin. Allerdings weniger wegen der Geschichten, an deren Ende stets ein herrliches Happy End den Betrachter erfreut, sondern vielmehr wegen der herrlichen atemberaubenden Landschaft. Ich bin bereits seit meinem fünfzehnten Lebensjahr ein großer Englandfan. Seit ich zum ersten Mal bei einem Schüleraustausch in Queen Elisabeths Land war. Ganz versessen war ich auch auf die pulsierende Stadt London. Mit ihrer jahrhundertealten Geschichte und den Millionen unterschiedlichen Menschen, die es schaffen, trotz ihrer unterschiedlichsten Charaktere und Herkunft mehr oder minder friedlich beieinander zu leben. Mindestens ein Mal jährlich begab ich mich nach London. Und sei es auch nur für ein Wochenende. Ich brauchte diese Tage wie die Luft zum Leben. Und nun, da mein rücksichtsvoller Martin mir sehr rücksichtslos den Laufpass gab, konnte ich gleich morgen mit dem Billigflieger in meine Wunschheimat fliegen. Ob ich hier total frustriert Weihnachten verbrachte oder an einem Ort, den ich über alles liebte, war doch im Grunde genommen völlig egal. Dort konnte ich unter noch mehr Menschen einsam sein. Ich weiß nicht, warum ich bei all den Männern aus meiner Vergangenheit immer die Dumme war. Immer hängte ich mich gefühlsmäßig so sehr in eine Beziehung hinein, dass ich nach Beendigung einer solchen, was noch nie von mir aus erfolgte, komplett durchhing. Irgendwo in meinem Bücherregal zwischen all den anderen Lebenshilfebüchern, befand sich doch noch ganz jungfräulich das Buch "Everybody's darling, everybody's Depp". Ich beschloss, dass es sich dabei um die perfekte Lektüre für meinen Flug nach London handelte.

Mit meinen tiefen Falten und ca. 500 Gramm Antifaltencreme im Gesicht begab ich mich ins Bett. Mein Koffer war gepackt, Weihnachten konnte kommen. Ho ho ho, Marry Christmas und guten Flug.

Schon als ich in Heathrow, dem größten Londoner Flughafen, ankam, fühlte ich mich befreiter. Es war jedes Mal aufs Neue wie eine Art Nach-Hause-Kommen. In meinem Hirn legte sich ein Hebel um und ich begann stellenweise sogar in Englisch zu denken. Das war schon immer so. Na ja, bis auf mein erstes Mal, als ich gerade mal 15 Jahre alt war. Aber schon damals war Englisch mein absolutes Lieblingsfach, gleich nach Geschichte. Und was soll ich sagen, in London fand ich damals beides. Wahrscheinlich war ich deshalb von meinem ersten Besuch an von diesem Land fasziniert. Ungeduldig mit dem Fuß wippend wartete ich auf meinen kleinen Koffer. Erwartungsgemäß würde ich mir wieder eine zusätzliche Reisetasche kaufen müssen, um meine ganzen Einkäufe später nach Deutschland zu bringen. Wie jedes Mal rollten sämtliche Gepäckstücke an mir vorbei, nur mein kleiner schnuckeliger Koffer war natürlich nicht dabei. Und wie jedes Mal spürte ich, wie mir immer heißer wurde. Was, wenn er unterwegs verloren ging? Oder wenn er aufging und jeder der Angestellten meine alten BHs und meine zeltgrossen Schlüpfer sah? Solche und ähnliche Dinge gingen mir jedes Mal durch den Kopf. Aber Gott sei Dank, da kam mein Koffer aus der Wandöffnung gerollt und welch Zufall, aus ihm ragte ein Stück meines ältesten Schlüpfers mit Blümchenmuster. Ich wusste ganz sicher, dass ich meinen Koffer sauber gepackt hatte und nichts, aber auch rein gar nichts rausschaute. Vielen Dank auch! Ich konnte mir schon denken, wie groß das Gelächter bei den Kontrolleuren war. Allerdings fragte ich mich, was am Inhalt meines Koffers so verdächtig hätte sein können. Sah mein Lockenstab etwa so gefährlich aus? Unterstehen Sie sich, an etwas anderes zu denken! Es handelte sich wirklich nur um einen Lockenstab.

Mit hochrotem Kopf drehte ich mich um und stieß gegen eine harte Männerbrust. Dabei verrutschte meine Brille und sie hing mir schief auf der Nase. Etwas verschwommen sah ich nach oben und in das markanteste und hinreißendste Männergesicht, das mir je begegnet war. Sämtliche Schauspieler im Fernsehen eingeschlossen - und das will etwas heißen!

"Entschuldigen Sie, ich habe Sie glatt übersehen." Es dauerte eine Weile, bis die Lippenbewegungen des Mannes als Ton in meinem Kleinhirn ankamen. Ich sah wie verzaubert auf seine vollen Lippen und die makellos weißen Zähne. Hatte er gerade gesagt, er hätte mich übersehen? Am liebsten hätte ich gesagt: "Das macht doch nichts, das bin ich doch gewohnt", aber ich konnte mich gerade noch rechtzeitig beherrschen und sagte mit zittriger Stimme: "Das macht doch nichts." Oh Gott, aus meinem Koffer hing ja noch immer der Schlüpfer! Hoffentlich würde er nicht auf den Koffer in meinen Händen schauen. "Darf ich Ihnen zur Wiedergutmachung den Koffer tragen?" Ich setzte zu einem Widerspruch an, doch er war zu schnell. Schon hatte er den Griff meines Koffers in der Hand. Ich wog die Möglichkeit ab, wie eine Irre an meinem Koffer zu zerren und ihn nicht loszulassen, beschloss aber, dass dies in der Skala der größten Peinlichkeiten noch eine Stufe über dem alten Schlüpfer stand.

Und was sollte ich nun mit meinem Mister Perfect kommunizieren? Waren Sie schon öfter in London? Nein, das war einfallslos. Oder einfach gleich: schöner Mann sind Sie vergeben oder ist mir das Glück einmal hold und ich kann Sie noch mit einer minimalen Hoffnung angraben? Das wäre immerhin ehrlich, aber mal wieder mehr als daneben. Allerdings, wann war ich das schon mal nicht? Er riss mich aus meinen fieberhaften Überlegungen: "Soll ich Ihnen den Koffer zu einem Taxi tragen?" "Eh, nein, also ja, also ich nehme ein Taxi aber Sie können mir gerne den Koffer wieder geben." Das sagte ich seinem Rücken, weil ich seinem Schritt nicht mithalten konnte. Wie an einem Schräubchen am Rücken aufgezogen tippelte ich atemlos hinter ihm her. Dummerweise blieb er nach dieser meiner gehechelten Aussage abrupt stehen, so dass ich ein weiteres Mal mit ihm kollidierte. Er drehte sich mit einem belustigten Lächeln zu mir um und ich sah seine süßen Lachfältchen neben den Augen. Seufz. "Das werde ich sicher nicht, schließlich stehe ich Ihnen ja immer im Weg." Oh Gott, bitte, öffne endlich die Klappe unter mir und erlöse mich! Aber ich wurde leider nicht erhört. "Also, ein Taxi?" "Hm?, oh ja, das wäre nett. Ein Taxi. Ja sicher." Konnte ich denn nicht ein vernünftiges Wort herausbringen? Das durfte doch nicht wahr sein.

Endlich waren wir am Taxistand angekommen. Er öffnete den Kofferraum und legte meinen Koffer hinein. Dabei sah er mein Zelt aus dem Koffer ragen. "Nun, ich bin sicher, Sie werden eine aufregende Zeit in London verbringen", er grinste von einem Ohr zum anderen. Ja sicher, ich werde vor lauter Langweile in meinem Hotelzimmer sterben. Oder aber ich würde mich auf der Oxford Street, der größten Einkaufsstraße Londons, bankrott kaufen. Aber als erstes würde ich mir schöne Unterwäsche kaufen. Vorausgesetzt, sie hatten etwas in meiner Größe, das nicht aussah wie Omas Mieder, das nicht hautfarben war. Vielleicht würde mir dann das nächste Mal diese Peinlichkeit erspart bleiben. Aber das nächste Fettnäpfchen kam auch so. Dann wird es halt beim nächsten Mal nicht mehr mein Omaschlüpfer sein. "Leider muss ich mich jetzt von Ihnen verabschieden. Mein Wagen steht leider ganz woanders und ich habe noch einen wichtigen Termin. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder. Eine schöne Zeit." Er hielt mir seine Hand entgegen, die ich verlegen entgegennahm. Sie fühlte sich weich und gleichzeitig auch sehr männlich und muskulös an. Ja, hoffentlich gab ein Wiedersehen, aber in einer Millionenstadt wie London käme dies doch einem Wunder gleich. Ich bedankte mich artig und diesmal sogar in einem vollständigen Satz und machte, dass ich ins Taxi kam. So sehr ich von diesem wunderbaren Mann auch angetan war, so schrecklich dumm und hässlich kam ich mir vor und wollte diese Situation so schnell als möglich beenden. Die Sache war sowieso schon bevor sie beginnen konnte an die Wand gefahren, wie fast alles in meinem Leben. Ich nannte meinem Taxifahrer die Adresse meines Hotels und sah meinem sympathischen Helfer noch lange nach, wie er mit einem netten Lächeln im Gesicht da stand und dem Taxi hinterher sah. So eilig konnte er es wohl nicht haben, sicher war er einfach nur froh, den hässlichen Trampel los zu haben und amüsierte sich innerlich noch immer über meine plumpe Tollpatschigkeit.

Seufzend lehnte ich mich im geräumigen Taxi zurück und lies das weihnachtliche London an meinem Fenster vorbeiziehen. Ich liebte diese Stadt und noch mehr liebte ich sie an Weihnachten. Die Engländer sehen Deutschland als die Hochburg der Weihnacht an. Für sie leben wir im Weihnachtsmärchenland. Wir haben ihnen sogar den Weihnachtsbaum vor vielen Jahren importiert. Ein Wort, das nicht ganz zur Feierlichkeit und dem Sinn der Weihnacht passt, doch in England, und vor allem London, ist Weihnachten fast nichts weiter als Kommerz. Warum sich also nicht der Sprache der Wirtschaft bedienen? Prinz Albert brachte 1841 seiner Gemahlin, Königin Viktoria, einen Weihnachtsbaum aus seiner Heimat Deutschland mit. Romantischer Grundgedanke. Doch wenn man die blinkenden Weihnachtsbäumchen und Girlanden an jedem noch so kleinen Imbiss oder Ramschladen sieht, fragt man sich, warum aus so etwas Schönem ein solcher Kitsch werden musste. Aber um ehrlich zu sein, diese vielen Lichter, ob bunt oder nicht, verband ich inzwischen mit Weihnachten. Egal ob in England oder in Deutschland. Erst wenn es Abend wird, sieht die Welt richtig weihnachtlich aus. Das ist zumindest mein Empfinden. Auf das man allerdings nicht all zu viel geben sollte, da ich hoffnungslos kitschig und romantisch bin. In meiner Wohnung tummeln sich mindestens ein Dutzend Engelsfiguren und mindestens doppelt so viel Elfen. Ein Mann, würde er meine heiligen Hallen betreten, würde sofort den Rückwärtsgang einlegen, angesichts der auf ihn einstürmenden Flut an Tinnef.

Schwer lies ich mich auf das Bett des Dreisterne-Hotels plumpsen. Es quietschte erbärmlich. Das führte ich aber mit gutem Gewissen auf den allgemeinen Zustand der englischen Hotels zurück und ganz und gar nicht auf meine Körperfülle. Meine Zeit in England fing genauso an wie immer alles in meinem Leben begann. Zumindest was diese verzwickte Sache mit den Männern anging. Ich lerne gutaussehende Objekte des männlichen Geschlechts kennen und verbocke wieder alles. Aber bei aller Kritik, ein hässlicher Schlüpfer, der aus meinem schäbigen alten Koffer ragt, kann einen ja auch aus dem Konzept bringen. Warum ging mir Mister Unbekannt seit dem Flughafen nicht mehr aus dem Kopf? Ich hasste mein verkorkstes Leben. Warum konnte bei mir nicht auch mal alles glatt laufen? Dabei bestand ich noch nicht mal auf einen Zahnarzt. Von denen halte ich aus eigener Erfahrung sowieso nicht viel, pfuschten anderen Leuten im Mund herum und haben dafür einen fetten Porsche vor der Tür stehen. Frisöre hingegen, können einem die Frisur versauen, aber Haare wachsen ja bekanntlich im Gegensatz zu Zähnen nach. Ein Frisör kann sich zwar höchstens ein Fahrrad leisten, aber doch besser als nichts. Ich sollte mir einen Frisör angeln, immer eine neidvoll hübsche Haarpracht auf dem Kopf und ich konnte mir die zehn Euro, die ich maximal für den Frisör ausgab, auch noch sparen. Aber ich vergaß, die meisten Frisöre sind doch eher gleichgeschlechtlich orientiert. Auch dieser Gedanke wieder eine Sackgasse. Mein Blick fiel aus dem Fenster, direkt auf eine graue Mauer. Ich fragte mich bei jedem Besuch, wie die drei Sterne der Hotels eigentlich zustande kommen, die hier die größten Bruchbuden bekommen. Aber mehr konnte ich mir leider noch nie leisten. Morgen also war Heilig Abend. Wenn ich noch richtig ausgiebig shoppen gehen wollte, müsste ich mich jetzt auf die Socken machen. Oxford Street und Harrods, ich komme! Frustshoppen ist einfach was Herrliches und dazu noch ganz ungeniert, weil kein völlig entnervter Partner neben einem herläuft und wenn man mit einer Tüte und einem entrückten Lächeln den Laden, dem Ort der Sünde, verlässt, den ganzen Glückshormonschub mit einer einzigen Frage zunichte macht: "Musste das wieder sein?" Ja! Ja, das musste sein! Hätte ich es sonst gekauft? Ich hätten den restlichen Tag an nichts anderes mehr denken können. Wäre in Gedanken meinen Terminplan wieder und immer wieder durchgegangen. Wann könnte ich schnell noch mal in dem Laden vorbeischauen und es doch noch erstehen? Gab es vielleicht in meiner näheren Umgebung noch eine Filiale dieses schnuckeligen Geschäfts? Aber ach, was, wenn es das letzte war und mir jemand zuvor kam, nur weil ich einmal nicht spontan genug sein konnte! Wie schön, das konnte mir heute alles nicht passieren. Weder würde es in meiner Nachbarschaft einen Harrods geben, noch würde ich eine Spaßbremse an meiner Seite haben. Und falls ich, was in einer Stadt wie London nahezu ausgeschlossen ist, nichts Passendes für meine Seele finden würde, gab es noch immer meine glückbringende, quadratisch, praktische Freundin, meine ständige Begleiterin, die Tafel Schokolade. Mit der U-Bahn begab ich mich ins Getümmel. Den tiefen Höhlen der U-Bahn-Schächte entstiegen, befand ich mich schließlich mitten auf der belebten Oxford Street. Aus Stuttgart stammend, ist man einen solchen Anblick nicht gewohnt. Wir kennen die Haupteinkaufsmeile als ausschließliche Fußgängerzone. Aber wer schon mal in London war, weiß, wie anders sich die Oxford Street präsentiert. Zu beiden Seiten befinden sich fürchterlich breite Bürgersteige, auf denen es nur so von Menschen wimmelt. Es ist mir jedes Mal erneut ein Rätsel, weshalb die Menschen nicht unentwegt ineinander rennen. Geteilt werden diese beiden Menschenströme von einer breiten stark befahrenen Straße. Pkws, Taxen und vor allem die weitbekannten roten Doppeldeckerbusse tummeln sich auf dieser lauten Verkehrsader. Stellen Sie sich nur fünf Minuten an den Straßenrand und versuchen Sie, eine Ordnung, auch nur einen Ansatz einer Verkehrsregel, zu erkennen. Glauben Sie mir, das wird schwierig. Aber dafür war ich ja nicht da, was sollte ich mir denn den Verkehr betrachten? Erst mal musste ich mit einer Seite der Oxford Street fertig werden! Ich begab mich also in den Strom der Einkaufenden und wurde mit Weihnachtsmelodien überschüttet. Da ein "Jingle Bells" und dort ein "White Christmas". Von weißen Weihnachten konnten sie hier wirklich träumen, es war weit und breit kein Schneeflöckchen auszumachen. Dafür wurde man mit einem strahlend blauen Himmel beglückt. Von wegen Regen und Nebel! Überhaupt habe ich das so gut wie noch nie auf einem meiner Besuche in England erlebt. Aber Klischee ist eben Klischee. Und da wir gerade dabei sind, es wimmelte hier nur so von Weihnachtsmännern. Sie verteilten Süßigkeiten oder irgendwelche Werbekärtchen, um die kaufwütige Masse in die Geschäfte zu locken. Kein Wunder, dass viele verzweifelt wirkende Engländer sich gerne der Hoffnung hingaben, kurz vor Schluss noch ein passendes Geschenk für die Lieben zu Hause oder einfach aus lauter Pflichtbewusstsein für seine Schwiegermutter zu ergattern. Schließlich war morgen schon Heiligabend! Da fiel mir ein, dass ich trotz meines Englandfanatismusses vergessen hatte, dass man auf der grünen Insel erst am 25. Dezember morgens die Geschenke öffnete! Egal, kurz vor knapp war es allemal. Ich bugsierte mich und meine zunehmende Anzahl vollgepackter Einkaufstüten von einem Geschäft und einem Weihnachtslied zum anderen. Langsam aber sicher artete es in Arbeit aus. Es gab nur noch zwei Möglichkeiten. Entweder die Ladung Tüten bei jedem Versuch, ein Objekt meiner Begierde näher zu betrachten, abzustellen und böse Blicke zu riskieren, weil ich das Gewusel des Einkaufsrausches unnötig aufhielt, oder verzweifelt nach einer Verkäuferin Ausschau halten und ihr mit wildem Kopfnicken zu verstehen geben, was sie mir bitte zur näheren Betrachtung unter die Nase halten soll. Was aber, wenn mein Herz für ein weiteres, ich hatte bereits schon drei am Arm hängen, Paar Schuhe entflammte? Ob ich nun wollte oder nicht, die musste ich bei meinem pfannenkuchenartigen Plattfüssen anprobieren. Krampfhaft versuchte ich in einem schmalen Gang, umzingelt von neckischen BHs, mit denen ich gerade mal meine Ellbogen hätte bedecken können, einen Blick auf meine Armbanduhr zu werfen. Was sich angesichts meiner betüteten Arme alles andere als einfach gestaltete. Gut, wir hatten gerade mal zwei Uhr nachmittags. Das von mir zu Hause gewechselte Geld, das ich maximal für den kompletten Englandaufenthalt ausgeben wollte, war zwar bereits schon auf den Kopf gehauen, aber man lebte nur einmal und war auch nicht alle Tage auf der Oxford Street. Und sind wir doch mal ehrlich, wann habe ich mich schon mal an meine guten Vorsätze gehalten? Hurra, es lebe die Erfindung der ec-Automaten! Meinen Kontostand würde ich mir erst wieder zu Hause betrachten, wenn der Rausch wie üblich in unbeschreiblichen Katzenjammer überging. Nun beschloss ich also, einfach noch mal ins Hotel zu fahren, meine Eroberungen aufs Bett zu schmeißen und einfach beim nächsten Geschäft meine Einkaufsjagd wiederaufzunehmen. Hoffentlich fand ich auch wieder exakt zur gleichen Stelle zurück. Nicht auszudenken, wenn ich einen Laden ausließ! Fest entschlossen, beide Seiten der Oxford Street noch vor Weihnachten bezwungen zu haben, machte ich mich auf den Weg nach draußen. Wie schön konnte man doch beim sinnlosen Verprassen seines sowieso schon rotblinkenden Kontostandes seinen fünfunddreißig Jahre lang aufgestauten Männerfrust vergessen.

Gerade hatte ich mit einem gekonnten Hüftschwung die Tür des Kaufhauses geöffnet, Sie erinnern sich, die vollen Hände, als sich mir ein langer mit Schaumstoff überzogener Gegenstand ins Gesicht bohrte. Oh hilf, ein Mikrofon! Zur Salzsäule erstarrt, quasi von hundert auf null runtergebremst, blieb ich stehen. Ich wollte schon mit einem obercoolen, von zahlreichen B-Promis abgekupferten Spruch das Weite suchen: "No comment!", als mir die gestellte Frage bewusst wurde. "What do you, as a woman of the 21st Century think about men?" Will heißen, was ich als Frau des einundzwanzigsten Jahrhunderts über Männer denke. Aber hallo! Da hatte ich doch mal richtig was zu sagen! Da musste ich doch gar nicht lange nachdenken. Nicht die üblichen Fragen wie, was denken Sie über die globale Erderwärmung? Also bitte nicht falsch verstehen, das ist durchaus für unsere Zukunft ein ernstzunehmendes Problem, aber für meine, Susi Schramms Zukunft, gab es ein ganz anderes geradezu erdrückendes Problem! Warum um alles in der Welt, bin ich schließlich so übereilt nach London geflogen? Ich holte tief Luft. "Was ich über die Männer denke? Danke für diese Frage! Doch wirklich, vielen Dank dafür! Sehen Sie diese Tüten?," wild fuchtelte ich mit meinen Armen herum. Erstaunlich, woher ich plötzlich die Kraft nahm. "Aber nein, können Sie ja nicht, ist ja Radio, oder? Natürlich ist das Radio, ist ja auch keine Kamera da, zumindest sehe ich keine", gab ich mir selbst die Antwort. "Männer sind die Steine auf meinem Lebensweg. Mein Gott bin ich theatralisch, aber ist doch so. Diese ganzen Tüten hier gehen auf die Rechnung meines Ex-Freundes. Nur schade, dass er mich nicht von hier aus hören kann. Diese ach so rücksichtsvolle Dumpfbacke feiert Weihnachten ja im guten alten Deutschland. Ihm geht es ja auch gut. Ich war ihm ja nur ein Klotz am Bein. Aber der Klotz ist ja jetzt in London . Ist mal wieder geflohen und verprasst ihr ganzes nicht vorhandenes Geld. Wie das geht? Susi kriegt alles hin, die kann sogar aus nichts noch etwas machen, ha ha, nur aus ihrem eigenen Leben nicht." Langsam redete ich mich in Rage, lies die Tüten fallen und zog das Mikrofon energisch näher an mich heran. "Und wo wir gerade dabei sind, ich wollte nie Bankerin werden! In zehn kalten Windern nicht. Leider hatte ich das Bauch-Verstand-Verhältnis noch nie drauf. Immer dann wenn ich etwas mit Verstand angehen sollte, zum Beispiel meine Männerwahl, höre ich nur auf den Bauch und lege dann auch jedes Mal eine Bauchlandung hin. Pflatsch, der totale Bauchplatscher, aber davon habe ich ja auch genug, Bauch meine ich! Und wenn ich auf meinen Bauch hören sollte, wie etwa bei der Berufswahl, sagt ja eigentlich auch schon der Ursprung des Wortes, der da Berufung ist, dann höre ich auf meinen angeblichen Verstand. Angeblich deshalb, weil ich manchmal daran zweifle, ob er überhaupt vorhanden ist, oder warum erzähle ich das gerade alles im Radio?"

Inzwischen hatte sich eine kleine Gruppe Menschen um mich versammelt. Das Ventil hatte ihren Dampf abgelassen und ich befand mich wieder in der Realität. Ich sah in das überraschte Gesicht der Interviewerin, die offensichtlich ihre nächste Frage vergessen hatte. Kein Wunder bei meinem Ausbruch. Ich hatte sie in Grund und Boden geredet. Das konnte ich gut. Viel zu gut. Anderen Menschen das Ohr abkauen, darin war ich Profi, man musste mir nur das richtige Stichwort liefern. Und das tat sie definitiv. Verlegen lächelnd, nahm ich meine Tüten wieder auf und bahnte mir eiligst einen Weg durch die Menge. Nichts wie weg hier. Wo war nur die nächste U-Bahn-Station, verdammt noch mal? Die Radiofrau schien von ihrer Erstarrung befreit, denn ich hörte sie mir nachbrüllen, ich solle doch um Himmels Willen stehen bleiben. Bin ich denn von allen guten Geistern verlassen? Ich hatte mich schon genug um Kopf und Kragen geredet. Zum Glück lief das nie in Deutschland. Obwohl ich vorhin darüber noch traurig war.

Da! Endlich erkannte ich das heißersehnte U-Bahn-Zeichen. Nichts wie rein. Gott sei Dank hatte ich eine sogenannte Traveller Card erstanden, mit der ich im ganzen Londoner Innenstadtnetz nach Herzenslust umherfahren konnte, ohne vorher jedes Mal ein Ticket lösen zu müssen. Wissen Sie was das Gute an der sogenannten Circle Line ist? Genau, dass sie im Kreis fährt, wie ihr Name schon vermuten lässt. Es ist folglich völlig egal, ob man in die richtige Richtung einsteigt, man kommt immer an. Im Zweifelsfall konnte es nur ein wenig länger dauern. Ich schob mich mit der Menge in genau dieselbige, weil sie die nächste war, die gerade einfuhr. Meine Tütenfülle um mich herum verschaffte mir ein kleines bisschen Privatsphäre in der maßlos überfüllten Bahn. Und die hatte ich jetzt mehr als nötig. Ich hatte mich mal wieder nicht unter Kontrolle und hatte mein Innerstes nach Außen gekehrt. Hatte ja auch fast keiner mitbekommen. Nur wahrscheinlich ganz London, ach was, wahrscheinlich die ganze Insel! Am liebsten hätte ich mich selbst geohrfeigt.

Meine Einkäufe lud ich im Hotel ab und beschloss, eine Runde spazieren zu gehen. Ich musste einen freien Kopf bekommen. Die Wollmütze tief ins Gesicht gezogen und dicke Handschuhe an den Händen, trabte ich los. Mein Ziel war die Themse, der große Fluss, an dessen Ufern zu römischen Zeiten die Stadt Londinium errichtet wurde. Mit der Tube, wie die U-Bahn hier auch genannt wird, kam ich direkt am Houses of Parliament mit der berühmten Glocke Big Ben in ihrem Turm, an. Dessen Anblick liebte ich sehr. Ich lehnte mich mit verschränkten Händen auf die Mauer, die einen langen Spazierweg von der Themse trennte, den Blick fest auf das Parlamentsgebäude gerichtet, das wundervoll von der Sonne erleuchtet wurde. "Ach Susi, du dumme Gans", murmelte ich vor mich hin, und die kalte Luft bildete Wölkchen vor meinen Lippen. Schon sehr lange hatte ich ein unbestimmbar rastloses Gefühl. Mein derzeitiges Leben missfiel mir. Und damit meine ich nicht nur mein Pech mit der Männerwelt. Seit zehn Jahren arbeitete ich nun schon bei der Bank, dabei wollte ich mal was ganz anderes werden. Lehrerin, zum Beispiel, oder Schriftstellerin. Oder einen sozialen Beruf, bei dem ich sehr viel mit Menschen zu tun hätte. Am besten einen Beruf, bei dem ich meine große Klappe einsetzen konnte. Ich musste lächeln. Deshalb hatte ich einen Nebenjob als Schlossführerin und als Lehrerin an einer Nachhilfeschule angenommen. Ich stützte versonnen den Kopf auf die Hände. Beides hatte ich aufgeben müssen, weil es mir einfach mit meinem Beruf als Bankerin zu viel wurde. Ich schnaubte. Leider war ich zu feige alles hinzuschmeißen und etwas Neues zu riskieren. Es war, als würde man als Linkshänder gezwungen mit rechts zu schreiben. Was man zustande brachte war zwar leserlich, aber es drängte einen, den Stift endlich wieder in die linke Hand zu nehmen und flüssig zu schreiben. Aber wie sollte ich das bewerkstelligen? In der heutigen Zeit musste man schließlich froh sein, einen Job zu haben und letztendlich hatte ich ja auch nichts anderes gelernt. All meine Freunde waren damals wie vor den Kopf geschlagen, als ich ihnen eröffnete, dass ich eine Lehre bei der Bank anfangen würde. Ob ich jetzt total durchdrehen würde, das würde doch überhaupt nicht zu mir passen. Wie recht sie doch behalten sollten. Aber nach dem Abitur studierte ich Englisch und Geschichte auf Lehramt und meinen ersten Panikanfall bekam ich, als ich sah, dass keiner nach dem Studium eine Anstellung zu finden schien. Das sollte mir auf keinen Fall passieren. Deshalb warf ich trotz hervorragender Noten nach drei Semestern alles hin und besann mich darauf, dass ich in der Schule ja gut in Betriebswirtschaft und Mathematik war. Ich wollte einfach nicht sehen, dass vernünftig sein nicht gleichzusetzen ist mit etwas gegen seine eigene Bestimmung und seiner Neigungen zu tun. Und jetzt stand ich hier. Eine Mitdreißigerin, die von ihrem Freund verlassen wurde und ihren Job hasste. Ich blinzelte in die Sonne. Wenigstens hatte mein Leben etwas Beständiges. Ich wurde regelmäßig verlassen, ich hasste es jeden Morgen in die Arbeit zu gehen und ich fand mich immer wieder in London, wenn mich all dies zu sehr zu Boden drückte. Oft kam ich mir sowieso wie ein kleines Stehaufmännchen vor, die ich noch aus meiner Kindheit kannte. Sogar die physischen Merkmale wies ich auf: klein und kugelrund. Und es drückte mich immer und immer wieder zu Boden. Doch ich stand auch immer wieder auf. Nur irgendwann hat das Stehaufmännchen keine Lust mehr. Schon gar nicht, wenn es dauernd nach unten gedrückt wird, so dass es gar nicht mehr wirklich zum Aufstehen kommt. Sollen die doch mit was anderem spielen, ich hatte jedenfalls ausgedient. Ich wusste, dass die Träne, die mir eben aus dem Augenwinkel kullerte nicht von der stark blendenden Sonne hervorgerufen wurde. Schöne Bescherung!

Na klasse, jetzt war meine Stimmung wieder am Nullpunkt. Klassische Situation. Einsame Frau in einer fremden Stadt und dann ist auch noch Weihnachten. Ich lief noch einige Zeit herum und lies meine Gedanken schweifen. Aber alles schien düster und grau in grau zu sein, ganz gleich, dass die Sonne schien. Irgendwann ergab ich mich meinem Schicksal und winkte mir eines der typischen schwarzen londoner Taxen heran, um den Abend mit einem Buch in der Hotellobby zu verbringen. Dort würde ich zumindest nicht ganz allein sein. Als Frau ohne Begleitung in einen Pub zu gehen, war zwar zur heutigen Zeit kein Problem mehr, doch hätte ich mich dort sicher nicht sehr wohlgefühlt. So, als würde auf meiner Stirn stehen: " Bei mir herrscht absoluter Notstand, sprich mich ruhig an, ich nehme inzwischen alles was ich kriegen kann, sogar ein solches Guiness-Faß wie dich." Wobei, um den langen Text zu lesen, müssten die Männer schon sehr nahe an mich herankommen. Ein einziges F-Wort hätte sicher die gleiche Aussage und Wirkung. Ein Vorteil der londoner Taxen war, dass sie moppelgeeignet waren. Will heißen, es gab richtig viel Platz und man konnte es sich selbst als Hundertkilo-Frau mit schwerem Gepäck bequem machen. " Wo soll´s denn hingehen?" Erst jetzt bemerkte ich, dass mein Taxi von einer Frau gelenkt wurde. Sehr sympathisch! Wir Frauen konnten sowieso besser autofahren. Ich nannte ihr die Adresse meines Hotels und sie drehte sich mit einem gesungenen "Kein Problem, Darling!" wieder nach vorn. Die Scheibe, die mich von ihr trennte, war nicht ganz zugeschoben. Deshalb hörte ich immer wieder ihr lautes kehliges Lachen. Sie musste irgendetwas irrsinnig komisch finden. Oh nein! Das war doch meine Stimme! Die strahlten das wirklich aus! Ich rutschte immer tiefer in meinen Sitz hinein. Bitte lass mich in den Polstern versinken. Bitte, bitte. Meine Taxifahrerin schlug aufs Lenkrad und rief: "Yo, merry christmas, Süsse, was meinst du warum ich Taxi fahre?" Sie fuhr ruckartig mit ihrem Kopf zu mir herum und meinte: "Ist sie nicht klasse Baby?" Klasse, hä? Wie meinen? Mir wurde so heiß, dass ich mir sicher war, so kirschrot angelaufen zu sein, dass ich mich damit goutet hatte. Aber sie plapperte eifrig weiter und schien keinen Verdacht geschöpft zu haben. "Das ist so schade, dass sie die nicht mehr finden. Endlich mal eine, die ihrem Frust freien Lauf lässt. Ich muss diesen Job machen, weil mich mein Ex mit einem Berg Schulden sitzen lies. Glaubst du, ich fahr gern in diesem beschissenen londoner Verkehr irgendwelche nervige Touris oder Besoffene rum?" Ich war platt. Sie fand mich gut? "Scheiße, das Mädel ist mir richtig sympathisch, sag ich dir." Sie lachte wieder wie ein Raucher nach seiner dritten Schachtel. "Da können einem die Deutschen richtig ans Herz wachsen. Naja, zumindest die Weiber dort drüben. Die Männer sind ja genauso beschissen wie hier." Sie machte das Radio lauter, damit ich hinten besser mithören konnte. Dass ich überhaupt nicht reagierte, schien sie kein bisschen zu stören. Meine Stimme im Radio wurde von einer anderen Frauenstimme abgelöst. "So Ladys, Ihr da draußen scheint von unserer kleinen Deutschen so richtig angetan zu sein. Hier brennen die Leitungen. Unsere Unbekannte hat eine ganz schöne Lawine losgetreten. Seit einigen Stunden, seit wir den Kommentar zum ersten Mal gesendet haben, stehen die Telefone nicht still." Sie blendeten einige Anrufe ein. "Du bist meine Seelenverwandte" oder "Bitte noch mehr davon", waren nur ein paar der Äußerungen. Inzwischen waren wir schon fast am Hotel angekommen. Die Moderatorin übernahm nun wieder das Ruder. "Hast Du das gehört, Mrs. Unbekannt? Wir suchen Dich. Wenn Du das irgendwo in dieser gottverlorenen Stadt hörst, schwing Deinen Hintern hier her. Die Frauen hier auf der Insel haben in Dir eine Leidensgenossin gefunden." Und nach einer kurzen Pause: "Süsse, Du bist nicht allein. Und denk dran, morgen ist Weihnachten." Ich musste schlucken. Wie viele Chancen in meinem Leben hatte ich schon nicht wahrgenommen? War ich einsam? Ja, verdammt noch mal. Ich weiß nicht wirklich, was mich plötzlich geritten hatte. Aber ich hatte meine Sprache wieder gefunden.

"Was ist das für ein Sender?"

"Hm?"

Meine Chauffeuse schien völlig von der Sendung fasziniert.

"Oh, welcher Sender, Horizon73."

"Fahren Sie hin."

"Was?"

"Ich sagte, fahren Sie mich hin!"

Langsam sickerte die Bedeutung meines Befehls in ihr Hirn. Und alles andere als langsam legte sie schließlich eine Vollbremsung hin. Hektisch blickte ich durchs Heckfenster. Es kam im lononder Stadtverkehr einem Wunder gleich, dass uns kein Auto bei dieser Aktion auffuhr.

"Mal ganz langsam, Kleines, willst Du mir damit sagen, Du bist, also Du bist..."

Sie schien tatsächlich sprachlos zu sein und ich sah sie nur fest entschlossen an.

"Verdammte Scheiße, Schätzchen!"

Diese Frau stand definitiv auf vulgäre Worte in Kombination mit Kosenamen. Einmal von ihrer kurzfristigen Erstarrung befreit, trat sie wie eine Verrückte aufs Gas. Krampfhaft hielt ich mich fest. Der Nachteil von viel Raum war, dass man im Inneren des Taxis wie ein Flummi umherfliegen konnte. Vor allem, wenn man auch noch so aussah.

"Wir kriegen Dich da schon hin. Ich flipp aus, ich hab Dich in meiner Karre."

Dabei drehte sie sich wieder zu mir um. Ich bedachte sie mit einem schiefen Grinsen. Es wäre mir lieber, würde sie sich mehr auf die Straße anstatt auf mich konzentrieren.

Nach einer nervenzerreißenden Fahrt durch das Verkehrschaos der londoner Innenstadt, waren wir endlich am Ziel angelangt: Horizon73. Ob die Dreiundsiebzig am Ende des Namens ein gutes Omen war? Handelte es sich hierbei doch um mein Geburtsjahr. Schweißgebadet und mit am Rücken klebenden Shirt stieg ich aus, schüttelte die nikotingelbe Hand meiner Taxifahrerin.

"Hör zu Kleines, wenn Du irgendwann mal wieder ein Taxi brauchst, Margie ist immer für Dich da. Wenn ich grad einen Fahrgast habe, schmeiß ich den für Dich an der nächsten Ampel raus." Ich musste lachen. Langsam freundete ich mich mit ihrer herzlichen rauen Art an. Mit einem freundschaftlichen Hupen brauste sie ab in die Tiefen der londoner Rush-Hour.

Ich hielt mir eine Hand vor die Augen, um nicht von der Sonne geblendet zu werden, als ich die verglaste hohe Hauswand bis zum Schriftzug des Senders hochsah. Tief luftholend nahm ich mir ein Herz und marschierte los. Was hatte ich schon zu verlieren? Wenn schon Mist bauen, dann mal im großen Stil. Ich bin noch nie nur mit einem Fuß in einem Fettnäpfchen gestanden, ich badete immer beide Beine darin. Am Empfang wurde ich von einer netten jungen Frau begrüßt, Cindy, wie mir ihr Namensschild verriet. Als ich ihr erklärte wer ich bin, wurde sie plötzlich hektisch. Sie tippte wie eine Irre auf ihrem Telefon herum, ohne mich überhaupt noch zu beachten. "Dave? Sie ist da! Na wer schon, die Unbekannte. Ja, die Deutsche von der Oxford Street. Alles klar, sofort." Immerhin sagte sie die Unbekannte und nicht die Verrückte. Das war ja schon mal ein guter Anfang. Sie sprang von ihrem Sitz auf und lief vor mir her. "Kommen Sie, kommen Sie," trieb sie mich an "man wartet bereits auf Sie." Wo war nur der rote Teppich? Mit solchen Gedanken versuchte ich mich abzulenken, denn langsam aber sicher bekam ich weiche Knie und ein Rumoren in der Magengegend. Jetzt gab es kein Zurück mehr. Was sollte ich denn überhaupt sagen? Was kam jetzt auf mich zu? Als der Aufzug, in den mich Cindy führte, mit einem lauten "Bing" aufging, war mir klar, dass ich mir über all das gar keine Gedanken hätte machen müssen. Vor mir stand ein stattlicher Mitvierziger mit einem breiten Grinsen und weit ausgebreiteten Armen.

"Hallo Mrs. Unbekannt! Ich kann es ja gar nicht glauben! Sie haben uns erhört. Ich bin Dave. Kommen Sie!" Mit diesen Worten zog er mich fest an sich heran und klopfte mir auf die Schulter wie einem alten Kumpel. Da sagt noch mal einer, die Engländer wären verklemmt. Mir wurde keine Zeit für eine Erwiderung gelassen, weil ich bereits Richtung einer Tür geschoben wurde, über der verdächtig ein rotes Licht blinkte: "On air". Oh nein! Zu spät, Dave schob mich mit einem energischen Schubser in den Raum, in dem die Frau von heute Mittag saß, die mich strahlend ansah, während sie einen Regler nach unter schob und ich vernahm, wie die Musik leiser wurde. Ich drehte mich um, und sah nur noch, wie die Tür hinter mir ins Schloss fiel. "Hallo London. Hallo Ladies. Ihr werdet nicht erraten, wer gerade hier durch diese Tür gekommen ist. Mrs. Unbekannt!" Sie gab mir mit einer Handbewegung zu verstehen, dass ich mich hinsetzen sollte und schob mir ein Mikrofon vors Gesicht. Kam mir irgendwie bekannt vor. "Dann wollen wir sie doch mal zum Reden bringen. Hallo,...ja, wie wäre es erst mal mit Deinem Namen? Wir wissen ja schon eine Menge von Dir aber noch nicht mal wie Du heißt." Ich schielte aufs Mikrofon. Sollte ich mich wirklich schon outen? "Namen sind wie Schall und Rauch." Mein Gegenüber sah mich stirnrunzelnd an um dann in lautes Lachen zu verfallen. "Süße, das kannst Du uns nicht antun. Sollen wir Dich etwa Jane Do nennen? Früher am Tage warst Du aber noch gesprächiger." Haha, danke auch. "Ich weiß, Du hast mir auch dummer Weise das richtige Stichwort gegeben. Hi, ich bin Susi aus Deutschland. Und was Ihr heute Mittag gehört habt, war ein Teil meines verkorksten Lebens. Aber hey, was soll´s, es hat mich in ein Radiostudio geführt, von dem aus ich ganz London erreichen kann." Ich wurde lockerer. Merkte, wie in mir wieder die altbekannte Leidenschaft hochkam, vor einer Menge Menschen zu stehen, denen ich etwas zu sagen hatte. "Wisst Ihr, ich war total baff, als ich im Radio hörte, dass das, was ich für eine große Blamage gehalten hatte, bei Euch so ankam. Ich fühlte mich plötzlich nicht mehr allein und wenn ich mich jetzt hier sitzen sehe, denke ich, dass ich vielleicht genau das Richtige getan habe. Ich habe mir endlich Luft gemacht. Und dadurch habe ich gemerkt, dass mein Selbstmitleid überhaupt nichts bringt. Ich bin mit meinen Problemen nicht allein und nur Jammern, bringt mich kein Stück weiter. Ich bin jetzt 35 Jahre alt, verdammt noch mal, es wird Zeit, dass ich endlich was riskiere und mein Leben in meine kleinen patschigen Hände nehme." "Ihr habt es gehört, da hat sich schon wieder jemand Luft gemacht. Wie ich sehe, laufen schon wieder die Leitungen heiß, weil Ihr alle mit Susi sprechen möchtet. Doch leider reicht unsere heutige Sendezeit nicht aus. Vielleicht können wir Susi ja überreden, noch einige Tage in London zu bleiben. Aber jetzt wünsche ich Euch erst mal schöne Weihnachten. Lasst Euch reich beschenken und vergesst nicht: Ihr seid nicht allein. Eure Kate."

Es wurde ruhig um mich. Kate sagte lange nichts, sondern sah mich nur an. Ich fühlte mich seltsam. Ein Gefühl, als würde sich etwas Grundlegendes in meinem Leben ändern, beschlich mich. Ich war von einer Entschlossenheit ausgefüllt, dass ich nicht mehr die Leidende sein wollte. Jedes Jahr machte ich mir vor Silvester Gedanken über neue Vorsätze, die ich dann doch nicht einhielt. Aber so unzufrieden wie ich war, konnte ich schlicht und ergreifend mein Leben nicht fortführen, wie es momentan verlief. Es war ein Gefühl wie auf einer großen Kreuzung zu stehen und zu wissen, dass man nicht zurück will und nicht auf der Stelle stehen bleiben darf. Doch welchen Weg sollte man einschlagen? Darüber musste ich mir noch klar werden aber ich spürte Kraft in mir aufkommen. Das hier in so großem Stil auszusprechen bedeutete etwas. Es bedeutete, dass ich es endlich ernst meinte und mit Entschlossenheit und Mut die hoffentlich nächsten 35 Jahre beschreiten wollte.

Kate riss mich aus meinen Gedanken als sie sagte: "Das waren große Worte Susi. Und ich bin mir sicher, vor allem zur Weihnachtszeit, in der alle sowieso etwas melancholischer sind, hast Du die Herzen vieler Menschen getroffen. Aber jetzt will ich Dich ein paar Leuten vorstellen." Wir gingen in einen benachbarten Raum, in dem ein langer Tisch mit allerlei Leckereien aufgestellt war. Ein bunt geschmücktes Plastikweihnachtsbäumchen stand in der Mitte und aus versteckten Lautsprechern kam leise Weihnachtsmusik. Einige Leute tummelten sich schon in dem Raum und es herrschte ein reges Stimmengewirr. Ich sah den Rücken eines Mannes, der gerade dabei war Weihnachtspunsch von einer großen Schüssel in Gläser zu füllen. Kate ging mit mir auf ihn zu und tippte ihn an der Schulter an. "James? Darf ich Dir Susi vorstellen?" James lies den Schöpflöffel in die Schüssel fallen und wandte sich uns zu. Mir blieb vor Schreck fast der Mund offen stehen. Das war der unbekannte, atemberaubende Mann vom Flughafen! Breit lächelnd nahm er meine Hand und drückte sie herzlichen. "Willkommen Susi. Ich habe sofort an Deiner Stimme erkannt wer Du bist. Du scheinst wie geboren zu sein für das Rampenlicht." Ich musste mich schwer zusammenreißen, um nicht wieder genauso tollpatschig wie heute Morgen rüberzukommen. Aber durch meine wilde Entschlossenheit schien ich selbstsicherer geworden zu sein. "Hallo James, danke für´s Koffertragen." Er lachte. "Willst Du vielleicht einen Weihnachtspunsch? Der macht gesprächig." Er zwinkerte mir zu. "Nein danke, ich denke, ich habe heute schon genug geredet." "James, kann ich Dich kurz unter vier Augen sprechen?" Das war Kate, die mir kurz zunickte, um dann James mit nach draußen zu nehmen. Jetzt stand ich allein da, aber die Menschen vom Radio schienen sehr offen und freundlich zu sein. Immer wieder lächelte man mir zu und ich wagte schließlich doch, an einem Glas mit Punsch zu nippen. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, bis James und Kate endlich wieder zurückkamen. James nahm sich ebenfalls einen Punsch und stieß mit mir an. "Susi, ich habe mich eben mit Kate unterhalten. Wie Du mitbekommen hast, ist Deine Rede auf große Resonanz gestoßen. Als Chef dieses Ganzen hier habe ich einiges Mitspracherecht. Allerdings lasse ich meinen Mitarbeitern weitgehend freie Hand." Er war der Chef? Oh mein Gott, das wurde ja immer besser. Ich musste mich natürlich nicht vor irgendjemandem blamieren, sondern gleich bei dem Chef eines Radiosenders! "Wie dem auch sei, Kate kam mit einer Idee auf mich zu. Bei uns ist schon lange eine freie Stelle zu besetzen. Unsere Frauenkummertante, wie wir sie zu nennen pflegen, ist in Mutterschutz gegangen. Sie wird auch einige Jahre nicht zurückkehren, weil sie sich um ihren Nachwuchs kümmern möchte. Wir haben nie die Richtige gefunden. Denn die Frauen, die in dieser Sendung anrufen können, sollen sich wohlfühlen und der Moderatorin ein gewisses Vertrauen entgegenbringen. Sonst hat die ganze Sendung keinen Erfolg. Vielleicht denkst Du Dir schon, worauf ich hinaus will. Du sagtest, Du bist in Deinem alten Beruf unzufrieden und die Frauen sind verrückt nach Dir. Wie wäre es, wenn Du ein großes Wagnis eingehst und Deinen Job hinschmeißt, um bei uns als Frauenbeauftragte einen Neuanfang zu starten?" Ich war geplättet. "Jetzt muss ich mich erst mal hinsetzen. Ich ließ mich auf einen der kleinen Sessel fallen, die im Raum verteilt für Gemütlichkeit sorgten. Was sollte ich tun? War das nicht der dicke fette Pfeil, der mir den richtigen Weg zeigte? War nicht jetzt der richtige Moment, auf meinen Bauch zu hören und nicht auf die Vernunft, die mir schon so oft den falschen Weg zeigte? Wie viele Chancen in meinem Leben sollte ich noch bekommen, um endlich zu begreifen, dass ich meinen Weg gehen musste. Und dieser Weg konnte definitiv meiner werden. Wozu hatte ich eine Leidenschaft für die englische Sprache? Warum liebte ich die Engländer? Warum liebte ich London? Warum liebte ich es, vor vielen Menschen zu stehen? Das konnte ich jetzt tun. Und mein Speck war den anderen völlig egal, denn erstens sahen sie ihn nicht uns zweitens wollten sie mir ihr Herz ausschütten. Ich wollte schon immer anderen Menschen helfen. Und wenn es sich nur um ganz primitiven Liebeskummer handelte. Deshalb schaltete ich mein Hirn aus und sagte entschlossen: "Ja, ja das werde ich. Wenn Ihr mir noch drei Monate Zeit gebt, weil ich nicht fristlos kündigen möchte." Inzwischen waren auch die anderen zu uns gekommen. Sie hatten James laute Stimme vernommen und alles mitangehört. Jetzt jubelten sie und klatschten freudig in die Hände. Ich fühlte mich wohl. Das war es, was ich an England liebte. James nahm meine Hand und sah mir tief in die Augen. "Wunderbar und jetzt lasst uns eine herrliche Weihnachtsparty feiern, damit Susi gleich mal merkt, mit wem sie es hier zu tun hat." Er senkte die Stimme und sagte dann so leise, dass nur ich es hören konnte: "Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit und darüber, dass ich Dich nun jeden Tag sehen kann. Aber das mit dem Kofferpacken, das üben wir noch." Wisst Ihr was? Es war Weihnachten und ich war verliebt. Und ich hatte zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl, das Richtige getan zu haben.

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Eingereicht am
17. April 2007

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